Gregor_Josse Autor: Gregor_Josse
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TONleiter | 07.02.2010 |
Dubstepper Coki seziert Kiffer–Hymne
Richie Spice lag auf Cokis Plattenspielern – heraus kam
Hier geht's um:
Mein Ohrwurm der Woche

Kiffer-Hymne auf
dem Seziertisch

"Burnin'" von Coki ist
mein Ohrwurm der Woche

Ohrwurm der Woche: Coki dreht Richie Spice' "Marijuana" durch die Dubstep-Mangel.

Jede Woche ein Song. Egal welches Genre, ganz gleich welche Stimmung - ZEITjUNG-Autor Gregor Jossé schreibt über seinen "Ohrwurm der Woche".

Zugegeben: Marijuana zum Lebenselixir zu stilisieren ist sowas von Mittneunziger. Doch wenn irgendwer Gras-Hymnen singen darf, dann die Jamaikaner. Immerhin gehört es zum Rastafari-Ethos - und in der Reggae-Kultur auch einfach dazu. Wenn Richie Spice singt "it make me calmer, it make me smarter", dann würde ihm zwar jeder mitteleuropäische Psychologe einen Vogel zeigen, aber lässig klingt es allemal. Seine Ode ans Ganja, effektvoll "Marijuana" betitelt, erschien bereits 2004, bekam allerdings nicht besonders viel Aufmerksamkeit.

Wiederaufgewärmt schmeckt besser

Erst als der Londoner Coki, eine Hälfte des Duos Digital Mystikz, die Scheibe durch Dubstep-Mangel drehte, schwappte der Richie-Spice-Track herüber in unsere Gefilde. Für seinen "Burnin'"-Remix (im Netz leider nur in recht mieser Qualität zu finden) drehte er am Geschwindigkeitsregler des Originals und unterlegte die verlangsamten Vocals mit einem bedrohlichen Synthie und den charakteristischen Dubstep-Stolper-Drums. So wird im Handumdrehen aus einer Roots-Reggae-Hymne, die nach jamaikanischer Sonne und saftig-grünem Homegrown aus dem Vorgarten klingt, ein düsterer Track, der nirgendwohin besser passt als in die abgeranzten Hinterhofschuppen der Sozialbrennpunkte im Londoner Einzugsbereich.

Weniger ist mehr

Und genau das ist die Kunst der Remixerei: einem Song ein neues Gesicht zu geben, ihn in seine Einzelteile zu zerlegen, ein paar davon zu entsorgen und den Rest zu etwas völlig neuem zusammenzusetzen. Gut möglich, dass Coki an "Burnin'" nicht mehr als eine halbe Stunde geschraubt hat. Die Vocals lagen dank Richie Spice schon bereit, das Instrumental ist minimalistisch und dauergeloopt. Aber mehr braucht es eben manchmal gar nicht. So simpel kann ein Ohrwurm sein.

Digital Mystikz bei Myspace
Richie Spice bei Myspace

Bildquelle: flickr.com, Mr Guep

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