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Mit superlevel.de hat Fabu einen der bekanntesten Gaming-Blogs Deutschlands gegründet - wieso erklärt er uns heute.

Erklär doch mal das Internet, Fabu!

15.10.2012
Erklär doch mal das Internet

Zwischen Retrocharme und Kritik am Journalismus: Der Gründer von superlevel.de erklärt das Internet.

„Superlevel – Indiegames, Browsergames, Freewaregames, Retrokultur & Rock'n'Roll“, so wird jeder Besucher auf einem der bekanntesten deutschen Spieleblogs begrüßt. Superlevel ist jung, frisch und schafft es irgendwie sich von allen anderen abzuheben.

Das liegt vor allem an einem: Fabu.

„Voll krass! Bei Facebook werden Brüste und Genitalien auf Fotos jetzt automatisch beim Upload mit Balken versehen. Unbedingt mal testen!!!!“ - @herrfabu

Fabu hat Superlevel gegründet und steuert seitdem sein Schiff aus Nerdtum, Gaming Know How und abgefahrenen Spielen durch die Untiefen des Internets abseits von Spiegel Online und GMX. Für uns hat er kurz zwischengespeichert und erklärt, dass er durchaus mehr macht, als nur die Nächte durchzuspielen. 

ZEITjUNG: Wieso beschließt man irgendwann, einen Gaming-Blog zu starten und macht nicht was, womit sogar die Großeltern was anfangen können, wie zum Beispiel Pilot werden?

Fabu: 2007 suchte Electronic Arts einen Blogger für ein Projekt, bei dem rein zufällig auch meine damalige Freundin als Autorin arbeitete. Über diese Beziehung gelang ich dann an den Job. Das machte ich ein Jahr lang, bis das Blog schließlich eingestellt wurde. Da ich aber Gefallen am Schreiben über Spiele und Spielkram fand und nicht darauf verzichten wollte, entstand in einer Nacht und Nebel-Aktion Superlevel.

Das hast du doch erfunden. Frauen, die Spieleblogs toll finden? Oder kannst du dir die Damen gar nicht mehr vom Hals halten, seitdem du mit Superlevel erfolgreich bist?

Ich habe Interviews schon für weniger dämliche Fragen abgebrochen.

Auf so eine Antwort hätte ich mich eigentlich schon einstellen können. Du hast ja erst am 12.10. darüber geschrieben, wie tragisch schlecht du die Qualität des deutschen Spielejournalismus findest. Sollten sich die Macher der großen Deutschen Spielemagazine ein Beispiel an Superlevel nehmen?

Es ist natürlich nicht alles schlecht, aber ich wünschte, Magazine wären etwas mutiger und kreativer im Umgang mit der Thematik. Ich möchte beim Lesen eines Textes in eine Stimmung versetzt werden, die Inhalte und Atmosphäre des Spiels widerspiegeln. Das emotionslose Zusammenfassen von Daten und Fakten, angereichert mit einer Handvoll Floskeln, empfinde ich persönlich als Zeitverschwendung.

Geistreichere Ansätze haben jedoch den Nachteil, dass die Leser sich einbringen müssen. Es müssen Metaphern verstanden, Rückschlüsse gezogen und Interpretationen interpretiert werden. Für sowas ist längst nicht jeder zugänglich, deswegen halten viele Magazine an Mustern fest, die weitesgehend narrensicher sind und sicherstellen, den Leser nicht zu überfordern.

Du als Blogger: Wie schätzt du die Printkrise ein? Denkst du dieses Festhalten an solchen starren Richtlinien ist schuld?

Nein, das ist in erster Linie der Lauf der Dinge. Menschen wenden sich irgendwann von einem Medium ab und dem Fortschritt zu. Ich war beispielsweise das letzte Mal vor fünf Jahren in einer Videothek, weil ich auf digitalem Wege schneller und kostengünstiger an die gleichen Inhalte gelange. Ähnlich verhält es sich mit Printerzeugnissen. Menschen wollen möglichst billig, möglichst schnell möglichst viel bekommen – da können Zeitschriften und Zeitungen auf Dauer nicht mithalten. Printmedien sterben aus, nur der Zeitpunkt ist ungewiss. Vielleicht in 5 Jahren, vielleicht aber auch erst in 50.

Ab dann muss man sich mit allen Infos, lustigen Katzenfotos und Absonderlichkeiten online versorgen. Wo bekommst du deine tägliche Dosis Nerdtum her?

Ich gehe da recht systematisch vor und habe etwa 200 Feeds abonniert, die ich täglich mehrfach prüfe. Hinzu kommen natürlich Kanäle wie Twitter und Facebook, wobei letzteres primär der sinnbefreiten Unterhaltung dient. Der Großteil meiner Quellen ist im englischsprachigen Raum angesiedelt, allerdings mache ich um große Seiten wie Kotaku und Joystiq eher einen Bogen. Reine News sind für mich nur mäßig interessant und Mittel zum Zweck, an gewissen Stellen tiefer zu bohren. Und sei es nur in der Nase.

Foto: Fabu