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Ebru Düzgün aka Ebow X im Interview

"Ich bin nicht M.I.A."

05.06.2012

Münchens spannendster Rapnachwuchs: Ebow X geht mit Punk-Attitüde und Oriental-Beats in die Offensive.

Ebru Düzgün aka Ebow X ist eine Besonderheit – nicht nur in der Münchner Rapszene, sondern in ganz Deutschland. Ihre Mischung aus originellen Texten, tanzbaren Beats, die gerne mit orientalischen Melodien verfeinert werden und Punk-Attitüde ist einmalig. Gerade arbeitet sie, die gerne als die "Münchner M.I.A. bezeichnet wird, an ihrem ersten Album. Davor hat sie noch schnell das Mixtape "Habibis Liebe und Kriege" (siehe Seite 2, Download auf ebowx.de) rausgehauen, inklusive Video - zusammengebastelt in wenigen Tagen. Höchste Zeit also mal genauer zu erforschen, was in diesem kreativen Kopf so vorgeht. Im ZEITjUNG-Interview erzählt Ebow vom Punk-Potential ihrer Familie, ihren ersten Songtexten und deutschen Klischees.

ZEITjUNG: Was war Dein Lieblingskinderbuch?

Ebow X: "Der Regenbogenfisch".

Was passiert da?

Das war so ein Fisch, der hatte total viele bunte Glitzerschuppen. Ich weiß gar nicht mehr, um was es da ging.

War der lila? Und die glitzernden Schuppen waren ein bisschen erhaben?

Ja, genau. Kennst du das? Das war so geil.

Und was war Deine Lieblingsgeschichte?

Das war eine türkische. Es gibt den Beruf, zumindest in der Geschichte ist der Vater des kleinen Jungen das, von den Elefanten die Stoßzähne zu verkaufen. Die Geschichte war auch nicht so spektakulär, aber meine Mama musste sie mir jeden Abend erzählen, die war schon voll gelangweilt.

Und hast Du dann schnell selbst angefangen, Geschichten zu erzählen?

So Fantasiegeschichten schon. In der Grundschule durfte man solche Geschichten schreiben. Aber eigentlich war Geschichten schreiben an sich nicht so mein Ding.

Wie bist Du dann zu den Songs gekommen?

In der zweiten Klasse hat meine Mama mich in so einen Englischkurs geschickt. Mit diesem Kurs zusammen habe ich durch meine Tante ziemlich viel englische Musik gehört. Am Anfang habe ich die Songtexte, die ich gehört habe, versucht aufzuschreiben. Natürlich komplett falsch. Das hätte kein anderer Mensch lesen können außer mir. In der vierten Klasse habe ich dann schon so normal Songtexte geschrieben. Aber dann eher auf Deutsch. In der fünften, sechsten, als ich dann Englisch gelernt habe, habe ich angefangen, Texte auf Englisch zu verfassen. Die waren zwar auch komplett falsch, aber das war egal.

Hast Du jemals wieder etwas davon angeschaut?

Ja, ich habe alle Texte noch. Ich verstehe aber selbst nicht mehr, was ich da sagen wollte.

Auf Seite 2 erzählt Ebow, warum Punk in der Familie liegt und wie der Klischee-Deutsche aussieht …
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