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Das ABC von der Wiesn, der Rosi und dem Drama der Liebenden

Das große Wiesn-ABC

16.09.2011
Thema der Woche: Wiesn

Liebe und Wiesn gehören irgendwie untrennbar zusammen, sind aber gleichzeitig ziemlich unvereinbar.

Trennung, Herzschmerz, Drama – und glücklicherweise ein ziemlich zuverlässiger Filmriss, der einen alles mit großer Sicherheit vergessen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch vergeben lässt. Die Wiesn: Ein Ort der Zuchtlosigkeit, Sittenlosigkeit, aber auch der Mordsgaudi! Das große ABC der Wiesn und ihrem Liebesfluch. 

 

A wie Aufm Klo  


Bei der Wiesn vergisst jeder, der wirklich dabei ist, jegliche Formen der Züchtigkeit und Sittlichkeit. Das ist die Wiesn. Das liegt neben dem Duft der Händlbraterei und der Zuckerwatte in der Luft. Und jeder der sich zusammengefunden hat, landet ganz gerne mal auf dem Klo um alle versoffenen Zärtlichkeiten und Lieblichkeits-Lalleleien und -Säuseleien auszutauschen. Gut, dass in der Regel der Pegel stimmt und man nicht mehr viel um sich herum sieht, denn ein wahrlich romantischer Ort für die Zweisamkeit ist es nicht. Aber er ist dreckig und versaut – wie der Akt selbst in der Regel auch. 
 
B wie Bumsen, Bier und Busen 
 
Die drei Bs gehören da natürlich unbedingt dazu und vor allem unzertrennlich zusammen. Erstens: Du brauchst eine Menge Bier, um das durchzustehen. Zweitens: Die bayerischen Busen erscheinen in schönster Tracht-Pracht.  Und drittens: Auf dem Klo geht´s rund. 
 
C wie CHiCk-CHiCK-cHick-ChiCK-SchiKeriA 
 
Wir hassen die Münchner Schickeria, aber wir lieben die Spider Murphy Gang für ihre Lieder, für ihre Texte (aber auch nur auf der Wiesn). Und wir können nicht aufhören zu singen vor lauter Vorfreude: „In Schwabing gibt’s a Kneipen, de muss ganz was bsonders sei, da lassens solche Leit wia di und mi erst goanet nei! IN`D SCHICKERIA!“ Schicke Wiesn-Chicks gibt’s zu Hauf an diesem versauten Ort, unglücklerweise auch eine Menge Türsteher vor den Zelten, die die Texte der Spider Murphy Gang und damit die Aufgabe eines Münchner „Gorilla“ zutiefst verinnerlicht haben.
 
D wie Drama 
 
Eine zuverlässige Begleiterscheinung der Wiesn neben Trunkenheit, Schmuserei und Laster ist das Drama. Eigentlich kann sich fast jedes Paar darauf einstellen, dass sich auf der Wiesn in der Regel eine mittelschwere bis starke Beziehungs-Karambolage ereignet. Zuviel Freizügigkeit, zuviel Trampelei, zuviel Hypersensibilität aufgrund des Alkoholpegels. 
 
E wie Eskapaden 
 
Und natürlich gehört zu einem ordentlichen Drama auch eine Aneinanderreihung von Eskapaden, Kuscheleien mit dem oder der Falschen, ein kleines freundschaftliches Bussi im falschen Moment, nicht zuletzt ein versehentlicher Seitensprung, der von sich Rede macht.  
 
F wie Finden...
 
...tut man sich in der Regel nicht mehr (Siehe V), wenn man sich einmal verloren hat. Aber da ja alle so gesellig sind, amüsiert man sich trotzdem in der Regel prächtig weiter – wenn auch mit ganz fremden Gesichtern.  
 
G wie Gemütlichkeit
 
Ein Proooosit, ein Proooohoooosit der Gemütlichkeit! So muss es sein. So ist es. 
 
