Katha Autor: Katha
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SEXualtrieb | 12.01.2010 |
Schattenspiel_2
Hier geht's um:
DSD Intersexualität Drittes Geschlecht Zwitter Transsexualität Hermaphrodit

Das dritte Geschlecht

Zwischen den Geschlechtern: DSD
(Disorder of Sex Developement)

Mann? Frau? Zwitter? Menschen mit DSD (Disorders of Sex Development)leben zwischen den Geschlechtern.

In Deutschland führen circa 10 000 Menschen ein Leben mit DSD. Bei DSD stimmen die äußeren und inneren Geschlechtsmerkmale und/ oder die Geschlechtschromosomen nicht überein. Dabei gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen von DSD.

Zu unterscheiden ist der Begriff von Transsexualität. Laut medizinischer Definition ist transsexuell, wer eine sogenannte Geschlechtsidentitätsstörung aufweist. Das bedeutet, dass eine Person körperlich eindeutig weiblich oder männlich ist, sich aber als Angehöriger des anderen Geschlechts fühlt und sich sowohl optisch, als auch körperlich dem gefühlten Geschlecht annähert.
Wer jedoch DSD hat, der ist körperlich und gefühlt weder Frau noch Mann, sondern eine Mischung daraus, ein Hermaphrodit, ein Mensch mit einem ganz eigenen dritten Geschlecht. 

ZEITjUNG hat Uli getroffen, einen Menschen, der DSD hat, sich eindeutig als zugehörig zum Dritten Geschlecht fühlt und aus diesem Selbstverständnis kein Geheimnis macht.

ZEITjUNG: Du heißt Uli. Jungs und Mädchen können so heißen. Haben das Deine Eltern bewusst so gewählt?

ULI: Geschickt gell!? (grinst) Ja, das ist die Absicht, die dahinter steckt. Aber meine Eltern haben sich den Namen nicht ausgesucht. Das war meine Entscheidung.
Und das war ein ganz schönes Prozedere. Du kannst nicht einfach mal so deinen Namen ändern. Da stecken jede Menge Formalia dahinter und vor allem muss der Name zugelassen sein – das ist auch so ein Problem gewesen.

Als was fühlst Du Dich? Also, bist Du gefühlt männlich oder weiblich?

Das ist genau so eine Frage, die ich mangels Definition und Wahlmöglichkeit nicht beantworten kann. Und das geht denke ich den meisten Hermaphroditen so. Ich bin Mann und Frau, also ein Mix daraus. Ein Zwischengeschlecht, das Dritte Geschlecht. Aber wir haben quasi keinen Namen. Das ist demütigend und falsch. Es ist eben ein neben Mann und Frau existierendes Geschlecht. Etwas Eigenes. (überlegt)
Das ist, wie wenn ich Dich frage, wie Du Dich als Mann fühlen würdest, wenn Du einer wärest. Kannst Du das denn beurteilen? Wahrscheinlich nicht, weil Du ja gerade keiner bist. Und genauso wenig kann ich Dir diese Frage beantworten.
Ich fühle mich als Hermaphrodit. Wie es ist nur Mann oder nur Frau zu sein weiß ich nicht. Also kann ich auch nicht sagen, ich fühle mich wie der eine oder die andere.

Wann hast Du gemerkt, dass Du ein Hermaphrodit bist?

Früh. Im Teenie-Alter. Mit meinen Eltern habe ich schon damals glücklicherweise gut reden können. Ich glaube zwar, dass sie bis heute nicht so ganz verstanden haben, was es mit DSD auf sich hat. Aber sie akzeptieren mich so und haben nie komische Fragen gestellt. Sie haben mir immer zugehört und mich in meiner Suche nach mir selbst bestärkt. Das war denke ich sehr wichtig für mich.

Hermaphroditen werden häufig im Kleinkindalter sogenannten genitalangleichenden Operationen unterzogen – wie stehst Du dazu?

