Kultur

15.02.2010
Elias Kreuzmair Autor: Elias Kreuzmair
ekr(at)zeitjung.de
Das Comeback der Gedichte

Das Comeback der Gedichte

Poesielabel Perplex lädt zur
zweiten Lesung

Das Poesielabel Perplex will der Lyrik ihren angemessenen Platz zurückgeben.

Das Verschwinden der Poesie aus den Zeitungen beklagen David Vajda und Tobias Heitzer, das Vermodern von Gedichten auf Blogs ist ihnen zuwider. "Das Wort an sich zählt", sagt Letzterer. Gedichte müssen vorgetragen werden, finden sie. Sie sind auf der Suche nach einer zeitgenössischen Präsentationsform für das am schwersten zu vermittelnde literarische Genre: die Lyrik. Dabei denken die beiden Studenten nicht an klassische Lesungen, etwa in Buchläden – etwas höher muss der Glamourfaktor schon sein.


Sie haben keinen Verlag gegründet, über den sie Liebhabereditionen ihrer Werke herausgeben, sondern ein Poesielabel mit dem Namen "Perplex". "Wir wollen eine Plattform für Junglyriker sein", sagt Tobias. Im Dezember 2008 kam ihm und Vajda die Idee, mit der sie mit einer Lesung im Dezember 2009 an die Öffentlichkeit traten.


"Jegliches Schriftstück gehört gedruckt"


Nächste Woche findet die zweite Lesung des Labels statt, bei der die erste Ausgabe ihres Poesie-Magazins vorgestellt werden wird. Tobias versteht das als einen weiteren Schritt Lyrik aufzuwerten und nicht frei im Internet kursieren zu lassen: "Jegliches Schriftstück gehört gedruckt."


Für die zweite Lesung haben sie – um in der Labelsprache zu bleiben – zwei Artists für Perplex gesignt: Markus Michalek und Bernd Kranzberg. Markus Michalek betreibt selbst einen Blog – Gedichte veröffentlicht er dort aber nicht. Das hat seinen Grund: "Lyrik ist ein anderes Schreiben und der Vortrag ist mir sehr wichtig."


Kein Kaberett und keine Albernheiten


Auch mit mehreren Teilnehmern grenzt sich die Lesung aber von Lesebühnen und Poertry Slams ab – schon allein wegen der vorgetragenen Texte. Im Gegensatz zur Slam-Poesie geht es nicht um Kabarett und Alberei: "Unsere Pointen sind sprachlich. Sie sind nicht auf den Effekt hin geschrieben", wie Tobias sagt.


Zwischen den Gedichten wird es wie schon bei der ersten Lesung Dub-Musik zu hören geben – produziert von ihm selbst. "Die Musik dient dazu eine kleine Ruhepause zu haben und die Gedanken der Gedichte weiterzuführen." Und in diesem Momenten vermodert Lyrik nicht, sondern lebt. 


Die nächste Lesung von Perplex.Poesie findet am Donnerstag, den 18.2.2010, im Bachbett, Holzstr. 28, 81333 München statt. Einlass ab 19:00 Uhr, Beginn um 20:00 Uhr. Eintritt: 4 €.



Bildquelle: Perplex

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