Elias Kreuzmair Autor: Elias Kreuzmair
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LESENswert | 29.07.2009 |
Infinite Jest
Ein unendlicher Spaß
Hier geht's um:
David Foster Wallace Infinite Jest Unendlicher Spaß Ulrich Blumenbach infinitesummer.org

Im Tennisshirt in die
Zukunft

David Foster Wallace "Infinite
Jest" in deutscher Übersetzung

Im Herbst kommt David Foster Wallaces "Infinite Jest" endlich auf Deutsch in die Buchläden.

 Sechs Jahre hat der Übersetzer Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von "Infinite Jest" gesessen. Im Herbst erscheint nun die deutsche Version des großen Werks von David Foster Wallace unter dem wenig überraschenden Namen "Unendlicher Spaß". 1.547 Seiten umfasst der Roman im Deutschen, also noch einmal 500 Seiten mehr als das englische Original, das bereits 1996 erschienen ist. So ist der Todestag des Autors, der sich vor fast einem Jahr das Leben nahm, eine willkommene Gelegenheit für die Marketingabteilung des Verlags.

David Foster Wallace wurde mit "Infinite Jest" über Nacht berühmt. Autoren wie Jonathan Franzen zählen ihn zu ihren Vorbildern. Umfang und Themenvielfalt seiner Werke sprengen die Begrenzungen der herkömmlichen Literatur – in dieser Hinsicht ist er fast nur mit Thomas Pynchon zu vergleichen. Die Handlung tritt dabei schon einmal in den Hintergrund, was an Wallace Texten als erstes beeindruckt ist die sprachliche Kreativität – er erfindet gern eigene Slangsprachen für Figuren – und die sehr langen und doch atemlosen Sätze.
 
Der Titel "Infinite Jest" kommt nun von einem Film einer der Hauptfiguren des Romans, James Incandenza. Wer diesen Film ansieht, kann sich nicht mehr von ihm lösen und verdurstet und verhungert. Daneben hat Incandenza die Enfield Tennis Academy gegründet, an der sein Sohn Hal, ein außergewöhnlich begabter Junge, studiert. An diesem Ort und im Ennet-House, einem Entziehungsheim für Drogenabhängige ist ein großer Teil der Handlung angesiedelt. Dazu spielt der Roman in einer nahen Zukunft, in der Amerika, Mexiko und Kanada einen nordamerikanischen Staatenbund gegründet haben, in dem aber kanadische Separatisten um ihre Eigenständigkeit kämpfen.
 
Wer in diesem Dickicht Hilfe braucht, dem seien die Ausdauer-Bibliophilen von infinitesummer.org empfohlen. Sie haben sich vorgenommen "Infinite Jest" während des Sommers 2009 zu lesen. Am 21. Juni haben sie begonnen, am 22. September wollen sie fertig sein. Das sind 75 Seiten des 1.000 Seiten starken Werkes pro Woche – wer jetzt noch einsteigen will, muss erst einmal gute 400 Seiten nachlesen. Dabei kann er sich aber mit den anderen Lesern von infinitesummer.org Erfahrungen austauschen oder besprechen, wo es das beste Merchandise – beispielsweise bedruckte Tennisshirts – zum Roman gibt. Wenn man sich das jetzt bestellt, kann man "Ein unendlicher Spaß" auch noch im perfekten Outfit lesen.
 
David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß" erscheint am 24. August (KiWi, 1547 Seiten, 39,90 Euro).


 
Bildquelle: Kiepenheuer & Witsch

 

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