Das ist schlimm. Die kleinen Menschen können ja noch gar nicht entscheiden, ob sie Frau, Mann oder eben Hermaphrodit sein wollen. Dazu muss man tief in sich hineinhören, Erfahrungen miteinbeziehen und überhaupt ist das ein langwieriger Entscheidungsprozess. Dazu gehört eine gewisse Reife.
Durch diese OPs wird so viel kaputt gemacht, Psychische Störungen, Schmerzen bei sexueller Erregung…                                                 
Viele Betroffene sehen das, denke ich, als körperliche Zwangszuweisung und sie fühlen sich dabei in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt. Es gibt aber auch Hermaphroditen, die sich solch einen frühzeitigen Eingriff gewünscht hätten, oder die eben glücklich sind, dass sie „zugeordnet“ worden sind…das ist eine riesige Diskussion zwischen Medizinern, Interessensgruppen, Aktivisten und so weiter. Ich kann da nur für mich sprechen. Es gibt einfach sehr viel unterschiedliche Stimmen und Ansichten, auch gerade unter Hermaphroditen, zu diesem Thema.           
Jeder Mensch ist anders und entsprechend sind auch die Bedürfnisse sehr unterschiedlich. Ich glaube, das ist der Aspekt, der am häufigsten übersehen wird – es gibt eben keine Pauschallösung.

Wie reagieren andere Leute auf DSD? Hast Du schlechte Erfahrungen gemacht?

Naja. Als ich jünger war, so zu Schulzeiten war alles schwieriger, würde ich sagen. Ich habe gelernt damit umzugehen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin und vor allem, dass die meisten Menschen um mich herum nicht damit umgehen können, dass ich anders bin.
Mein Glück war, dass meine Eltern mich frühzeitig zum Psychologen geschleppt haben. Am Anfang hab ich mich dafür geschämt, weil ich dachte, dass nur verrückte Leute, die, die was an der „Klatsche“ haben, zum Psychologen gehen. Aber im Endeffekt war das die richtige Entscheidung. Ich bin dadurch sicherer geworden.  

Wie macht sich DSD im Alltag bemerkbar?


Eigentlich gar nicht. Also doch schon. Naja, also, zum einen gar nicht, weil ich ein ganz normales Leben, wie jeder andere auch führe. Ich stehe ungerne früh auf, ich koche leidenschaftlich gerne, ich rauche, obwohl das ungesund ist.
Was nervt sind so Sachen, wie Formulare ausfüllen, weil ich da ankreuzen muss, ob ich männlich oder weiblich bin. Oder auch bei Medikamenten muss man vorsichtig sein mit der Dosierung und den Kombinationen.
Was mich stört, ist, dass das Thema kaum medial aufgegriffen wird. Zuwenig zumindest. Wie soll man da auch erwarten, dass seine Mitmenschen Verständnis für Hermaphroditen haben, wenn kaum einer weiß, wer Hermaphroditen genau sind, was uns bewegt und dass wir eigentlich nicht anders sind als alle anderen auch.
Außerdem glaube ich, dass es da genauso ist, wie bei allen anderen Themen. Je länger, je offener und je intensiver über ein Thema diskutiert wird, desto eher verliert es an Brisanz. Man gewöhnt sich daran und findet nichts Außergewöhnliches mehr an der  Thematik.

Wie unterscheidet sich Dein Sexualleben von dem anderer Menschen? Ist es denn anders?

Nein, ich denke nicht. Es ist alles erlaubt, was beiden Sexualpartnern Spass macht. Mal habe ich mehr, mal weniger Sex. Mal habe ich Lust auf Sex, mal nicht.
Klar ist es nicht so einfach, da die Reaktionen sehr unterschiedlich sind. Und ich denke eine Partnerschaft mit einem Hermaphroditen kann in einigen Fällen schwierig sein, muss es aber auch nicht.
Außerdem schüttet man einem potentiellen Sexualpartner nie am ersten, zweiten, dritten Abend sein Herz aus. Oder erzählst Du gleich beim ersten Date, was an Dir vielleicht anders ist, als bei anderen oder was Dir besonders unangenehm ist? Ich denke da sind alle Menschen, egal welchen Geschlechts, sehr anders. Es gibt schüchterne, ängstliche, offenherzige, offensive und so weiter.  
(überlegt) Quickies sind vielleicht nicht so einfach. Obwohl ich von einigen Freunden weiß, dass sie, obwohl sie eindeutig männlich beziehungsweise weiblich sind, auch öfter von einem Quickie mit einem unbekannten Sexualpartner träumen, als dass sie dann tatsächlich Sex haben.

