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Ein Blogger-Gott und der Fortpflanzungstrieb
Michael Nast - Der bessere Berliner - Großstadtgeschichten
Wenn ein Blogger Bücher schreibt...
"...über die, die älter werden - und doch nicht erwachsen."
Michael Nast, Mittdreissiger, echter Berliner und Blogger aus Leidenschaft schreibt sein Debüt mit dem leicht provokanten Titel "der bessere Berliner" - eine Sammlung kleiner Anekdoten - wie aus dem Leben zitiert. Obwohl er autobiografisch schreibt, möchte er sich nicht immer mit seinen Aussagen identifizieren. Ein Haufen Anderer dagegen schon. Er trifft den Nerv des jungen Egozentrikerdaseins, nicht ohne Grund zählt er zu den meistgelesenen Bloggern Deutschlands.
Das Buch liest sich leicht und macht Laune. Trotz Kritiken über mangelnde Professionalität ging es vor kurzem in die 2. Auflage. Michael Nast hat einen amüsanten Stil von umgangsprachlicher Alltagsromantik in einer allürenhaften Geltungsgesellschaft gefunden. Die Tatsache, dass er versierter Werbeprofi ist, hat es ihm leicht gemacht, sich selbst zu vermarkten. Unter anderem dank Myspace, Facebook und Twitter. Er ist Art Director seiner eigenen Werbeagentur und befreundet mit Schauspieler Oliver Korittke und Schriftsteller Alexander Osang, deren Stimmen bei der Veröffentlichung von dem "bessere(n) Berliner" ihren Teil beigetragen haben.
Der "Blogger-Gott" (laut radio1) handelt im Rahmen der Zeit - sowohl ökonomisch als auch philosophisch. Das Kernthema seines Buches ist unser stets beliebter Fortpflanzungstrieb. Kapitel wie "Gerade aufgewacht - bei Sandy in der neunten Etage", "Nichts über zwanzig" oder "Ist 'fickbar' eigentlich ein Fremdwort?" lassen erahnen, welchen Ausschweifungen sich der Autor hingibt. Allerdings sind das meist Zitate von profilneurotischen Protagonisten die er sprechen lässt. Er selbst bezeichnet sich lieber als "Höflich, gut erzogen und durchaus verletzlich"! Einige Parts wirken als würde er sich gerne wiederholen, aber mit der herrlich indiskreten Umgangssprache schafft er einen sofortigen Bezugspunkt und er beschreibt ein schönes Sympathiebild - so wie man das eben von sich selber hat.
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