Zukunft

12.05.2009
Elias Kreuzmair Autor: Elias Kreuzmair
ekr(at)zeitjung.de
Über die Kunst, den  Überblick zu behalten

Über die Kunst, den
Überblick zu behalten

Philipp Girrger organisiert das
Medienforum Mittweida

Neben dem Studium kümmert sich Philipp Girrger um die Organisation des Medienforums Mittweida.

"Wir sind mitten in den heißesten Vorbereitungen. Als Producer eines so großen Events", sagt Philipp Girrger, 22, "machst Du eigentlich alles." Philipp studiert Medienmanagement an der Hochschule Mittweida – und er ist Producer des traditionsreichen Medienforum Mittweida. Das heißt, dass er zusammen mit Annett Bors, seiner Producer-Kollegin, "den wohl umfangreichsten, von Studenten organisierten Fachkongress für Medienentscheider und die kommende Medienelite", wie Philipp den Kongress stolz vorstellt, organisiert. Als Producer behält er den Überblick und koordiniert die Teams, die einzelne Aufgaben wie Marketing oder Betreuung und Erstellung der Online-Präsenz übernehmen. Er ist einfach dafür zuständig, das "Organisatorische im Hintergrund", wie er es nennt, zu machen. Das heißt: "Viel Schreibkram, viele Listen – also Zeug, das wahrscheinlich keiner gerne und freiwillig macht."

Kaffee und wenig Schlaf
 
Natürlich bedeuten diese Tätigkeiten umso mehr Stress. Philipp, an dem einem sofort die charakteristischen Lippen und die freundlichen blauen Augen auffallen, sieht das aber positiv: "Es macht Spaß, jeden Tag mit neuen Dingen konfrontiert zu werden, an die du vielleicht gar nicht einmal gedacht hast." Ganz locker schafft er es neben Studium aber doch nicht. Es gehört schon ein gehöriges Maß an Disziplin dazu, um eine solche Veranstaltung zu stemmen. Da hilft vor allem eines: "Ein gut koordinierter Terminplaner. Würde ich den verlieren, wäre ich wohl verloren. Ich muss aber gestehen: Kaffee, wenig Schlaf und sehr gezielt genutzte Freizeit gehören schon auch dazu." Fast ein Jahr arbeitet der Student mit seinen Teams unter Hochdruck – bis im November endlich das Forum stattfindet.
 
Da muss Philipp sich seine Freizeitgestaltung sehr gezielt überlegen. Viel mit Leuten zu tun haben will er dann aber nicht mehr unbedingt. Zur Entspannung wechselt er einfach von den journalistischen Medien zu den fiktionalen: "Filme sind zur Entspannung großartig. Einfach anderthalb bis zwei Stunden nur darauf konzentrieren." Dann ist der Kopf wieder frei, um weiter zu machen. Schließlich ist es nicht nur der Spaß am Organisieren, der Philipp den Producer-Job machen lässt. Er plant längerfristig: "Das ist eine Erfahrung, die mir hoffentlich in meinem späteren Berufsleben den Einstieg erleichtert."
 
Verstehen, was passiert
 
"tatort:MEDIEN – verstehen, was passiert" ist das Motto, das sie für das diesjährige Forum, das von 9.-12.11.2009 stattfinden wird, gefunden haben. Mit Tatort ist nicht auf das manchmal fast kriminalistische Gespür, das ein guter Journalist nötig hat, angespielt. Vielmehr ist es eine Analyse der aktuellen Situation, erklärt Philipp: "Wir haben uns lange und intensiv mit dem heutigen Medienzirkus beschäftigt. Der Tatort symbolisiert für uns den Ort, an dem etwas geschieht. Es passiert heute soviel, dass sogar professionelle Mediengestalter und -nutzer den Überblick verlieren." Etwas Ordnung schaffen also, das ist das Ziel des Medienforums. "Wir wollen helfen, den Überblick zu behalten", sagt Philipp – also genau das, was jetzt noch sechs Monate lang seine erste Aufgabe ist.
 
Bildquelle: Foto: Medienforum Mittweida 2009/Martin Glass, Logo: Medienforum Mittweida 2009
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