Wenn der DĂ€mon
zweimal klopft
"Paranormal Activity": gröĂtes
Box-Office-PhÀnomen seit Jahren
Der Schocker "Paranormal Activity" lÀsst die Kassen klingeln und versetzt Zuschauer in Schock-ZustÀnde
Hollywood liebt Märchen. Vom Tellerwäscher zum Millionär – oder eben vom Game-Desinger zum Blockbuster-Regisseur. Wie jüngst Oren Peli. Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Bis vor zwei Jahren programmierte Peli im stillen Kämmerlein Computerspiele, dann kam ihm die zündende Idee. Einen Film drehen, einen Schocker. Dass Low-Budget-Projekte unter die Haut gehen können wie Fixernadeln, bewies seinerzeit (1999) das umjubelte "Blair Witch Project". Also schlachtete Peli sein Sparschwein, engagierte für angeblich 500 Dollar zwei Amateur-Schauspieler, und weil er keinen finsteren Wald vor der Tür und bis zum Drehstart eigentlich auch keinen Plot hatte, funktionierte er kurzerhand sein Haus in San Diego zum Set um.
Das war 2006. Drei Jahre später kocht im Internet ein Hype hoch: Der auf "Paranormal Activity" getaufte No-Budget-Streifen sei angsteinflößend, atemberaubend, nervenaufreibend, heißt es im Netz. Bei Screenings kauen die Zuschauer reihenweise ihre Fingernägel ab als gäbe kein Popcorn, und ruhig schlafen kann – glaubt man den Blogs – nach dem Streifen niemand. Kinostart in den Staaten: Binnen kürzester Zeit spielt der 15.000 Dollar billige Horrorfilm über 80 Millionen Dollar ein – und Hollywood hat ein neues Märchen.
Tatsächlich klaut "Paranormal Activity" konzeptionell ziemlich dreist bei "Blair Witch Project". Die Story dreht sich um ein junges Paar: Katie (Featherston) und Micah (Sloat), die der Authentizität halber sogar im Film ihre eigenen Vornamen tragen. Schon seit ihrer Kindheit, seit das Haus ihrer Eltern niederbrannte, erlebt Katie gruslige Dinge, hört Stimmen und träumt schlecht. Ihr Freund Micah, Day-Trader und Technik-Freak, gibt den Realist und schafft eine Kamera an, um rund um die Uhr zu filmen, was wirklich passiert. Aus der Perspektive der Handycam erzählt der Film eine Geschichte mit Gänsehaut-Garantie: Anfangs öffnen und schließen sich Türen von selbst, später hämmert das Ding, das hinter Katie her ist, gegen die Zimmerdecke, und zum Schluss ...
Dank der furchtbar echt wirkenden Camcorder-Bilder und dem absolut glaubwürdigen Pärchen lässt einem "Paranormal Activity" das Blut in den Adern gefrieren. Wenn der Film hierzulande am 19. November in die Kinos kommt, läuft Oren Pelis Gelddruckmaschine wieder auf Hochtouren – und manch ein Zuschauer wird sein Türschloss zweimal kontrollieren.
Paranormal Activity auf Facebook
Paranormal Activity bei Twitter
Bildquelle: Central Film 2009