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Vincent van Gogh: Eine neue App bringt Erkenntnisse über eine mutmaßliche Rotgrünschwäche des Malers

Van Gogh farbenblind?

31.08.2012

Rotgrünblindheit: Eine App soll es beweisen – mit Bildbeispielen.

Haben wir uns nicht alle schon mal gefragt, ob unser Blau auch das Blau der Anderen ist? Das ist eine der Fragen, auf die wir wohl nie eine Antwort finden werden. Wir gehen natürlich davon aus, aber wissen werden wir es nie. Man stelle sich zum Beispiel den Besuch eines Museums vor. Wir betrachten mit unserer Begleitung ein Selbstportrait van Goghs und philosophieren über den leuchtend blauen Hintergrund, die toll herausgearbeiteten Wangenknochen und den rötlich schimmernden Bart. Die Begleitung schaut uns verdutzt an und sagt etwas wie: „Ne, sehe ich jetzt irgendwie nicht … Auf mich wirkt der Typ eher etwas finster.“ Man geht weiter, denkt sich seinen Teil und erzählt seinen Freunden am Abend: „Wahnsinn, ich war heute mit XY in der Van-Gogh-Ausstellung. Ich glaube der ist blind oder so. Der hat ja gar keine Ahnung.“

Blind trifft es nicht ganz – farbenblind schon eher. Der Japaner Kazunori Asada hat jetzt eine App entwickelt, mit der er belegen will, dass Vincent van Gogh zu sechzig Prozent rotgrünblind war. Auf die Idee kam er im „Color Vision Experience Room“ der Hokkaido Color Universal Design Organization (HCUDO). Das Projekt sollte Normalsehenden vermitteln, wie Menschen mit einer Farbschwäche ihre Umwelt wahrnehmen. Asada sagt: „There were prints of Vincent van Gogh’s paintings in the room. Under the filtered light, I found that these paintings looked different from the van Gogh which I had always seen.“ Er sah weniger vermischte Farbpunkte, klarere Linien, organischer wirkende Farbmischungen.

Wie sieht das aus und wie funktioniert das?

Die Beispielbilder (oben in der Galerie) von Asada sind verblüffend. Sie wirken farblich weniger überladen. Der Hintergrund des eingangs angesprochenen Selbstprotraits ist matter und hebt den Portraitierten dadurch deutlicher hervor. Das Gesicht van Goghs ist weniger grünstichig und dadurch markanter, der Bart eher rostbraun als feuerrot. Asada zitiert einen seiner (farbenblinden) Freunde, mit dem er über das Projekt sprach, wie folgt: „Isn’t it wonderful? We color deficient people have understood Gogh’s true wonderfulness and we have said that he is the genius of geniuses. But color normal people do not understand it well, seemingly. Gogh was surely color vision deficiency. Therefore, color deficient people can better understand his pictures.“

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