Die Ausstellung von Alfredo Jaar in der NGBK Berlin
Hell on Earth
26.06.2012
Installationskünstler und Fotograf Alfredo Jaar zeigt seine Werke in Berlin.
"It is difficult." So benennt Alfredo Jaar alle seine Vorträge. Und das, was Jaar zeigt, worauf er aufmerksam machen will, ist in der Tat sehr schwierig. Das Hauptmotiv seiner Arbeiten ist der Genozid in Ruanda: 1994 starben über eine Million Menschen bei dem Völkermord in Ostafrika. Die Hutu-Mehrheit tötete die Tutsi-Minderheit während der Rest der Welt die Massaker ignorierte. Eines der Werke Jaars zeigt die Cover der Newsweek und untertitelt diese mit den steigenden Totenzahlen und Nachrichten aus Ruanda, denn das Magazin verzichtet konsequent auf Berichterstattung aus Afrika bis es so spät ist, dass nur noch der Titel "Hell on Earth" bleibt.
Kritik ohne Kitsch
Eine der intensivsten Darstellungen des Genozids ist "The Eyes of Gutete Emerita". Eine Million Dias liegen aufgetürmt auf einem beleuchteten Podest und der Betrachter muss sich bis auf wenige Zentimeter den Bildern nähern, um zu erkennen, dass sie alle die Augen von Gutete Emerita, einer Frau, die ihre Familie verloren hat, zeigen. Jaar schafft es, politisch-kritisch zu sein, ohne plakativ oder anmaßend zu wirken.
Neben der großen Ausstellung im NGBK Berlin ist im Haus der Kunst außer der Newsweek-Arbeit ein weiteres Werk ausgestellt: Fotografien aus Ruanda liegen in schwarzen, grabsteinähnlichen Archivboxen. Man kann die Bilder nicht heraus nehmen, niemand kann sie sehen. Lediglich eine nüchterne Beschreibung auf der Schachtel verrät, was auf den Fotos zu sehen ist.
Jaars einmalige Art, ohne viele Zeichen und Worte auf die extremsten Ereignisse hinzuweisen, lässt dem Beobachter fast unheimlich viel Raum für eigene Erfahrung und Interpretation. Das Spiel mit der Unsichtbarkeit ist durch ihre minimalistische, nicht-anklagende Form viel provokanter und bewegender als offene Fingerzeige.
Ausstellung The Way It Is. Eine Ästhetik des Widerstands zu sehen in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (NGBK) in Berlin bis zum 19. August.
Bildquelle: Alfredo Jaar, NGBK
Kritik ohne Kitsch
Eine der intensivsten Darstellungen des Genozids ist "The Eyes of Gutete Emerita". Eine Million Dias liegen aufgetürmt auf einem beleuchteten Podest und der Betrachter muss sich bis auf wenige Zentimeter den Bildern nähern, um zu erkennen, dass sie alle die Augen von Gutete Emerita, einer Frau, die ihre Familie verloren hat, zeigen. Jaar schafft es, politisch-kritisch zu sein, ohne plakativ oder anmaßend zu wirken.
Neben der großen Ausstellung im NGBK Berlin ist im Haus der Kunst außer der Newsweek-Arbeit ein weiteres Werk ausgestellt: Fotografien aus Ruanda liegen in schwarzen, grabsteinähnlichen Archivboxen. Man kann die Bilder nicht heraus nehmen, niemand kann sie sehen. Lediglich eine nüchterne Beschreibung auf der Schachtel verrät, was auf den Fotos zu sehen ist.
Jaars einmalige Art, ohne viele Zeichen und Worte auf die extremsten Ereignisse hinzuweisen, lässt dem Beobachter fast unheimlich viel Raum für eigene Erfahrung und Interpretation. Das Spiel mit der Unsichtbarkeit ist durch ihre minimalistische, nicht-anklagende Form viel provokanter und bewegender als offene Fingerzeige.
Ausstellung The Way It Is. Eine Ästhetik des Widerstands zu sehen in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (NGBK) in Berlin bis zum 19. August.
Bildquelle: Alfredo Jaar, NGBK


















