Wieso man gewissenhaft mit Veröffentlichungen im Internet umgehen sollte.
Big Brother is watching you!
19.10.2012
Trotz zahlreicher Warnungen werden immernoch hemmungslos private Daten im Netz veröffentlicht.
„Es tut gut auszuschlafen, und zu wissen, dass morgen keine prüfung mehr ansteht ! :)“ postet Julian am 12. April 2011 auf seine Facebook-Pinnwand. 21 Likes hat er dafür bekommen und sechs Kommentare gab es. Unter anderem einen mit einer Einladung zum Drink am selben Abend, sogar mit genauer Ortsangabe. Jetzt wissen Julians Freunde Bescheid. Vielleicht aber auch Julians Bekannte, Schul- oder Unifreunde, Kollegen und Clubbekanntschaften. Vor allem aber auch Facebook.
Information für alle! Für Wen?
Hemmungslos wird auf Facebook geteilt, gepostet, gespreaded. Über den Job, die Freizeit, sogar den eigenen Beziehungsstatus. Manchmal fragt man sich aber schon: Wozu denn das Ganze? Schließlich gibt es auch E-Mail, Telefon und Face-to-Face-Kommunikationsformen, mit denen man sich Sachen wie diese viel persönlicher und direkter mitteilen könnte. Oder möchte ich als Antwort auf eine zerbrochene Liebe wirklich nur ein: „?????!!!!!“ ?
Also Warum? Aus Verzweiflung? Oder aus Langweile? Doch sind die aus Langweile geteilten Daten einmal da, sind sie da. Und so schnell auch nicht mehr weg. Man hört viel über den leichtsinnigen Umgang mit privaten Daten. Man hört von der Vorratsdatenspeicherung, vom Geschäft mit goldenen Nutzerdaten und von gläsernen Chats. Sind wir davon eingeschüchtert oder verunsichert? Nicht wirklich.
Also Warum? Aus Verzweiflung? Oder aus Langweile? Doch sind die aus Langweile geteilten Daten einmal da, sind sie da. Und so schnell auch nicht mehr weg. Man hört viel über den leichtsinnigen Umgang mit privaten Daten. Man hört von der Vorratsdatenspeicherung, vom Geschäft mit goldenen Nutzerdaten und von gläsernen Chats. Sind wir davon eingeschüchtert oder verunsichert? Nicht wirklich.
Hilfreiche Netz-Daten
Erst vor ein paar Tagen stellte sich heraus, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen jahrelang die Nutzer ihrer Website überwachte. Legitim ist das nicht. Entsteht jedoch ein Verdacht, spielt das erst einmal eine zweitranginge Rolle. Mittlerweile werden sogar ganze Kriminalfälle über Facebook gelöst. Dank der Chronik lässt sich schließlich auch einfach und öffentlich in Jedermanns Leben herumstöbern.
Ein Klassiker ist inzwischen auch der „Anna“ war mit „Sophia“ hier: „Innenstadt, München“. Hallo? Das ist so ähnlich wie einen Zettel vors Haus hängen, auf dem steht: Bin gerade nicht Zuhause! Nur dass ihr Bescheid wisst! Wäre Facebook ein Portal für die zehn liebsten Menschen, Ok. Aber wer ist schon nur mit echten Freunden auf Facebook „befreundet“? Es gibt ja auch die „Wir-sind-jetzt-facebook-freunde“ Bekanntschaften.
Facebook-Muffel gleich Outsider
Stephan aus München ist ein Facebook-Nutzer mit Anti-Facebook Einstellung. Auf den Bildern in seinem Profil erkennt man ihn kaum. Wenn er etwas teilt, dann höchstens mal einen interessanten Artikel. Seine Foto-Verlinkungen sind nur nach einer Bestätigung seinerseits sichtbar. In dieser Hinsicht anders als der Rest, sprachen ihn sogar schon Bekannte auf seine Facebook-Inaktivität an. „Das geht niemand was an!“ findet er.
Besonders geärgert hatte er sich, als er Facebook auf seinem Handy installierte und nach einigen Tagen sämtliche Orte, die er davor besucht hatte, ohne Vorwarnung in seinem Profil erschienen. Ohne, dass er eingewilligt hätte. Und ein anderes Mal, als er von der Hochzeit seines besten Freundes erfuhr - über Facebook.
Besonders geärgert hatte er sich, als er Facebook auf seinem Handy installierte und nach einigen Tagen sämtliche Orte, die er davor besucht hatte, ohne Vorwarnung in seinem Profil erschienen. Ohne, dass er eingewilligt hätte. Und ein anderes Mal, als er von der Hochzeit seines besten Freundes erfuhr - über Facebook.
Ja, es ist ein Social Network. Das hat natürlich auch Vorteile. Es ist gut, um Kontakte zu knüpfen und auch mit Menschen in Kontakt zu bleiben, denen man sonst vielleicht nicht schreiben würde. Oder mit Menschen, die weit weg von einem leben. Aber dennoch: Wer immer möchte, kann auch nach Jahren noch auf Dinge zugreifen, die einmal leichtsinnig veröffentlicht wurden. Also gilt es stets auf der Facebook-Hut zu sein. Oder man holt sich einen in Zukunft einen Facebook-Schläger.
Bildquelle: Tony Case über cc by-nc-sa 2.0






