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Sex am Sonntag: Der Penis im Wandel der Zeit

Penis, Penis, Penis

06.02.2012
Sex am Sonntag

Schwingelschlingel, ehrenwertes Glied oder einfach nur Penis? Gedanken zum besten Stück des Mannes.

Von Antonia Schöberl   „Igitt, mein ganzes Zimmer riecht nach Penis“. So wurde ich vor nicht all zu langer Zeit per SMS von meiner Freundin geweckt. Feiern waren wir, sie wohlgemerkt etwas länger als ich. Unter dieser Information: Ein Pferdekopficon, was in unserer Sprache soviel heißt wie: Der Gute hat einen sehr, sehr großen Penis. Zum Vergleich, es gibt auch noch das Würmchen und die Schlange. Darauf möchte ich aber jetzt nicht im Detail eingehen.

Lets talk about Se... äh Penis

Etwas später am Tag, der Penisgeruch war mittlerweile verflogen, wurde das gute Stück nach allen Regeln der Kunst am Telefon auseinander genommen. So sind Frauen eben. Wo Männer häufig nur ein müdes: „Ja, gepoppt, hammer geiler Arsch“, herausbringen und das Thema dann dabei belassen, da packen wir jedes Detail auf den Tisch. Größe, Farbe, Geruch, gebogen oder gerade, rasiert oder nicht, jede noch so dreckige Kleinigkeit muss besprochen werden. Natürlich werden auch Vergleiche gezogen: Der hat mit Abstand den Größten, der mit Abstand den Kleinsten, das war mit Abstand der schlimmste Sex, das der Beste, der ist aber größer als der von dem usw...
Eigentlich tun mir die Männer ein wenig Leid. Wie oft fällt der Satz: „Wenn der wüsste...!“

Hm lecker, Penis!

Auseinandergenommen werden Penisse aber nicht nur im übertragenden Sinne, nein, auch beim Kochen. Neulich wurde Kim Debkowski, Zweitplatzierte im Dschungelcamp, von Sonja Zietlow gefragt, wie der Penis, den sie gerade runter gewürgt hatte, denn geschmeckt habe. „Na nach Penis eben“. Sollte ich etwa eine Wissenslücke haben?

Penis essen, in China eine uralte Tradition. Es gibt Restaurants, die sich auf Penis spezialisiert haben. Ob gekocht, roh, gebraten, gedämpft, frittiert, in Scheiben oder als Ganzes. Ob vom Hirsch, Hund, Pferd, ganz egal. Potente Tiere gehören auf den Teller! Also zumindest ihre Penisse. So auch der einer russischen Hundeart. Dieser „kann“ bis zu 48 Stunden, also ab in die Pfanne mit ihm und drauf hoffen, dass er hält was er verspricht und die Frau davon profitiert.

Auf die Größe kommt es an?

Die viel diskutierte Frage. 92% der Frauen sagen die Länge sei nicht entscheidend, auf die Härte käme es an. Ich kenne aber durchaus Frauen, die ganz klar sagen: „Je länger desto besser“. Diese sollten sich dann wohl an den Typen meiner Freundin halten, das Pferd. Natürlich gibt es aber auch die Frauen, die behaupten, das wäre alles Unsinn und ihr Freund, das Würmchen, würde seinen Job auch ohne großen Penis gut erledigen.

Aber wie so oft im Leben dürfte es das Mittelmaß sein. In einer Studie mit 10.000 Männern aus 25 europäischen Ländern wurde herausgefunden, dass die Franzosen das größte Mittelmaß haben: 15,48 cm lang und 13,63 cm im Umfang (im erigierten Zustand). Die Deutschen landeten mit 14,61 cm Länge und 11,7 cm Umfang im Mittelfeld, die Griechen belegten mit 12,18 cm Länge und 10,19 cm Umfang den letzten Platz. Arme Griechen, die haben es doch schon schwer genug.

Der längste jemals gemessene Penis kommt aber nicht aus Frankreich, sondern aus den USA und gehörte - das gute Stück ist leider 1950 verstorben - Dr. Robert L. Dickenson. Durchaus passend der Name. Im errigierten Zustand kam er auf eine Länge von 34 cm und einen Umfang von 16 cm. Das lassen wir mal so stehen.

Fakten aus dem Tierreich


- Der Penis des Rankenfüßlers, eine Seekrebsart, ist 42 Mal so lang wie er selbst groß ist. Ahoi!

- Der Penis des Wals ist mit einer Länge von bis zu 3,30 Meter der Größte. Den zweiten Platz teilen sich Nilpferd und Elefant mit einem Meter.

- Eidechsen und Schlangen (Schuppenkriechtiere) haben gleich zwei Penisse, doppelter Spaß.

- Bei einer bestimmten Wespenart bricht der Penis beim Sex zu einer 80%igen Wahrscheinlichkeit in seiner Partnerin ab, beide verenden danach kläglich. Totally worth it!

Und wie sagst du dazu?

Es soll ja Frauen geben, die können das Wort Penis nicht aussprechen, so zum Beispiel Elliot Reid aus der Fernsehserie Scrubs, die nur Schwingelschlingel über ihre Lippen bringt. Außerdem wird grundsätzlich gelacht, oder zumindest gekichert, wenn das böse Wort fällt. Deswegen müssen oft Spitznamen herhalten. Bei meinen Freundinnen werden Schniepi, ehrenwertes Glied, Schwanz, Schwengel, Würstchen, Pillermann, Latte und Gemächt bevorzugt. Meine Liste geht aber noch weiter: Phallus, Johannes, Lümmel, Zipfel, Pinsel, Kolben, Pimmel, Piephahn, Ding, Schniedel, Hammer, Nudel, Jonny, Gurke, Dödel, Knüppel, Zauberstab. Oder eben einfach nur - denn ich spreche das böse Wort mit Freude aus - Penis! Penis! Penis!

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Bildquelle: jontintinjordan (flickr.com) unter cc-by-sa