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Nicht selten nach dem Ende einer Beziehung

Rache im Bett

14.11.2012

Der Körper als Waffe zwischen Genugtuung und Verzweiflung.

Betrogen, belogen, verlassen, ersetzt. Gelähmt vor Schmerz und Wut hat man oft nur eines im Sinn: Zum Gegenschlag ausholen. Der Stolz mit Füßen getreten, das Ego am Boden und die Erkenntnis, dass es dem anderen, im Gegensatz zu einem Selbst, anscheinend viel besser mit der Trennung ergeht, schürt den Wunsch nach Rache, wie du mir, so ich dir. Aber wie verletzten, wenn doch alles gesagt ist, oder einem jede Chance noch etwas zu sagen genommen wurde? 

Helfen keine Worte, müssen Taten sprechen und da physische Gewalt anwenden außer Frage steht, greift man zur emotionalen, in Form von Rachesex, also dem gezielten Sex mit jemand anderem, um dem Verflossenen wehzutun. Und wer eignet sich für den Vollzug besser, als dessen Mitbewohner, Arbeitskollegen, Freunde oder Bekannte. Frühere Gedanken wie: „Wenn mein Freund nicht wäre..“ platzen wie eine Luftblase und auf einmal ist alles möglich. Eines Tages läuft einem einer dieser Freunde dann in der Disco über den Weg. Eine gewisse Grundvertrautheit besteht schon, schließlich kennt man sich. Man kommt ins Gespräch, weint sich gegebenenfalls bei seinem Gegenüber aus, schwelgt in Erinnerungen, trinkt ein paar Jägermeister zusammen und es kommt, wie es kommen muss: Man landet in der Kiste. Aber wieso musste es so kommen? Für mich gibt es drei plausible Gründe, wieso einfach jeder sich früher oder später in solch einer Situation wiederfindet. 

Genugtuung durch Rachesex

Ein Ziel des Rachesexes ist es, Genugtuung zu erlangen und als eine Art Gewinner aus der Geschichte herauszugehen, denn wer ist schon gerne Opfer. Also dreht man den Spieß um, wird zum Täter. Indem man mit einem Freund des Ex-Partners schläft, erniedrigt man diesen, zeigt ihm seine Grenzen auf, mit dem Ziel sich danach besser zu fühlen, dem Anderen soll es schlechter gehen. Man sagt sich, dass man diesen Menschen nicht nötig hat, dass man ihn nicht braucht, dass man, wenn man ihn denn verletzen will, auch verletzen kann.

Sitzt der Ärger tief, setzt man alles daran, dass die Person von dem Sex erfährt. Entweder man gesteht es hämisch grinsend gerade frei raus, oder man sorgt dafür, dass er es erfährt, beispielsweise indem eine Freundin es aus Versehen in der Disco ausplaudert.

Lest auf Seite 2 warum Rachesex auch mit Verzweiflung zu tun hat...
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