Hausfrau prügelt Schwulen
krankenhausreif
Sie lauerte dem 23-jährigen im
Hausflur auf
Als er an ihrer Wohnung vorbei ging, riss sie die Tür auf und drosch ihm den Schädel ein.
Streit mit dem Nachbarn hatte wohl jeder schon. Aber kaum jemand rechnet damit, gleich krankenhausreif geprügelt zu werden und erst recht nicht von einer knapp 50-jährigen Hausfrau! Doch genau dies widerfuhr dem homosexuellen Steffen B.* aus Nordrhein-Westfalen am 8. Januar vergangenen Jahres.
Der 23-jährige, der mit seinem Partner zusammenlebt, war gerade auf den Weg in die gemeinsame Wohnung, als die türkischstämmige Frau ihm im Hausflur auflauerte. Gerade als er an der Wohnung der Täterin vorbeiging, riss sie die Tür auf und übermannte den jungen Schwulen. Mit dem Gehstock ihres Mannes holte sie zu heftigen Schlägen auf den Kopf ihres Opfers aus. Der überraschte Steffen B. versuchte sich noch vor den Kopfschlägen der Türkin zu schützen, doch vergeblich. Minutenlang prügelte sie auf ihn ein, bis eine andere Mieterin zur Hilfe eilte und den 23-Jährigen in ihre Wohnung zog.
Vor Gericht bestritt die 48-jährige Türkin die Tat: „Alles Lüge“, verteidigte sie sich. Sie sei das Opfer, weil sie ständig von Steffen B. beleidigt würde. Er habe wohl ein Problem mit ihrer Herkunft, behauptete die Hausfrau. Außerdem sei es ihr allein körperlich schon gar nicht möglich einen Mann so zu verprügeln.
Steffen B. schilderte die Situation anders. Es habe Spannungen zwischen den Mietparteien gegeben, weil die 48-Jährige seine Homosexualität nicht akzeptiere. Zudem lebe er mit seinem Freund in der gemeinsamen Wohnung des Mietshauses, was der Türkin ein besonderer Dorn im Auge sei.
Nach zweistündiger Verhandlung am 20.04.2009 sah auch das Gericht die Schuld der Hausfrau als erwiesen an. In der Urteilsbegründung verwies das Gericht darauf, dass die Angeklagte tatsächlich die Homosexualität des 23-Jährigen nicht akzeptieren könne. Die Türkin wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Zudem muss sie 500€ an Steffen B. und 250€ an eine gemeinnützige Organisation zahlen, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzt!