Elias Kreuzmair im Interview
ZEITjUNG im Porträt: Elias Kreuzmair
17.02.2012
In eigener Sache
Wir wollen euch die Säulen unserer Redaktion näher bringen. Heute: Dichter und Denker Elias Kreuzmair.
Ein Blick hinter die Kulissen: Wir wollen euch in kurzen Interviews die Köpfe hinter ZEITjUNG.de vorstellen. Elias Kreuzmair hat sein intellektuelles Zuhause in der Literaturforschung – Schwerpunkt Popliteratur – und als Autor für Publikationen wie die TAZ und Spex geschrieben. Außerdem ist er einer der Herausgeber des wunderbaren Online-Literaturmagazin Parsimonie.
ZEITjUNG.de: Warum bist du Journalist und nicht Synchronsprecher, Sexualtherapeut oder Spion?
Elias Kreuzmair: Das ist eine Sache der Lebenseinstellung: Ich will lesen und schreiben, erst danach kommt sprechen, therapieren und spionieren - obwohl man als Journalist durchaus die Neugier eines Spions, die Assoziationsfähigkeit eines Sexualtherapeuten und die Stimme eines Synchronssprechers gebrauchen kann. Ersteres habe ich übrigens am meisten, letzteres am wenigsten.
Wie sieht denn für dich junger, moderner, zeitgemäßer Journalismus aus?
Grundsätzlich gilt: Guter Stil und gute Recherche schaden keinem Artikel. Lieber als zeitgemäße Artikel - die sind ja immer ein bisschen anstrengend - sind mir unzeitgemäße Texte: Sachen, die man so nicht erwartet, eine neue Perspektive, eine neue Idee, eben was, was gerade noch nicht in der Gegenwart steckt, sondern schon ein paar Schritte voraus ist.
Mit welcher Story für ZEITjUNG.de bist du diesen hohen Ansprüchen denn am ehesten gerecht geworden?
Ach, Eigenlob stinkt doch. Da lob ich lieber andere: Svens Bericht über die FSK-Bewertungspolitik oder als Tobi der einzige Journalist Deutschlands war, der das Wort "Swag" korrekt erklären konnte.
Was ist denn die Geschichte, die du als Journalist undbedingt noch schreiben willst?
Immer wieder die gleiche: die, die eben der Zeit ein wenig voraus ist. Konkret wäre das bei mir wahrscheinlich in den Themenfeldern Musik oder Literatur anzusiedeln. Aktueller Favorit: Postrap.
Macht es das Netz einem leichter diesen kleinen Schritt voraus zu sein? Wie wärs mit einer kurzen Theorie des World Wide Web von unserem postrappenden Redaktionsintellektuellen...
Das WWW ist die Fortsetzung unseres Lebens als Maschine mit tausend Proto-Gehirnen … Nein, bevor ich in den Schmarrn reinkomme: Das Netz erleichtert die Arbeit einerseits, weil man viel mehr Quellen gleichzeitig anzapfen kann, es erschwert die Arbeit aber natürlich auch. Wo es viel zu sehen gibt, gibt es noch mehr zu übersehen.
Genug journalistisches Meta-Gebrabbel.. was bist du für ein Typ? Beschreibe dich twitteresk in 140 Zeichen ...
Das geht auch in 67 Zeichen: Was ich zum Leben brauche: Bücher, Platten, einen Stift und Papier ...
... nur 67 Zeichen? Dann hast du noch Platz für deinen absoluten Lieblingslink.
Na dann nehme ich, weil meine Fußballsucht noch gar nicht zum Vorschein kam, den Taktikblog spielverlagerung.de.
Zum Abschluss noch ein paar kurze, knackige Fragen und Antworten:
Wieviele Freunde hast du bei Facebook?
Seit ebendieser Sekunde: 394.
Wieviele davon dürfen in deinen Lesezirkel?
Das wäre ja noch schöner, wenn ich denen vorschreiben dürfte, was sie lesen sollen. Die sollen sich doch selbst Bücher suchen, die sie interessieren.
Was ist Rock 'n' Roll?
Ein Musikgenre des 20. Jahrhunderts.
Du beschäftigst dich viel mit Literatur und Musik. Was ist dein Lieblings-Reim?
Da kann ich mich nicht entscheiden. Grundsätzlich bin ich großer Fan von Kinderzimmer Productions: "Kein Mensch, sondern eine Zumutung / Ich sag schon nicht mehr Hallo, ich sag immer erst Entschuldigung", weil der zweite Teil von Dendemann in "Tschuldigung" wiederaufgenommen wird. Sollte das die letzte Frage sein: "Einen letzten der Pflicht ist: Ich bin draußen wie'n Picknick". Picknick natürlich Picknich gesprochen, weil von Falk in "muthafuckin' K2" gerappt.
Und dann gibt es da noch die ganzen alten MCs: Hölderlin, Celan, Brinkmann, Kling, Baudelaire, Ginsberg …
... Angeber! An welchem Moment merkst du, dass du gerade eine legendäre Partynacht verbringst?
Sonnenstrahlen.
Sehr schön. Und was ist für dich ZEITjUNG.de?
Auf den ersten Blick: die hippste Posse mit den besten MCs. Auf den zweiten Blick: das Magazin, auf dem man junge Meinung zu jungen Themen findet, über die man erst Bescheid wusste, als man sie auf ZEITjUNG.de gefunden hat. Das ist natürlich halb Wunsch halb Wirklichkeit, aber wir sind auf einem guten Weg dahin.
Vielen Dank, Elias ... Jetzt aber an die Arbeit!
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ZEITjUNG.de: Warum bist du Journalist und nicht Synchronsprecher, Sexualtherapeut oder Spion?
Elias Kreuzmair: Das ist eine Sache der Lebenseinstellung: Ich will lesen und schreiben, erst danach kommt sprechen, therapieren und spionieren - obwohl man als Journalist durchaus die Neugier eines Spions, die Assoziationsfähigkeit eines Sexualtherapeuten und die Stimme eines Synchronssprechers gebrauchen kann. Ersteres habe ich übrigens am meisten, letzteres am wenigsten.
Wie sieht denn für dich junger, moderner, zeitgemäßer Journalismus aus?
Grundsätzlich gilt: Guter Stil und gute Recherche schaden keinem Artikel. Lieber als zeitgemäße Artikel - die sind ja immer ein bisschen anstrengend - sind mir unzeitgemäße Texte: Sachen, die man so nicht erwartet, eine neue Perspektive, eine neue Idee, eben was, was gerade noch nicht in der Gegenwart steckt, sondern schon ein paar Schritte voraus ist.
Mit welcher Story für ZEITjUNG.de bist du diesen hohen Ansprüchen denn am ehesten gerecht geworden?
Ach, Eigenlob stinkt doch. Da lob ich lieber andere: Svens Bericht über die FSK-Bewertungspolitik oder als Tobi der einzige Journalist Deutschlands war, der das Wort "Swag" korrekt erklären konnte.
Was ist denn die Geschichte, die du als Journalist undbedingt noch schreiben willst?
Immer wieder die gleiche: die, die eben der Zeit ein wenig voraus ist. Konkret wäre das bei mir wahrscheinlich in den Themenfeldern Musik oder Literatur anzusiedeln. Aktueller Favorit: Postrap.
Macht es das Netz einem leichter diesen kleinen Schritt voraus zu sein? Wie wärs mit einer kurzen Theorie des World Wide Web von unserem postrappenden Redaktionsintellektuellen...
Das WWW ist die Fortsetzung unseres Lebens als Maschine mit tausend Proto-Gehirnen … Nein, bevor ich in den Schmarrn reinkomme: Das Netz erleichtert die Arbeit einerseits, weil man viel mehr Quellen gleichzeitig anzapfen kann, es erschwert die Arbeit aber natürlich auch. Wo es viel zu sehen gibt, gibt es noch mehr zu übersehen.
Genug journalistisches Meta-Gebrabbel.. was bist du für ein Typ? Beschreibe dich twitteresk in 140 Zeichen ...
Das geht auch in 67 Zeichen: Was ich zum Leben brauche: Bücher, Platten, einen Stift und Papier ...
... nur 67 Zeichen? Dann hast du noch Platz für deinen absoluten Lieblingslink.
Na dann nehme ich, weil meine Fußballsucht noch gar nicht zum Vorschein kam, den Taktikblog spielverlagerung.de.
Zum Abschluss noch ein paar kurze, knackige Fragen und Antworten:
Wieviele Freunde hast du bei Facebook?
Seit ebendieser Sekunde: 394.
Wieviele davon dürfen in deinen Lesezirkel?
Das wäre ja noch schöner, wenn ich denen vorschreiben dürfte, was sie lesen sollen. Die sollen sich doch selbst Bücher suchen, die sie interessieren.
Was ist Rock 'n' Roll?
Ein Musikgenre des 20. Jahrhunderts.
Du beschäftigst dich viel mit Literatur und Musik. Was ist dein Lieblings-Reim?
Da kann ich mich nicht entscheiden. Grundsätzlich bin ich großer Fan von Kinderzimmer Productions: "Kein Mensch, sondern eine Zumutung / Ich sag schon nicht mehr Hallo, ich sag immer erst Entschuldigung", weil der zweite Teil von Dendemann in "Tschuldigung" wiederaufgenommen wird. Sollte das die letzte Frage sein: "Einen letzten der Pflicht ist: Ich bin draußen wie'n Picknick". Picknick natürlich Picknich gesprochen, weil von Falk in "muthafuckin' K2" gerappt.
Und dann gibt es da noch die ganzen alten MCs: Hölderlin, Celan, Brinkmann, Kling, Baudelaire, Ginsberg …
... Angeber! An welchem Moment merkst du, dass du gerade eine legendäre Partynacht verbringst?
Sonnenstrahlen.
Sehr schön. Und was ist für dich ZEITjUNG.de?
Auf den ersten Blick: die hippste Posse mit den besten MCs. Auf den zweiten Blick: das Magazin, auf dem man junge Meinung zu jungen Themen findet, über die man erst Bescheid wusste, als man sie auf ZEITjUNG.de gefunden hat. Das ist natürlich halb Wunsch halb Wirklichkeit, aber wir sind auf einem guten Weg dahin.
Vielen Dank, Elias ... Jetzt aber an die Arbeit!
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