ZEITjUNG: Danke für das Interessante Gespräch!

Bildquelle: www.aboutpixel.de, Frank Faasen

 

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Kim schrieb am 12.01.2010 um 19:50:12 Uhr:

Es gibt ja immer noch Menschen, die an "Geschlechtsumwandlungen". Dass diese Menschen damit Genitalverstümmelungen an intersexuellen Menschen genauso unterstützen, wie die Pathologisierung transsexueller Menschen als "geschlechtsidentitätsgestört", scheint sie bislang nicht gestört zu haben. Hier ein paar Beispiele, für Menschen, die an "Geschlechtsumwandlungen" glauben: 1. Medien "Zwölfjähriger will Geschlechtsumwandlung – Lehrer unterstützen ihn" (Shortnews.de, 18. September 2009) "Erst Geschlechtsumwandlung , dann die große Liebe! Lorielle London ist bis über beide Ohren verliebt." (Viva, 11. Januar 2010) "Thomas Beatie wurde als Frau geboren und hatte sich vor gut zehn Jahren zu einer teilweisen Geschlechtsumwandlung entschlossen. " (DPA–Meldung 2009) "Das hat das Kölner Oberlandesgericht (OLG) am Freitag im Fall einer Frau 'Brigitte' entschieden, die als Junge 'Bernd zur Welt gekommen war, ihr Geschlecht aber 1997 operativ umwandeln ließ." (Focus, 11. Dezember 2009) 2. Deutscher Presserat "Die Umschreibung in der Umgangssprache, dass aus einem Mann eine Frau wird [...] kann kaum anders beschrieben werden." (Deutscher Presserat in einer Antwort an ATME e.V. vom 6. Januar 2010) 3. Medziner und Institutionen "Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über Langzeitergebnisse nach operativer Geschlechtsumwandlung und analysiert dazu die internationale Fachliteratur aus den letzten dreißig Jahren." (Friedemann Pfäfflin; Astrid Junge in Geschlechtsumwandlung, Abhandlungen zur Transsexualität 1992 Schattauer Verlag Stuttgart) "Sie können bis zum Wunsch zu einer gegengeschlechtlichen hormonellen Behandlung und nach einer operativen Geschlechtsumwandlung führen." (Bernd Meyenburg, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe–Universität Frankfurt) "Nicht selten verlangen Eltern bereits bei Kindern im Grundschulalter %u2013 und später die Jugendlichen selbst %u2013 möglichst rasch körperverändernde Maßnahmen, d.h. eine hormonelle und/oder operative Geschlechtsumwandlung, vorzunehmen." (Deutsche Liga für das Kind, Februar 2007) "Ferner scheinen der Machbarkeitsgedanke, die Vorstellung, dass im Rahmen heutiger medizinischer Möglichkeiten eine Geschlechtsumwandlung problemlos durchgeführt werden kann, sowie die Tendenz, die Wahl des Geschlechts als eine Art 'Grundrecht' anzusehen, für die Zunahme von Umwandlungsbegehren bei Minderjährigen von Bedeutung zu sein." (Deutsches Ärzteblatt, Goecker und Beier, Charite Berlin 2008) "Merkblatt zu Transsexualität und Geschlechtsumwandlung [...] Die geschlechtsumwandelnde Operation kann frühestens nach 6 %u2013 9monatiger Hormoneinnahme geplant werden." (Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Prof. Dr. W. Senf, Rheinische Kliniken Essen) 3. Transsexuelle Menschen "Hurra, es ist ein Mädchen" (aus einem Internetforum als "Gratulation" für die genitalverändernde Operation) "Früher, als ich noch ein Mann war..." (aus einem Gespräch über eine genitalverändernde Operation) 4. Intersexuelle Menschen "Diese 'Richtlinien bei Geschlechtsumwandlung ' sind jedoch (wie schon ihr Name sagt) in erster Linie auf Transsexuelle zugeschnitten." (Pressemitteilung von zwischengenschlecht.org) "Ich landete dann [...] auf dem OP–Tisch und wurde geschlechtsumgewandelt" (Aus