H wie Hau doch den Lukas! ...oder irgendwen anders
 
Sollte eigentlich nicht so sein, ist aber leider so. Stressmacher und Pöbeleien findet man an jeder Zeltecke – in der Regel kehrt das männliche Geschlecht hier zu seinen animalischsten Verhaltenszügen zurück und kämpft mit möglichst aufbrausender Potenz um das schwer umworbene Weibchen in schönster Dirndl-Pracht. 
 
I wie Iiiiiiihhhhhhhhhhh, wie intergalaktisch! 
 
Total eklig, aber irgendwie auch intergalaktisch ist dieser Planet Wiesn.  
 
J wie Joana! 
 
„...geboren um Liebe zu geben, verbotene Träume erleben, ohne Fragen an den Morgen. JOANA – du geile Sau, du Luder, du Dreckssau!“ Was auch immer du bist, Joana, vor allem bist du die Wiesn: Besser keine Fragen an den Morgen, oh ja! Verbotene Träume erleben – sicherlich auch! Und: Liebe geben –  immer und überall! Und wie das dann im Zelt aussieht, wenn Joana ihren großen Auftritt hat, erfährst du zur Einstimmung hier.
 
K wie Kasimir und Karoline 
 
Kasimir und Karoline haben das Beziehungsdrama auf der Wiesn quasi erfunden. 1932 wurde es uraufgeführt und ob Horvath sich dessen bewusst war, wie wiesnalltagsnah er noch im 21. Jahrhundert mit seinen Akten des Suchens und Findens unter Liebenden sein würde, sei mal dahin gestellt. Fakt ist: Damals wie heute ist die Wiesn für jede Beziehung ein Ort hochexplosivsten Zündstoffs.  
 
L wie L´amour 
 
Soviel L´amour wie im berühmt berüchtigten Hotel L´amour, gibt´s auch auf der Wiesn. Nämlich herzlich wenig. Man grabscht und tatscht, aber ein Akt der wahrlichen Zuneigung und Zärtlichkeit, geschweige denn der Liebe sieht dann wohl doch anders aus. 
  
M wie München!  
 
  
N wie Netzüberlastung 
 
Fluch und Segen des Wiesn-Kommunikations-Universums ist, dass die Netze in der Regel so überlastet sind, dass niemand sich erreichen kann. Flüche, Beschimpfungen, Versprechungen und Bezichtigungen bleiben daher glücklicherweise im eigenen Telefon stecken und schaffen den Weg zum eigentlichen Empfänger nicht. 
 
O wie Oans, zwoa, drei – Gsuffa! 
 
Der fortgeschrittene Bierrausch ist existenzielle Grundvoraussetzung, um auf der Wiesn eine gute Zeit zu haben, aber auch zuverlässige Garantie dafür, sich mit der Freundin, dem Freund, dem Breznverkäufer, der Bedienung, dem Bruder, der Schwester, dem Türsteher oder dem Pudel, der auf der Wiesn gar nicht sein darf, in die Locken zu kriegen. 
 
P wie Prosit! 
 
Trotzdem! 
 
Q wie Quadratschädl und Querulanten
 
Die gibt’s auf der Wiesn zuhauf. 
 
R wie Rosi! 
 
Die Rosi steht für die linke Schleife, die noch zu Vergebene, also für den Typ Frau, der jeden verlorenen Schürzenjäger wohlwollend an ihre Brust nimmt. Die Rosi kümmert sich um jeden im Sperrbezirk, während die Nutten sich die Füße platt stehen, draußen auf der Hansastraße. Hast du einmal Kummer, dann wähle Rosis Nummer: 32608.  
 
S wie Skandal um die Schleifen und die Schürzenjäger
 
Apropos Skandal, Schleife und Schürzenjäger: Das ist nämlich eine recht verzwickte Angelegenheit mit den Schleifen, weil sich A) schon im nüchternen Zustand niemand so richtig sicher ist, ob denn jetzt die rechte Schleife zum unverbindlichen Flirt einlädt und die linke dies einem verwehrt oder eben doch umgekehrt. B) Selbst mit dem Wissen darüber gibt es ein paar Menschen, die links und rechts nicht unterscheiden können. Und C): Wenn man auf der Wiesn dann endlich einmal den Pegel erreicht hat, der dieses urige Volksfest endlich erträglich macht, gibt es eine ganze Menge Menschen die links definitiv nicht mehr von rechts unterscheiden können. 
An alle unermüdlichen Schürzenjäger: Links ist frei, rechts ist vergeben!  
 
