Neue Facebook-Werbung: personalisierte Posts nach Likes
Du magst Gleitgel
16.07.2012
Facebook testet eine neue Art von Werbe-Posts – und postet scheinbar unter dem Namen ahnungsloser Nutzer.
Stell dir vor, du likest einen Drogeriemarkt! Und stell dir vor, dieser Drogeriemarkt bezahlt Facebook Geld dafür, dass bei einem Like auch ein bestimmter Post angezeigt wird. Zum Beispiel die Sonderaktion für Gleitgel. Da ist großer Spaß vorprogrammiert, vor allem, wenn du am nächsten Tag in die Arbeit kommst und deine Kollegen den Post natürlich als erste gesehen haben.
Like – und der Post, der folgt sogleich
Like – und der Post, der folgt sogleich
Genau das ist nämlich die neueste Marketingstrategie, die Facebook Unternehmen anbietet. Das soziale Netzwerk lässt die Unternehmen quasi im Namen ihrer Fans posten und setzt diese Posts ganz oben in den News Feed ihrer Freunde. Das Ganze geschieht wohlgemerkt ohne Zutun des Postenden. Der oder die hat einfach nur geliket.
Natürlich stimmt man nicht mit allen Meinungen seiner Likes überein. Und gerade wenn dann politische Aussagen mit deinem Namen verknüpft werden, mit denen du nicht unbedingt übereinstimmst, nur weil du eine bestimmte Vereinigung likest, um mitzukriegen, was die so macht, wird es kritisch. Könnte man zumindest glauben.
Natürlich stimmt man nicht mit allen Meinungen seiner Likes überein. Und gerade wenn dann politische Aussagen mit deinem Namen verknüpft werden, mit denen du nicht unbedingt übereinstimmst, nur weil du eine bestimmte Vereinigung likest, um mitzukriegen, was die so macht, wird es kritisch. Könnte man zumindest glauben.
Test in den USA – einzelne Fälle in Deutschland?
Facebook sieht das nämlich überhaupt nicht so. Von "ZDNet" darauf angesprochen, was das solle, lobte ein Sprecher dieses neue Feature, das ungemein hilfreich dabei sei, neue Pages und andere interessante Informationen zu entdecken. Außerdem geschehe das in Übereinstimmung mit dem vom User vorgenommenen Einstellungen.
Blöd nur, dass man die Posts nicht verbergen kann, ohne alle Posts des betreffenden Freundes zu verbergen oder sich gleich zu entfreunden. Und blöd auch, dass der betreffende Freund zunächst einmal nicht bemerken wird, wenn in seinem Namen gepostet wird. Das Feature scheint gerade großflächiger in den USA getestet zu werden – die gute alte Facebook-Art, einfach mal so ausprobieren und sehen, was passiert – und aus Deutschland werden nur vereinzelt Fälle berichtet.
Was kann man dagegen tun?
Was ist also zu tun? Auf jeden Fall sollte man seine Freunde darauf aufmerksam machen, wenn man vermutet, dass ein Post nicht von ihnen kam. Dann kann man noch in den "Privatsphäre-Einstellungen" unter dem Punkt "Facebook-Werbeanzeigen" alles deaktivieren, was möglich ist. Denn diese Einstellungen müssten auch für solche personalisierten und nicht gekennzeichneten – weil von Facebook als Feature verkaufte – Werbeanzeigen gelten. Zusätzlich ist es natürlich immer gut, wenn man ein wenig Acht gibt, was man so liket. Dann muss man auch keine Angst vor schmierigen Posts haben.
Bildquelle: Enrique Dans unter CC-BY-2.0












