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Larry Clark in der Galerie C/O Berlin

Brutal detailgetreu

20.06.2012

In Berlin werden Werke des Fotografen und Kids-Regisseurs Larry Clark ausgestellt.



„Kids“ schlug ein wie eine Bombe! Als der Film 1995 in die Kinos kam war er eine Offenbarung, ein Realitätsschock, ein Schlag in die Magengrube. Noch nie waren pubertierende Großstadt-Kids unserer Generation so brutal detailgetreu, so schonungslos offen und nackt gezeigt worden. Die tragischen Geschichten von Casper und Telly, Jenny und Ruby im New York der 90er trafen einen Nerv. Sex, AIDS, Skateboarding, Rap-Musik, Drogen, Partyexzesse, Gewalt, Freiheit und Sinnlosigkeit vermischten sich zu einem atemberaubenden Trip – inspirierend und doch gleichzeitig verstörend und beängstigend. Wir hatten unseren Kultfilm! Wir hatten unseren Kult-Regisseur: Larry Clark.




Dabei wussten die wenigsten von uns, dass Larry Clark schon vor „Kids“ mit unzensierten Nahaufnahmen jugendlicher Subkulturen zu einem der wichtigsten Fotografen der USA avanciert war. Seit Anfang der 60er-Jahre dokumentierte er das Leben seiner Freunde in Oklahoma. Die daraus entstandenen Fotografien veröffentlichte er 1971 unter dem Titel „Tulsa“. In seiner nächsten Serie „Teenage Lust“ von 1983 thematisierte er erneut Sex, Drogen und Gewalt unter Teenagern. Bis zu seinen späteren Filmen „Ken Park“ oder „Wussup Rockers“ blieb Clark diesem Themenkomplex und einem Ideal verbunden: Der möglichst realistischen, unverfälschten Darstellung auch der schmerzhaftesten Situationen im Leben junger Menschen.



Alles zeigen!


„Als ich mit der Fotografie angefangen habe, fragte ich mich: Warum können wir nicht alles zeigen?“ Erzählte Larry Clark dem Magazin „Schnitt“. „Genau das versuchte ich als Dokumentarfotograph und Geschichtenerzähler. Geschichten wie Ken Park wollte ich erzählen, Geschichten, die immer wahr sind, aber schier unmöglich, sie zu dokumentieren.“ Dabei zeigen Clarks Werke die „verkorksten“, rebellierenden Jugendlichen nie als Unmenschen und Versager, nie als Zoo-Tiere sondern immer auch als Produkt eines Umfelds, das keine Normalität zulässt. 



Die Galerie C/O Berlin präsentiert jetzt erstmals in Deutschland ca. 200 Arbeiten von Larry Clark. Neben den Serien „Teenage Lust“ und „Los Angeles“ sowie Videos liegt der Fokus der monografischen Ausstellung auf Collagen, in denen der Künstler Fundstücke kombiniert. Ähnlich einem Film oder einer Fotoserie entstehen diese in der Ergänzung durch Zeitungsausrisse, Briefe, Plakate und weitere Objekte. Klickt euch oben durch die Bildergalerie mit einigen der erotisch-ästhetischen Exponate.



Die Ausstellung in der Galerie C/O Berlin, Oranienburger Straße 35/36, läuft noch bis zum  12. August 2012 und ist täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.