Zeitjung Online Zeitung

Interview mit Fenster

"Ah, verstehe, Fenster!"

03.12.2012

Die Band Fenster über dunkle Seiten der Popmusik und warum sie nicht The Fuzzy Clouds heißen. Ein Interview.

Fenster: Das ist diese leicht verschmutzte Glasscheibe, durch die ihr heute Morgen den Dezember-Schnee beobachtet habt. Fenster ist aber auch: Diese Band um die Amerikanerin JJ Weihl, den Deutschen Jonathan Jarzyna, den Franzosen Rémi Letournelle und den Griechen Tad Klimp, deren Popmusik so glasklar mehr ist, als Popmusik. Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Bones“ im März, touren Fenster durch Europa und Amerika. Im Rahmen des on3 Festivals kamen sie nach München und unterhielten sich mit uns.

ZEITjUNG.de: Freut ihr euch über den Schnee draußen?

JJ: Und wie! Ich liebe Schnee.

Jonathan: Ich auch. Aber es ist nicht der erste, den wir dieses Jahr sehen. Wir waren in New York, als der große Schneesturm war.

Oh! War das unheimlich?

Jonathan: Es war nicht so schlimm, man musste nur aufpassen, dass einem nichts auf den Kopf flog. Da war echt alles Mögliche in der Luft.

New York, Frankreich, Italien, Deutschland: Es ist sicher aufregend mit dem ersten Album auf Tour zu sein.

JJ: Es ist surreal. Dieses Album ist etwas, an dem wir alle auf eine sehr private Art und Weise gearbeitet haben. Wir waren im Studio und es war alles in unseren Köpfen - wir hatten ja davor noch nie live zusammen gespielt! Es ist wirklich wie ein Traum, wenn uns jetzt auf einmal immer mehr Menschen zuhören, zuschauen. Auf Tour zu gehen ist eine sehr intensive Erfahrung und anders als alle gewöhnlichen Arten zu Reisen. Es ist manchmal etwas schade, dass man die Chance hat, so viele Orte zu sehen, aber von jedem dieser Orte nur diesen kurzen Eindruck mitnimmt. Ich finde, auf Tour hat man die höchsten Hochphasen und die tiefsten Tiefphasen. Dieser ganze Prozess, als Band besser zu werden, ist natürlich unglaublich befriedigend - aber teilweise auch echt hart.

Ich habe gehört ihr habt einen Namen für euren Tourbus?

Jonathan: Er heißt „Little Boo“.

Tad: Aber davor hatten wir einen anderen, der hieß „Κοκαλάκι“. Das ist griechisch für „kleiner Knochen“.

Jonathan: Ja, manchmal sagt JJ einfach so komische Sachen. Irgendwann, als wir gerade unterwegs waren, sagte sie plötzlich „Κοκαλάκι“. Das fanden wir alle gut. Also haben wir unser Auto so genannt.

JJ: Außerdem gab es da noch „Bob“.

Jonathan: Stimmt! „Bob“ war ein Desaster. Den haben wir uns gebraucht irgendwo andrehen lassen. Ehrlich gesagt, haben wir uns schon so einiges gebraucht irgendwo andrehen lassen. Ich hasse es einfach, Autos zu kaufen. Ehrlich, dieses ganze Geschäft ist echt übel.

JJ: Aber „Little Boo“ ist der Wahnsinn. Ein sehr loyales Auto!

Jonathan: Eigentlich ist es verrückt, dass „Little Boo“ so einen niedlichen Namen hat. Das ist nämlich der mit Abstand größte und schickste Wagen, den wir bisher hatten.

Dann hat „Little Boo“ sicher eine Bar.

JJ: Nein. Bloß einen Whirpool. Und mehrere Wohnzimmer.

(Alle lachen)

Tad: Ansonsten sind wir sehr bescheiden.

Jonathan: Sehr bescheiden!

Lest auf Seite 2, warum Fenster mit zufallenden Türen Musik machen…
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