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Autor: monalesm(at)zeitjung.de |
| ARBEITsleben | 19.06.2009 | |
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Hier geht's um:
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Das Auge liest mitWie werde ich Herstellerin?Daniela, 29, ist Buchherstellerin aus Leidenschaft. Wieso, weshalb, warum? Lest es hier!
Dein Job in einem Wort?
Organisation … und in einem Satz?
Texte gestalterisch angemessen und dem Budget entsprechend in eine haptische Form, sprich Buch, bringen, unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten und im zeitlich vorgesehenen Rahmen.
Wie bist Du auf die Idee gekommen, diesen Beruf auszuüben?
Ich wollte gerne einen Beruf ausüben, der meine große Leidenschaft Lesen auch im weitesten Sinne beruflich aufgreift. Die Berufsberaterin in der Oberstufe hat mich auf den Studiengang Mediapublishing an der Hochschule der Medien in Stuttgart (www.hdm-stuttgart.de und www.mediapublishing.org) aufmerksam gemacht. Das Infomaterial der Hochschule hat mich dann von diesem Studiengang überzeugt. Im Studium habe ich meinen Schwerpunkt dann auf die Herstellung gelegt, aber ich hätte auch in die Werbeabteilung oder ins Marketing gehen können.
Vorteile?
Mein Job ist sehr vielseitig: Ich kalkuliere Buchprojekte, hole Angebote ein, verhandle Kosten, suche Materialien aus, beauftrage Gestalter und gestalte auch selber, stelle Terminpläne auf und sorge für deren Einhaltung. Ich muss den Überblick über sehr viele Projekte behalten und bin dafür verantwortlich, dass die Bücher zum vorgegebenen Zeitpunkt auch erscheinen können. Ich arbeite sehr selbstständig und selbstbestimmt an meinen Projekten; also Projektmanagement, bei dem man viele Freiheiten hat und selbst viel machen kann. Es gibt auch wenige Tätigkeiten, die ich jeden Tag abarbeiten muss, es ist immer abwechslungsreich.
Nachteile?
Manchmal kommen alle Projekte zur gleichen Zeit, dann wird es sehr stressig. Und da die Bücher erscheinen müssen, gibt es eben Tage, an denen man ganz schön lange noch bei der Arbeit sitzt. Da aber unvorhergesehene Dinge ursprüngliche Terminplanungen umwerfen, ist das eben manchmal so. Außerdem bin ich in der Buchherstellung Ansprechpartner für alle Abteilungen im eigenen Unternehmen: als eine Art Dienstleister im eigenen Haus. So muss ich viele Kleinigkeiten – und manchmal auch größere Dinge – erledigen, die eigentlich nicht zu meinen Kernaufgaben gehören.
Was sind normalerweise die Voraussetzungen für Deinen Job?
Am besten ist ein einschlägiges Verlags- oder Drucktechnikstudium. Oder, wenn man Glück hat, kann man manchmal auch direkt nach der Ausbildung als Verlagsbuchhändler oder Verlagskaufmann in der Herstellung einsteigen. Früher waren Buchhersteller oft auch Quereinsteiger, heute haben diese eher selten Chancen.
Wie lange dauert die Ausbildung und wie schimpft man sich dann?
Das Studium hat bei mir vier Jahre gedauert, ich bin Diplom-Wirtschafts-Ingenieurin für Mediapublishing (FH); inzwischen ist der Studiengang aber auf Bachelor und Master umgestellt.
Bist Du mit Deinem Verdienst zufrieden?
Im Buchverlagswesen verdient man bekanntermaßen nicht allzu üppig. In einer anderen Branche könnte ich mit meinem Abschluss sicher 25 bis 40 Prozent mehr als jetzt verdienen.
Was sollte ich anstellen, wenn ich in Deine Fußstapfen treten wollen würde?
Man braucht: Interesse an Büchern, ein Händchen für Gestaltung, Verständnis für Technik und Organisationstalent. Man sollte also ein Generalist mit Blick für Details sein.
Die Zeit ist jung, wie siehst Du Deine Zukunft?
Die Branche steht in einem ständigen Umbruch: Die Technik entwickelt sich rasant weiter und die Arbeitsabläufe verändern sich. Ich muss offen sein für solche Neuerungen und am Ball bleiben. Der Kern meiner Tätigkeiten bleibt aber erhalten: Inhalte – also z.B. einen Roman – in eine rezipierbare und vertriebsfähige Form zu bringen – ob nun als klassisches Buch, Hörbuch oder auch für E-Book-Reader und Online-Geschäft.
Danke!
Bildquelle: simone mellar, zeitjung.de
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