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Eye Fuck – was man mit Blicken alles anstellen kann

Wenn Augen ausziehen

23.07.2012

Über die Kunst der Erotik heißer Blicke.

"Ja, und dann standen wir an der Bar und ich glaube, wir hatten einen Eye Fuck, aber dann ist er plötzlich gegangen und ich hab ihn nicht mehr im Club wiedergefunden." Die Flirt Story meiner Freundin ging zwar weiter, aber ich konnte nicht mehr ganz folgen. Eye Fuck. Sicher nicht iFuck? Ne, es handelt sich hier ganz klar um einen extrem flirtigen Blick mit (a) sexuellen Absichten und/oder (b) optisch bereits so heißer Interaktion, dass es fast als Akt an sich durchgehen könnte. Der Blick schweift durch den Raum, meistens eine Bar oder ein Café (seltener, aber durchaus vorstellbar: U-Bahn, Hörsaal, Tengelmann) und da entdeckt man ihn. Den starrenden, heißen Blick.



Will ich dich auch?

Nun müsste man zwischen zwei Arten des Augenfucks unterscheiden. Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Man oder frau starrt so intensiv wie er oder sie es nur kann auf ein auserwähltes Gegenüber, das unweigerlich den geilen Blick auf sich spürt und auf unterschiedliche Art und Weise reagieren kann. Die erste Variante ist die optimistisch-utopische. Man/frau erwidert den lüsternen Blick und beide Personen verfallen in einen tantraartigen Zustand, in dem beide ausschließlich wilden Sex mit dem jeweils anderen visualisieren. Der Puls schlägt höher, die Wangen werden rot und eigentlich ist die Sache schon geritzt. Im besten Fall traut sich einer der beiden rüber.

Version Nummer zwei ist hingegen weniger erfreulich. Bestarrte Person fühlt ebenfalls den geilen Blick auf seinem Körper, findet das zugehörige Augenpaar aber leider in einem eher unangenehmen Gesicht. Oft gepaart mit einem Grinsen mit nur einem Mundwinkel. Diese eher unattraktive, oder zumindest für das Objekt der Begierde uninteressante, Person möchte den optischen Akt aber wirklich gerne vollziehen und unterbricht die visuelle Masturbation auch nach genervtem Abwenden seines Gegenübers nicht.

The Art of Eye Fucking

Wie jede Liebeskunst will auch der optische Sex gelernt sein. Einfach starren ist eher gruselig, mit der Zunge mehrmals und inbrünstig die Lippen befeuchten vermutlich too much. Von einem schüchternen Blick bis zum "Nimm mich hier und jetzt" ist alles erlaubt. Vorausgesetzt es wird auch nur annähernd erwidert. Angestrengt versuchen, sexy und verführerisch zu sein hat noch nie so richtig geklappt. Also, glotzt bitte elegant in die Runde und perfektioniert eure Verführungskünste.





Bildquelle: Morning theft (flickr.com), cc by sa 2.0