Benjamin Krischke Autor: Benjamin Krischke
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NACHRICHTENsprecher | 05.02.2010 |
Sicherheit? Wir nennen   es Krieg, Folter, Terr
Hier geht's um:
Sicherheitskonferenz Marienplatz Siko München Linkspartei und DKP Münchener Rathaus Februar Marienplatz Demo

Sicherheit? Wir nennen
es Krieg, Folter, Terror

Auftaktkundgebung gegen
Sicherheitskonferenz

Zur ersten Kundgebung gegen die "SiKo" fanden sich sämtliche Linke ein, um Einheit zu demonstrieren

In München findet am 5. und 6. Februar die Sicherheitskonferenz statt. Wichtigstes Thema wird, nicht nur aufgrund der Bombardierung zweier Tanklaster bei der etwa 100 Menschen ums Leben kamen, natürlich der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan im allgemeinen sein. Nach der umstrittenen Operation im September vergangenen Jahres schwinden einmal mehr die Stimmen, die sich für einen Einsatz am Hindukusch aussprechen. Anlässlich des Empfangs der Minister im Münchener Rathaus fand heute auf dem Marienplatz, also im Schatten des Rathauses, die erste Kundgebung gegen den Kriegseinsatz statt. Oder zumindest gegen den Einsatz mit kriegsähnlichen Verhältnissen wie Bundeswehr und Politik nur zu gerne betonen.

 
 
Für einen Moment den Stress vergessen
 
 
Auch die Linkspartei war vertreten. Fast ein Glückstreffer für die Münchener Linke, dass die Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt stattfindet. Denn in der Partei krieselt es schon seit Monaten. Streit in der Führungriege, Streit zwischen Fundamentalisten und Realos, Streit in der gesamten Partei, bundesweit. Nur in München scheint man für den Moment vereint. Denn von all dem Stress ließen sich die linken Demonstranten in München nicht verunsichern. Gemeinsam standen da Linkspartei und Ver.di, quasi ein rot-rotes Bündnis, aber auch Anhänger der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Sozialistischen Alternative (SAV) waren unter den wenigen Teilnehmern. Denn so sehr das Thema „Krieg“ auch polarisiert, so gemächlich fanden sich die Teilnehmer bei der Kundgebung ein. Und der ein oder andere Passant, der noch kurz auf Shoppingtour unterwegs war staunte nicht schlecht, als es auf dem Marienplatz nur so von Einsatzkräften der Polizei, uniformiert und in zivil, wimmelte.
 
 
Im Schatten des Münchener Rathaus
 
 
Das Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Und während die Minister im Rathaus erwartet wurden, bauten die Veranstalter eine Bühne auf, da die Musikgruppe „Ruam“ zum politischen Rock geladen hatte. Da standen dann am Fuße der Bühne Altkommunisten neben Jungprotestlern und Parteivertreter neben einfachen Pazifisten. Sowohl Ver.di als auch die Linkspartei waren mit einem Stand vertreten. So galt es fleißig Flyer zu verteilen gegen „Kriegsminister und Rüstungslobbyisten“, wie der nette ältere Herr von der Linkspartei erklärte. Ein paar Meter weiter war gerade ein Händler damit beschäftigt seinen Stand aufzubauen. Denn auch während Antikriegsprotesten gilt es ein wenig Geld zu verdienen. Mit den altbekannten Pace-Fahnen und Aufnähern mit so philosophischen Worten wie „Gorleben – noch 2 km“ oder „Kein Sex mit Nazis“. Ein Transparent auf der Bühne beschränkte sich dagegen auf den klaren Satz „Sie nennen es Sichereit – Wir nennen es Krieg, Folter, Terror“. Ein deutlicher Standpunkt des Bündnisses gegen jeglichen Einsatz der Bundeswehr.
 
 
Tagungsort der Kriegsstrategen
 
 
Auch wenn die Anzahl an Teilnehmern der Kundgebung verhältnismäßig gering ausfiel, so bleibt für Samstag. den 6. September, mehr zu erwarten. Denn dann findet eine Großdemonstration auf dem Marienplatz statt. Mit dem Titel „Zum Tagungsort der Kriegsstrategen“. Während heute wohl das größte Highlight ein Demonstrant war, der sich in ein 2,5 Meter hohes Sensenmannkostüm zwängte, so wird es morgen wohl eine wesentlich größere Veranstaltung werden. Vielleicht sogar ein wenig ruppiger, wenn man an den letzten G8-Gipfel denkt. Ob groß oder klein, ruppig oder friedlich, die Linkspartei wird am Samstag mit Sicherheit auch wieder da sein, um ein weiteres Mal fleißig ihre Flyer zu verteilen.
 
 
Bildquelle: aboutpixel.de, Daniel Werner

 

 

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