Die NFC-Technik ermöglicht die Bezahlung mittels Smartphone
Die smarte Geldbörse
25.09.2012
Die Technik zum bargeldlosen Bezahlen mit dem Smartphone gibt es schon lange, genutzt wird der Dienst bisher jedoch wenig.
Eigentlich kennt sie jeder, der schon einmal in einem Skigebiet unterwegs war, der in einem modern ausgestatteten Unternehmen arbeitet, oder der eine Tankkarte besitzt. Die Technik nämlich, mit der auch das Bezahlen per Smartphone in ein paar Jahren zur Selbstverständlichkeit werden wird.
Die Radio Frequency Identification ermöglich es nur durch das Dranhalten seines Skipasses, die Schranke zu öffnen. Oder eben bei der Arbeit morgens ein- und abends wieder auszustempeln.
Die Radio Frequency Identification ermöglich es nur durch das Dranhalten seines Skipasses, die Schranke zu öffnen. Oder eben bei der Arbeit morgens ein- und abends wieder auszustempeln.
Die Nachfolgetechnik, die Near Field Communication (NFC) unterscheidet sich nicht wesentlich von ihrem Vorgänger – man muss lediglich viel näher an die gewünschte Schnittstelle. Denn die Technik funktioniert nur bis zu einer Entfernung von 4 Zentimetern. Aber was hat das mit einem Smartphone zu tun?
Das Smartphone als digitaler Geldspeicher
Das Smartphone wird nicht umsonst als moderner Alleskönner bezeichnet. Bald könnte es sich auch noch zur smarten Geldbörse entwickeln. Denn die Near Field Communication ermöglicht es, bargeldlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Komponente im Handy eingebaut ist. Und das ist bisher nur bei wenigen Neuerscheinungen der Fall. Zuletzt gab es Gerüchte, dass das neue iPhone 5 die Technik enthalten sollte – bei der Präsentation wurde man dann allerdings enttäuscht. Da ist Apples erbitterter Konkurrenz Samsung schon einen Schritt weiter. Im neuen Samsung Galaxy S 3 ist die Technik enthalten. Und sie bietet enorme Vorteile.
Kein voller Geldbeutel, schnelleres Bezahlen
Zuerst einmal müsste keiner mehr eine dicke Geldbörse mitschleppen, aus der das Wechselgeld, die Giro- und Kreditkarten sowie diverse Kundenkarten von Starbucks, Edeka und Görtz herausquellen. NFC ermöglicht es, alle diese Dinge kontaktlos über das Smartphone zu erledigen, denn Rabbattcoupons können auch direkt über das Smartphone bezogen werden.
Ein weiterer Vorteil ist die Schnelligkeit der Bezahlung. Bei manchen Händlern, die das Bezahlen mittels NFC bereits anbieten, kann man kleine Beträge – meist bis zu 20€ - bereits ohne PIN-Eingabe bezahlen. Man streicht einfach mit seinem Smartphone oder seiner Kreditkarte mit NFC über einen Sensor – und das war’s. So müssten die Leute in der Supermarktschlange nicht mehr genervt aufschauen, wenn man seine Packung Kaugummi mit Karte zahlt.
Lest auf Seite 2, warum die Technik noch nicht angekommen ist...
Bargeld ist uns am Liebsten
Eines der Probleme, warum wir nicht schon längst alle mit dem Smartphone bezahlen, ist wie gesagt die geringe Verbreitung dieser Technik.
Das wohl größte Hindernis für die Bargeld-Revolution ist aber die Ordentlichkeit der Deutschen. Denn nach wie vor zahlen wir am liebsten alles bar – oder per Girocard. Selbst die Kreditkarte wird im Vergleich zur Girocard nicht viel genutzt. Die meisten Leute möchten den Überblick über ihre Ausgaben behalten. Und das Bezahlen von Kleinstbeträgen mal hier und mal da mittels Karte ist tatsächlich etwas unübersichtlich.
Wenig verbreitet und nicht risikofrei
Außerdem ist die Technik keinesfalls vor Eingriffen Dritter geschützt. Auch wenn man dazu sehr nah an sein Opfer herankommen muss (die Reichweite von NFC beträgt wie gesagt 4 Zentimeter), ist gerade beim Bezahlvorgang ein großes Risiko zur Datenauslesung vorhanden. Im morgendlichen U-Bahn-Gedränge oder bei der Schlange im H&M könnte man also schnell um sein Geld erleichtert werden. Und auch wenn man gut auf sein Smartphone achtet, besteht immer die Gefahr es zu verlieren. Und wenn man NFC auf seinem Handy hat, dann ist das Geld auch gleich mit futsch. Bisher ist der Geldrahmen beim Bezahlen mit NFC wie bei einem Prepaid-Handy auf eine bestimmte Summe begrenz. Der Verlust wäre also erträglich. Aber ein ungutes Gefühl bleibt.
Vor allem bei Kreditkarten mit NFC-Technologie. Denn die Nummern dieser Kreditkarten können bei sehr nahem Kontakt ausgelesen werden. Und dann könnten sich die Datendiebe zum Beispiel auf eine Shopping-Tour im Internet begeben.
Zukunft NFC
Auch wenn die Sicherheit der Technik noch nicht ganz ausgereift ist und auch noch wenige Smartphones über NFC verfügen, ist die Modernität der Technologie nicht zu übersehen. Denn es werden immer mehr Smartphones gekauft und die Kartenzahlungen steigen von Jahr zu Jahr. Es wird zwar noch ein paar Jahre dauern, aber dann brauchen wir selbst zum Bezahlen im Supermarkt unser Smartphone nicht mehr aus der Hand zu legen.
Bilquelle: vernieman unter CC by 2.0