einem Leidensbericht) 5. Homosexuelle Menschen "Er hat [...] transsexuellen Frauen das Recht auf Änderung ihres Personenstands und auf Versicherungsschutz für eine operative Geschlechtsumwandlung garantiert" (Dr. Wolfgang Kreutzberger, Mitglied im LSVD in einem Vortrag in Hannover am 30.10.2008) Vielleicht sollte mensch noch lauter sagen, dass es keine Geschlechtsumwandlungen gibt, und Menschen, die daran glauben, dass man das Geschlecht eines Menschen ändern könnte z.B. durch eine genitale Operation im geistigen Mittelalter leben und anscheinend nicht begriffen haben, dass das biologische Geschlecht eines Menschen nicht nur aus den Genitalien besteht. Gerade dieser Irrglaube, man könne per chirurgischem oder sonst wie körperlichem Eingriff das Geschlecht eines Menschen "wandeln" ist ja genau der Denkfehler, auf dem sowohl die Pathologisierung z.B. transsexueller Frauen als "geisteskranke Männer" oder aber Genitalverstümmelungen an intersexuellen Menschen basieren. Wer an diesen Praktiken etwas ändern will, sollte sich selbst aufgefordert sehen, einmal seinen beschränkten Horizont zu hinterfragen. Aufklärung darüber, dass das biologische Geschlecht bei keinem Menschen in die Schublade 100–Prozent–Mann oder 100–Prozent–Frau passt, sondern die unterschiedlichsten geschlechtlichen Faktoren eines Menschen (sei es Hormone, Genitalien, innere Organe, Chromosomen) sogar unabhängig voneinander die unterschiedlichsten Werte aufweisen können, wäre nötig um klar zu machen: Egal was körperlich verändert wird, das Geschlecht eines Menschen ändert sich nie. Ein Mensch, der mit uneindeutigen Genitalien geboren wird und sich selbst als Mann, Frau oder Zwitter sieht, wird nach einer Genitalverstümmelung keine Geschlechtsveränderung erlebt haben, sondern ist dann hinterher immer noch Mann, Frau oder Zwitter – der Unterschied zu vorher ist: Hinterher handelt es sich um einen verstümmelten Mann, eine verstümmelte Frau oder einen verstümmelten Zwitter. Wer um die Unwandelbarkeit von Geschlecht weiss, kommt im übrigen auch zu der Erkenntnis, dass transsexuelle Frauen auch tatsächlich Frauen sind bzw. als Mädchen mit Penis und Hoden geboren sein müssen. Davon zu sprechen, diese Frauen seien einmal "Männer gewesen" und hätten sich ihr Geschlecht umwandeln lassen, dient lediglich einer Ideologie, die annimmt, man könne Geschlecht umwandeln, also auch per chirurgischem Eingriff "anpassen" – fördert also Zwangsoperationen intersexueller Menschen. Wer also behauptet, es gäbe "Geschlechtsumwandlungen", stützt also gleichzeitig menschenverachtende Eingriffe bei intersexuellen Menschen genauso wie die Pathologisierung von transsexuellen Frauen als "geschlechtsidentitätsgestörte Männer" oder von transsexuellen Männern als "geschlechtsidentitätsgestörte Frauen". Es gibt keine Geschlechtsumwandlungen – ein Mensch ist, was er ist. Jede Zwangszuordnung, die durch Recht und Medizin versucht wird, ist ein Verbrechen. Und jeder, der behauptet, man könne das Geschlecht eines Menschen wandeln, macht sich daran mitschuldig. Hier noch etwas sinnvolles: "Als ich mich damit näher beschäftigt habe und entdeckt habe, dass die Biochemie und die Gene die im Fötus für die geschlechtliche Entwicklung zuständig sind sehr komplexe Prozesse darstellen, und mich ernsthaft fragte wie man sich vorstellen kann, dass diese sich nur in zwei Weisen ausbilden können, kam ich zum Schluss, dass das nicht wirklich gut durchdacht ist. Ich denke, die Prozesse der geschlechtlichen