#muslimrage: Twitter-User verhöhnen "Newsweek"
Humor statt Wut
20.09.2012
Anti-Islam-Schmähfilm: Wie das Netz die Debatte bereichert.
Klickt euch durch die Galerie mit den besten Tweets zu #muslimrage...
Sie sind sauer und zwar richtig. Seit Tagen sind die Nachrichten voll von wütenden Muslimen. Auch auf Twitter machen sich erboste Muslime unter dem Hashtag #muslimrage Luft: Omar hat erfahren, dass Wrestler gar nicht richtig kämpfen. Soraiya musste heute Nicki Minaj hören. Omar hat keine Knoblauchsauce mehr. Fatima konnte wegen Ramadan nicht in "The Dark Knight Rises". Kein Grund sich wirklich aufzuregen? Das sehen Teile der Internetgemeinde anders.
Reißerische Berichterstattung
Anlass ist die aktuelle Ausgabe des amerikanischen Magazins Newsweek. Titelthema sind die Aufstände gegen das antiislamische Schmähvideo. Auf dem Cover abgebildet ist eine Gruppe aufgebrachter arabischer Männer mit langen Bärten und Turban, dazu die Zeilen „Muslim Rage. How I survived it. How we can end it.“ Die gesamte Aufmachung ist klischeelastig und voller Effekthascherei. Welche Reaktion haben die Macher des Magazins wohl erwartet, als sie am Montag dazu ermunterten, unter #muslimrage über ihr Titelthema zu diskutieren? Vielleicht Amerikanische Angst vor dem wütenden muslimischen Mob? Naja, zumindest nicht das, was tatsächlich ankam: Ironie und Sarkasmus. Hohn und Spott. Die Tweets, die unter dem Hashtag verbreitet wurden, verhöhnten den Titel des Magazin humorvoll und ohne dabei reißerisch zu sein.
Hummus alle? Muslimrage!
Es geht um alltägliches muslimisches und nichtmuslimisches Leben. Sashaa hat herausgefunden, dass ihre Lieblingsprodukte Gelatine enthalten. Imad fragt sich, warum er im Pub keine Schokomilch bekommt. Saads Sternzeichen ist Schwein. Nader hat Löcher in den Socken. Der Hummus ist alle? Muslimrage! Dekoffeinierten Kaffee statt normalen bekommen? Menna rastet aus. Auch abseits von Twitter breitet sich der Hashtag aus. Die Redaktion des satirischen Blogs Gawker aus New York stellten Bilder der "neuen muslimischen Wut" online.
"I choose humor"
Auch wenn es auf den ersten Blick lediglich nach einem von vielen Internetscherzen aussieht, geht es doch in diesem Fall um mehr. Menschen, die einer tendenziöse Berichterstattung und einem stereotypbelasteten Bild der Muslime in der westlichen Medienwelt etwas entgegensetzen möchten, melden sich zu Wort. Dazu gehört auch M.Bazeed. Er gründete den Blog „Rage Against the Narrative“ und sammelt Fotos und Kommentare von erzürnten Muslimen. Menschen, die sich wie er darüber aufregen, dass immer wieder das gleiche Bild des Islam gezeichnet wird – wie auf dem Cover der Newsweek. „There are people who are – probably at this very moment – writing very thoughtful, intelligent, cogent pieces about this phenomenon. I choose humor“, schreibt M.Bazeed. Lasst uns doch alle mal wieder ein bisschen lustiger sein.
Klickt euch oben durch die besten Tweets zu #muslimrage...
Bildquelle:Denis Bocquet unter cc by 2.0
Sie sind sauer und zwar richtig. Seit Tagen sind die Nachrichten voll von wütenden Muslimen. Auch auf Twitter machen sich erboste Muslime unter dem Hashtag #muslimrage Luft: Omar hat erfahren, dass Wrestler gar nicht richtig kämpfen. Soraiya musste heute Nicki Minaj hören. Omar hat keine Knoblauchsauce mehr. Fatima konnte wegen Ramadan nicht in "The Dark Knight Rises". Kein Grund sich wirklich aufzuregen? Das sehen Teile der Internetgemeinde anders.
Reißerische Berichterstattung
Anlass ist die aktuelle Ausgabe des amerikanischen Magazins Newsweek. Titelthema sind die Aufstände gegen das antiislamische Schmähvideo. Auf dem Cover abgebildet ist eine Gruppe aufgebrachter arabischer Männer mit langen Bärten und Turban, dazu die Zeilen „Muslim Rage. How I survived it. How we can end it.“ Die gesamte Aufmachung ist klischeelastig und voller Effekthascherei. Welche Reaktion haben die Macher des Magazins wohl erwartet, als sie am Montag dazu ermunterten, unter #muslimrage über ihr Titelthema zu diskutieren? Vielleicht Amerikanische Angst vor dem wütenden muslimischen Mob? Naja, zumindest nicht das, was tatsächlich ankam: Ironie und Sarkasmus. Hohn und Spott. Die Tweets, die unter dem Hashtag verbreitet wurden, verhöhnten den Titel des Magazin humorvoll und ohne dabei reißerisch zu sein.
Hummus alle? Muslimrage!
Es geht um alltägliches muslimisches und nichtmuslimisches Leben. Sashaa hat herausgefunden, dass ihre Lieblingsprodukte Gelatine enthalten. Imad fragt sich, warum er im Pub keine Schokomilch bekommt. Saads Sternzeichen ist Schwein. Nader hat Löcher in den Socken. Der Hummus ist alle? Muslimrage! Dekoffeinierten Kaffee statt normalen bekommen? Menna rastet aus. Auch abseits von Twitter breitet sich der Hashtag aus. Die Redaktion des satirischen Blogs Gawker aus New York stellten Bilder der "neuen muslimischen Wut" online.
"I choose humor"
Auch wenn es auf den ersten Blick lediglich nach einem von vielen Internetscherzen aussieht, geht es doch in diesem Fall um mehr. Menschen, die einer tendenziöse Berichterstattung und einem stereotypbelasteten Bild der Muslime in der westlichen Medienwelt etwas entgegensetzen möchten, melden sich zu Wort. Dazu gehört auch M.Bazeed. Er gründete den Blog „Rage Against the Narrative“ und sammelt Fotos und Kommentare von erzürnten Muslimen. Menschen, die sich wie er darüber aufregen, dass immer wieder das gleiche Bild des Islam gezeichnet wird – wie auf dem Cover der Newsweek. „There are people who are – probably at this very moment – writing very thoughtful, intelligent, cogent pieces about this phenomenon. I choose humor“, schreibt M.Bazeed. Lasst uns doch alle mal wieder ein bisschen lustiger sein.
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Bildquelle:Denis Bocquet unter cc by 2.0



























