kino.to wurde abgeschaltet
kino.to - schluss, aus, vorbei
09.06.2011
Das größte illegale Film-Portal kino.to ist Geschichte. Drohen Nutzern nun Konsequenzen?
Bei einer Razzia durchsuchte die Polizei am 08. Juni 2011 allein 42 Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland. Dabei wurden 13 Betreiber und Streaming-Hoster festgenommen. Im Moment sitzen noch 12 der Beschuldigten in Untersuchungshaft und werden vernommen.
Addicted to kino.to
Süchtige können sich bislang noch andere Portale suchen und auf diese ausweichen. Auch wenn das einige Minuten in Anspruch nimmt, werden sie eine neue Seite ihrer Wahl lieben lernen. Aber das plötzliche Lahmlegen von kino.to hat gezeigt, wie schnell es dann doch gehen kann.
Vor kurzem wurde in Österreich durch einen Gerichtsbeschluss der Provider Telekabel Wien dazu gebracht, das Portal für seine Kunden zu sperren. Für solche Fälle hatte kino.to aber schon mit vorher eingerichteten Zusatz-Domains vorgesorgt.
Gestern wurden dagegen Nägel mit Köpfen gemacht - auch die Ausweichseite moviestream.to ist nicht mehr zu erreichen. Kino.to ist wirklich weg. Die Sperrung der Linksammlung wird auch kein Einzelfall bleiben, also müssen die Betreiber der kleineren Streaming-Seiten jetzt auch schon anfangen zu zittern. Da es aber für die Abschaltung von kino.to mehrere Jahre gebraucht hat, wird es so schnell nicht zu Folgefällen kommen können.
Rechtliche Folgen für kino.to-Fans
Wie es mit den Folgen für die Nutzer aussieht, ist noch unklar. Beim Standard-Streaming von kino.to wurden die Filme über ein Fenster, welches sich schließen ließ, gezeigt. Folglich wurden die Filme nur temporär gedowngeloadet und automatisch nach dem Schließen des Fensters von der Festplatte gelöscht. Es waren aber ebenfalls Hoster dabei, die das dauerhafte Herunterladen ermöglichten.
Ob man jeden der einzelnen Nutzer dafür drankriegen kann, bleibt unwahrscheinlich. Laut Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, sei die Frage, ob sich die Nutzer möglicherweise strafbar gemacht haben könnten, noch zurückgestellt worden.
Reaktion der Filmbranche
Die Filmindustrie zeigt sich vom Abschalten der Seite noch unbeeindruckt, da es sein kann, dass sich nun Nachahmer ans Werk machen. Kino.to hatte zuletzt etwa vier Millionen Nutzer täglich und die Gewinne der Betreiber sollen im siebenstelligen Bereich gelegen haben. Solche Summen sind natürlich verlockend, wobei es ohnehin schon zahlreiche andere Portale gibt. Es kann gut sein, dass jetzt einfach eine andere Seite die Nachfolge von kino.to antritt.
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Bildquelle: eelke dekker (flickr.com)