Entwicklung bei Menschen sind in etwa genauso komplex wie die Prozesse, die unterschiedliche Fingerabdrücke hervorbringen. Jeder von uns hat eine einzigartige Fingerabdrücke und ich begann zu realisieren, dass die Vorstellung, dass das geht wie bei einem Ein–Aus–Schalter eines Radios nicht die richtige Art und Weise ist, darüber zu denken, es ist eher wie mit einem Bass– oder Höhenregler. Wenn man sich die Geschlechtsentwicklung ansieht, ist es ein sehr komplizierter, vielschichtiger Prozess an dem viele unterschiedliche Faktoren beteiligt sind %u2013 und es ist nicht so dass diese entweder vorhanden oder nicht vorhanden sind, sondern die Art und Weise wie Biologie funktioniert ist, dass du entweder wenig, viel oder irgendwas mittendrin vorfindest %u2013 so ist dieser gesamte Prozess genauso wie alle anderen Entwicklungsprozesse beim Menschen. Und wir würden niemals denken, dass es bei Haarfarbe, Fingerlänge, Grösse, Gewicht oder ähnlichem nur zwei Möglichkeiten geben würde wie sich das entwickelt." (Professor Gerald N. Callahan, Autor des Buches 'Between XX and XY" in CBC Radio, Oktober 2009) Download "Die Natur liebt die Vielfalt, die Gesellschaft hasst sie" (Professor Milton Diamond) Ich hoffe, dass sich das ändern wird, lieber Milton Diamond und Menschen auch die Vielfalt lieben lernen werden – sie zu akzeptieren, heisst einen Menschen wahrnehmen. Und ich glaube, dass es eigentlich der Wunsch eines jeden Menschen ist, als "wahr" genommen zu werden, weil jeder Mensch geliebt werden will. Zusatz: Das Märchen von der "Geschlechtsumwandlung" ist bis heute die Grundlage dafür, transsexuellen Frauen abzuerkennen Frauen zu sein (und transsexuellen Männern abzuerkennen Männer zu sein) und ihnen zu unterstellen, sie würden über ihre "Geschlechtszugehörigkeit" lügen. Fast ausnahmslos basieren die Hassverbrechen an transsexuellen Menschen genau auf so einer Unterstellung. Hier ein Beispiel: Angie Zapata, eine transsexuelle Frau wurde im Juli 2008 ermordert, da ihr Mörder meinte betrogen worden zu sein. Zapata wurde von ihm gefragt: "Bist du ein Mann oder eine Frau?" woraufhin sie antwortete "Ich bin eine Frau". Er befummelte sie, spürte einen Penis. Später vor Gericht gab er an, ihn hätte das wütend gemacht. Er griff zu einem Feuerlöscher, schlug Zapata damit zu Boden und erklärte den polizelichen Ermittlern später, dass er nun dachte er "hätte es nun getötet". Die Motive der Hassverbrechen sind immer genau dieselben: Es handelt sich um die "Entrüstung" darüber, angeblich entdeckt zu haben, dass ein Mensch nicht das Geschlecht habe, wie vorher angenommen – mittels Entdeckung der Genitalien. Dass die Genitalien herzlich wenig über das biologische Geschlecht aussagen müssen, hat diesen Mördern wohl noch niemand erzählt. Wenn dann auch noch Medien, Ärzte und Mediziner, sogenannte Sexologen und sogar betroffene Menschen denselben Fehler begehen und öffentlich von "Geschlechtsumwandlungen" erzählen, dann frage ich mich: Sind sich solche Menschen bewusst, welche Verantwortung sie tragen?

AntiDSD schrieb am 20.01.2010 um 00:32:20 Uhr:

was soll die unreflektierte pathologisierende Bezeichnung DSD?! Wie fänden Sie als Author?in eine solche schreckliche Zuschreibung zu erhalten und zB statt "Frau" oder "Mann" als "gestört", "kaputt", "falsch" kategorisiert zu werden? Herms sind Herms – Basta. Solange es Frauen und Männer gibt (denn eigentlich sind wir alles Menschen mit ganz spezifisch individuellen Ausprägungen).