Politik

29.05.2009
cicero Autor: cicero
ciceroorecic(at)hotmail.de
Keine Homoehe in  Kalifornien
Ein Kommentar von cicero

Keine Homoehe in
Kalifornien

Oberstes Gericht bestätigt
Volksentscheid

Der oberste kalifornische Gerichtshof hat einen Volksentscheid gegen die “Homoehe” für rechtsgültig erklärt.

Befürworter der “Homoehe” liefen Sturm gegen das Urteil. Es kam in mehreren kalifornischen Städten zu Tumulten und in San Francisco mussten 162 Personen festgenommen werden. Kritiker des Urteils verurteilten das “Verbot” der “gleichgeschlechtlichen Ehe”, stellten sich als vom Gesetz diskriminierte Minderheit dar und präsentierten ihre “Sache” als eine fundamentale “Bürgerrechtssache”.

Ich kanns schon hören, die Reaktionen auf dieses Urteil, auch in Deutschland. Wie konservativ, engstirnig, prüde und borniert die Amis doch sind. Und wie intolerant. Das “Recht” der Homosexuellen auf Gleichstellung einfach mißachten. Pfui.

Doch was ist das für eine Toleranz, die von Millionen Menschen die Aufgabe ihrer Moralvorstellungen verlangt, damit eine marginale Minderheit ihre individuellen Forderungen durchsetzt? In was für einer verrückten und entgleisten Welt leben wir, in der Menschen ernsthaft als konservativ gelten, weil sie glauben dass eine Ehe etwas zwischen Mann und Frau ist?

Was Menschen privat tun, geht die Öffentlichkeit nichts an. Wer unbedingt will und es nicht lassen kann, kann schwul, lesbisch, bi oder weiß der Geier was sein. Doch die Ehe ist eine Institution und gehört nicht in die private, sondern in die öffentliche Sphäre. Die Definition von Institution lautet: “Ein Regelsystem, das eine bestimmte soziale Ordnung hervorruft”. Die Ehe ist ein zentraler Schlüsselstein einer jeden menschlichen sozialen Ordnung. Die Familie, die Gesellschaft und die gesamte soziale Ordnung basieren fundamental auf der Ehe. Wenn man jede Form des Zusammenseins gesetzlich und gesellschaftlich gleichsetzt, wenn man der Ehe nicht eine zusätzliche Legitimität zugesteht, die man anderen Partnerschaften nicht zugesteht, dann ist die Ehe wertlos. Man beraubt die Gesellschaft ihrer wichtigsten Institution und verstümmelt die soziale Ordnung einer Gesellschaft. Natürlich werden nicht alle Männer schwul und alle Frauen lesbisch, wenn man die “Homoehe” erlaubt. Doch gesellschaftliche Normen werden verschoben, grundlegende Normen, auf denen eine Gesellschaft beruht. Deswegen ist es richtig und wichtig keine “Homoehe” zuzulassen.

Trotzdem wird jeder Homosexuelle wie ein Märtyrer der Freiheit hingestellt, so als wären sie die Nachfolger Martin Luther Kings oder der Bürgerrechtsbewegung. Da läuft doch was absolut verkehrt. Was ist denn eine Demokratie wert, in der die Richtigkeitsvorstellungen der Mehrheit nichts wert sind? Wir leben in einer Zeit in der Toleranz mit Relativismus gleichgesetzt wird. Natürlich muss man allen Menschen eine respektvolle Grundhaltung entgegenbringen. Doch eine Gesellschaft, die tolerant gegenüber allem ist, verliert ihre eigene Identität und ihr Wertesystem. Der Zeitgeist ist liberal und er ist individualistisch. Er stellt das Individuum immer vor die Richtigkeitsvorstellungen der Gesellschaft. Der liberale Zeitgeist drängt alle Gesellschaften dieser Welt zum Betrug am eigenen Wertegefüge, im Namen einer Toleranz und Freiheit die in Wirklichkeit nichts weiter als hässlichster Relativismus sind. Ich weiss, alle Welt ist ganz scharf drauf, Tabus zu brechen und gegen alle bestehende Normen und Institutionen zu rebellieren. Doch man sollte auf der Welt wenigstens ein paar Dinge achten und unangetastet lassen. Es gibt vieles auf der Welt was verändert gehört, aber nicht die Ehe.

Bild: www.flickr.com, link2lando

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