Benjamin Rosendahl Autor: Benjamin Rosendahl
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LESENswert | 13.05.2009 |
Goldgrube Buch?
Ist das gedruckte Buch doch goldes Wert?
Goldgrube Buch? Goldgrube Buch?
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Goldgrube Buch?

Neue Trends im Büchermarkt

...oder Totgesagte leben länger: Wie die Art des Bücherlesens revolutionär umgestellt wird.

 

Wenig wurde in letzter Zeit so viel totgesagt wie das gedruckte Wort: Zeitungen stecken in einer der größten Krise seit der Erfindung der Druckpresse, immer mehr Buchhandlungen gehen pleite, und das Internet macht sein Übriges. Kurzum: Eine Ära scheint zu Ende zu gehen – die des Lesens nämlich (Anmerkung: Scrollen zählt nicht!).
 
Oder? Totgesagte leben ja bekanntlich länger, und so ist es gerade das Buch, das es wieder in die Schlagzeilen macht: Nachdem wir uns bereits an die Vermarktung per Internet gewöhnt hatten und Google anfing, ganze Bücher online zu stellen, kam vor kurzem das „Kindle“ heraus, eine Art Buch in Handy-Form, herausgegeben von Amazon – der Internetbuchhandlung schlechthin. Letzte Woche gab Amazon zudem bekannt, dass Kindle jetzt auch auf dem ipod erhältlich sein würde. Werden die Bücherregale also statt mit Büchern mit Ipods gefüllt werden?
 
So oder so ändern sich die Lesegewohnheiten: Die Hauptmedien sind Computer/ Laptop/ Handy/ ipod, die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer und die Zeit außerhalb des Computers ebenso. Was verloren geht, ist der Morgenkaffee mit der Zeitung, die vielen Stunden in der Bücherei (für Schule oder Freizeit) und natürlich das Buch, das man liest, während man im Schaukelstuhl eine Pfeife raucht oder einen Brandy sippt. Auch verloren geht eine ganze Kunstrichtung, nämlich die der Bücherkunst: Wer wird von wundervoll verzierten Kunstledereinbänden schwärmen, sich an den goldenen Seitenenden entzücken, mit der Hand am kunstvoll gefertigten Japanpapier entlangfahren, wenn es Bücher nur im ipod-Format gibt?
 
Wie gesagt: Totgesagte leben länger, und so gibt es gleich zwei gute Nachrichten für das gedruckte Wort: Amazons Kindle hat mit großen Zeitungen ein Bündnis geschlossen, wobei Abonennten des elektronischen Buches einen Rabatt auf Zeitungsabos bekommt. Die zweite gute Nachricht kommt vom Lexikus-Verlag, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, historische Bücher wieder neu aufzulegen. Denn „wer liest schon ganze Bücher am Bildschirm?“
 
Am Anfang war das Wort. Das Buch folgte sogleich. Und es ward gut.
 
Bildquelle: www.zeitjung.de, Benjamin Rosendahl
 

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monale schrieb am 13.05.2009 um 15:43:43 Uhr:

Meiner Meinung nach bringen eBooks dem klassischen Buch keinen Tod, ganz im Gegenteil. Das Kulturgut "Buch" bekommt mehr Aufmerksamkeit und verliert sein zum Teil "verstaubtes" Image. In Bezug auf Lexika sind eBooks grandios. Auch für Vielleser ist es angenehmer, den Kindle in der Tasche zu haben als 5 schwere Hardcover mit sich rumschleppen zu müssen. Bibliophile werden sich die Printausgabe trotzdem ins Regal stellen. Ich habe auch beides: Sony Reader & Bücher. Das eine fürs Hirn, das andere fürs Herz.

monale schrieb am 13.05.2009 um 15:44:47 Uhr:

noch ein nachtrag: übrigens bieten auch schon viele deutsche Verlage Bücher zum Download an. Funktioniert auf Handy, iPod und eBook :–)