Sport

17.02.2009
monale Autor: monale
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Heißer Stangenschweiß

Heißer Stangenschweiß

Fitness an der Stange

Eine lustige Alternative zu Bauch, Beine & Po

Der Trend kursiert zwar schon länger in deutschen Fitness-Studios, aber ich habe mich erst neulich mit ein paar Freundinnen in eine Probestunde gewagt. Die Idee wurde an einem Mädels-Abend mit zu viel Wodka und zu wenig Hirn geboren. Hier der Bericht:

Die Stunde hat noch nicht begonnen und wir checken erstmal die Konkurrenz ab. Die Teilnehmerinnen des Kurses bestehen aus hübschen, jungen Mädels in American-Apparel-Spandex und schon etwas älteren Damen in praktischer Tchibo-Montur mit Namen wie Ute, Beate & Co. Mittendrin wir: Mitte zwanzig, Mitte sportlich, Mitte modisch.

Schon kommt die Trainerin hereingesprungen. Sie trägt eine Art Nutten-Outfit für Arme: schwarzer Body, gepaart mit einem roten Flatterrock aus Tüll, der ihr nur knapp über den Hintern reicht. Betont gut gelaunt greift sie nach einer der zwischen Boden und Decke gespannten, silbernen Striptease-Stangen und wickelt ihre Beine um das glänzende Metall. Wir sollen es ihr nachmachen.

Naja, wenn wir schon mal hier sind, kann man sich auch die Kugel der Peinlichkeit geben! Also, hoch mit dem Oberschenkel und ran an die Stange. Jetzt eine galante Drehung und den Kopf nach hinten legen. Gerade, als man den Bogen raus hat und sich nicht dauernd das Eisen zwischen die Beine haut, ist es Zeit für eine neue "Figur".

Wir kriechen am Boden herum und recken unseren Popo dabei weit nach oben. "Fühlt Euch wie eine sexy Wildkatze!", schnurrt die immer mehr in Ekstase geratene Trainerin. "Eure Beute ist genau vor Euch! Ihr wisst, dass ihr sie mit Eurem Sex-Appeal einfangen könnt!", schreit sie immer lauter. Wir wackeln so vor uns hin und versuchen krampfhaft, uns als geschmeidigen Leoparden und nicht als fettes Kitten, das gerade ein Haarknäuel verschluckt, wahrzunehmen. Es funktioniert nicht ganz. Währenddessen geben die Spandex-Girls alles und räkeln sich umständlich auf dem verschwitzten Boden. Die Mutti-Fraktion tut es ihnen gleich und fängt tatsächlich auch noch laut das Miauen an!

Gott sei Dank wechseln wir zur nächsten Übung - dem Gleiten! Ja, ganz recht, wir sollen an der Stange hinabgleiten! Mit dem Kopf voraus! Na, das mag ja was werden ... Doch wir nehmen all unseren Mut und kneifen die Pobacken zusammen. Hände an die Stange, Körper nach oben schlagen, Füße umfassen das obere Drittel der Stange und nun laaangsam nach unten rutschen - natürlich mit einer Ausstrahlung, die sexy as hell ist!

Es kommt, wie es kommen musste: Sämtliche Kursteilnehmerinnen klatschen wie tote Spatzen auf den Boden, gerne mit dem Kopf voraus! Als wir unten liegen und unsere puterroten Gesichter im Spiegel erkennen, bekommen wir einen Lachanfall und kriegen uns nicht mehr ein. Der gesamte Kurs kugelt sich vor Lachen auf dem Boden.

Die Trainerin ist entsetzt von unserer "fehlenden Disziplin" und zetert vor sich hin, Strippen wäre ein perfektes Work-Out für die komplette Muskulatur und den Beckenbereich. Jaja, schon gut. Wir verzichten gerne. Zum Affen kann man sich auch ganz gut gratis machen. Und wer hat schon zu Hause eine Strip-Stange zum Üben?


Fazit: Lustiges Workout, aber für den Spaß zu kostspielig (€ 36/Stunde).
 

 

Bildquelle: flickr.com, 416style

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