Es ist Deutschland hier
Deutsch soll als Sprache im
Grundgesetz festgelegt werden
Nicht nur Westerwelle sieht das so: Nun soll Deutsch als Landessprache auch ins Grundgesetz.
Nicht erst seit dem berühmten Ausspruch von Guido Westerwelle, der einem englischen Journalisten klar gemacht hat, in welcher Sprache man gefälligst in Deutschland zu sprechen hat, wird darüber diskutiert, wie deutsch die Deutschen werden sollten. Sorgt man sich nun bei den Koalitionsverhandlungen um eine Rettung des Sprach- und Kulturerbes?
Fakt ist zumindest, dass im Grundgesetz festgelegt ist, dass die Flagge schwarz-rot-gold und die Hauptstadt Berlin ist. Aber nicht, welche Sprache in Deutschland gesprochen wird. Auch dies soll sich jetzt ändern.
Bei der letzten großen Koalition wurde das Thema noch angeschnitten, aber nicht ins Grundgesetz gebracht. Doch jetzt auf einmal ist das Thema wieder da und auf einmal eine attraktive Option. Way to go!
In anderen Ländern (vor allem in Frankreich) ist es längst Realität, dass die Amtssprache im Gesetz verankert ist. Also warum nicht auch in Deutschland?
Aber mal ehrlich: Was hilft im Grundgesetz der Satz „Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“? Wird es im Starbucks dann keinen Coffee-To-Go mehr geben? Werden integrationsunwillige Ausländer jetzt auf einmal motivierter sein, Deutsch zu lernen? Keine Ansagen in der U-Bahn mehr mit „please exit on the right hand side“?
Auch wenn viele Politiker in der kommenden Koalition so eine Regelung im Grundgesetz willkommen heißen würden, stehen zumindest die ranghöheren Alphas wie Angela Merkel und Wolfgang Schäuble der Sache noch skeptisch gegenüber.
Letzten Endes hat es auch einen einleuchtenden Grund, warum Deutsch nicht als Sprache in Deutschland festgelegt ist: All zu selbstverständliche Sachen verwässern Werte wie Rede- und Meinungsfreiheit, die im Grundgesetz stehen.