T wie Touchy 
 
Ob´s nun am Rausch oder am Platzmangel liegt: Auf der Wiesn kommt sich jeder ein bisschen näher ("Rutsch ma a bissal zam!"), was der Grund dafür ist, dass alles ziemlich touchy zugeht. Da nimmt einer deine Hand und drückt sie fest, um seiner Aussage Ausdruck zu verleihen, da drückt dir ein wild Fremder einen dicken Schmatzer auf die Backe, weil’s ja quasi einer göttlichen Eingebung gleicht, dass man sich durch einen so glücklichen Zufall „gefunden“ hat. Da wird unterm Tisch absichtlichlich und unabsichtlich wild herumgefusselt, auch wenn die Angelegenheit oft nicht gerade zielsicher ist, da berührt eine Hand die andere und ist manchmal sogar gekommen um zu bleiben.  
 
U wie Unterm Tisch
 
Manche haben´s ganz eilig und schaffen´s nicht mal mehr bis auf´s Klo. Ist aber auch nicht so schlimm, in der Regel tanzen ja eh alle auf den Tischen, von daher ist es drunter ganz geruhsam. 
 
V wie Verloren, Vergessen, Vergeben, Verzeihen 
 
Auf der Wiesn verliert man immer irgendwas: im besten Fall nur die Schachtel Kippen, im mittelschlimmsten Fall das Handy, im schlimmsten Fall die Freundin oder den Freund (Siehe T). Aber das Allerschlimmste daran: In der Regel vergisst man, dass man gerade etwas verloren hat, bis der nächste Morgen graut und man nichts mehr wiederfindet. Das einzig Gute am Wiesn-Wahnsinn: Wiesn ist Ausnahmezustand und die Bier-Getauften wissen das. Deshalb haben sie es über die Jahre gelernt diese zweiwöchige Festlichkeit als solchen zu verstehen und wenn alles vorbei ist, alles, was geschehen ist, ganz schnell zu vergeben und verzeihen. 
 
W wie Wahnsinn
 
Nur wenn Reinhard Fendrich die wunderbarste Schnulze der bayerischen – okay, eigentlichen österreichischen – Musikkultur auspackt, gibt´s Frieden unter den Wiesn-Liebenden. Da schunkelt und schmust jedes Paar, alt und jung, nach dem ersten Kuss oder der goldenen Hochzeit: „Weilst der Wahnsinn bist für mi, i steh auf di....“ Reinhard Fendrich bringt das letzte Fünkchen Liebe in jedes Zelt. 
Aber den Wahnsinn auf der Wiesn besingt nicht nur Fendrich. Auch der gute alte Wolfgang Petry kann ein Lied davon singen – in etwas anderer Art, aber um die Liebe geht’s natürlich immer: „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle?“ HÖLLE HÖLLE HÖLLE und natürlich GEFÜHLE FÜHLE FÜHLE FÜHLE und am Ende MÜLL MÜLL SONDERMÜLL! 
 
X wie 
zefiX 
 
Die Wiesn ist ein wunderbarer Ort, solang der Pegel und die Laune stimmt. Leider auch einer, wo Chaos und Zerstörung wüten und toben. zefiX! 
Y wie Yuppies 
 
Die Yuppies tummeln sich zwar in ganz München herum, aber in Tracht sind alle Menschen gleich, deswegen gesellt sich der Yuppie gern auch mal zum ewig jung geblieben Hippie und die Welt ist eine große Familie!
 
Z wie 
Zünftig wird’s, auch für die Zuagroasten! 
 
Wir freuen uns, euch alle zu sehen, können´s nicht mehr erwarten und müssen deswegen jetzt sofort los!
 
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