Beine rasieren und schlecht Einparken: Unser Redakteur hat einen Tag lang Frauen-Klischees erfüllt
Ein Tag als Frau
08.03.2013
Selbstversuch
Beine rasieren, Nägel lackieren. Der Selbstversuch eines Mannes.
Meine ZEITjUNG-Kolleginnen kamen auf die grandiose Idee, einen Typen für einen Tag in die Rolle einer Frau zu stecken. Aber wer könnte dafür prädestiniert sein? Schnell zeigten alle Finger auf mich. Kein Kompliment. Die Mädels erklärten ihre Entscheidung damit, ich sei einer der größten Machos der Redaktion und hätte es verdient, einen Tag mal das Geschlecht zu wechseln.
Zugegeben, ich erfülle schon einige Männer-Klischees: Ich besitze Jahreskarten für den FC Bayern und den TSV 1860 München. Es kommt vor, dass ich mir den Wecker am Sonntag auf 8.30 Uhr stelle, um den ersten Slalom-Durchgang der Alpinen nicht zu verpassen. Bei der Gestaltung meines Wohnraums mag ich es schlicht - abgesehen von der Größe des Fernsehers, versteht sich. Neulich meinte jemand zu mir: „Ich kenne niemanden, der weniger Wert auf Accessoires legt. Lieblos!“ Was soll dieses Gebimsel auch?
Yoga, Müsli, Shopping
Und ich, der gerne sein Männer-Dasein zelebriert, soll nun die Metamorphose zur Frau durchleben. Dafür brauchte ich Hilfe und bat meine Freundinnen darum, mir Vorschläge für den weiblichen Alltag zu liefern. Das Feedback ließ eine Spur Sadismus erahnen: Yoga, Müsli, Modeblogs, shoppen, zupfen, lackieren, rasieren, telefonieren. Ich dürfe niemals so viel essen, dass ich satt werde, müsse stündlich meinen Gemütszustand prüfen. Wie geht es mir gerade? Ist heute ein guter oder ein blöder Tag? Bin ich noch auf jemanden sauer? Und der Wert des Aussehens müsse an diesem Tag über allem stehen. Wo war nur plötzlich mein letzter vorhandener Hauch an Vorfreude hin?
8.30 Uhr: Bircher-Müsli mit Früchten
Frauen sind grundlose Frühaufsteher, weshalb mich der Wecker an meinem freien Tag schon bald aus den Federn hebt. Hunger! Ein Schälchen Bircher-Müsli versehen mit ein paar handgeschnittenen Apfel- und Bananenstückchen muss reichen. Essen für den hohlen Zahn. Es folgt einer meiner zahllosen Auftritte im Bad an diesem Tag. Zehn Minuten länger als normal müsse ich jedes Mal vor dem Spiegel ausharren und mich kritisch beäugen, hatte mich eine Kollegin ermahnt. Und so schleichen sich allmählich Zweifel in meinen anfänglichen „Ich bin´s“-Blick. Kleine Mitesser neben der Nase – die kannte ich ja noch gar nicht.
Prüfung des Gemütszustands
Wie es mir geht: Müdigkeit, Hunger.
Guter oder blöder Tag: blöder Tag.
Auf wen ich sauer bin: meine Freundinnen.
Seite 2: Hass auf die Yoga-Lehrerin
Zugegeben, ich erfülle schon einige Männer-Klischees: Ich besitze Jahreskarten für den FC Bayern und den TSV 1860 München. Es kommt vor, dass ich mir den Wecker am Sonntag auf 8.30 Uhr stelle, um den ersten Slalom-Durchgang der Alpinen nicht zu verpassen. Bei der Gestaltung meines Wohnraums mag ich es schlicht - abgesehen von der Größe des Fernsehers, versteht sich. Neulich meinte jemand zu mir: „Ich kenne niemanden, der weniger Wert auf Accessoires legt. Lieblos!“ Was soll dieses Gebimsel auch?
Yoga, Müsli, Shopping
Und ich, der gerne sein Männer-Dasein zelebriert, soll nun die Metamorphose zur Frau durchleben. Dafür brauchte ich Hilfe und bat meine Freundinnen darum, mir Vorschläge für den weiblichen Alltag zu liefern. Das Feedback ließ eine Spur Sadismus erahnen: Yoga, Müsli, Modeblogs, shoppen, zupfen, lackieren, rasieren, telefonieren. Ich dürfe niemals so viel essen, dass ich satt werde, müsse stündlich meinen Gemütszustand prüfen. Wie geht es mir gerade? Ist heute ein guter oder ein blöder Tag? Bin ich noch auf jemanden sauer? Und der Wert des Aussehens müsse an diesem Tag über allem stehen. Wo war nur plötzlich mein letzter vorhandener Hauch an Vorfreude hin?
8.30 Uhr: Bircher-Müsli mit Früchten
Frauen sind grundlose Frühaufsteher, weshalb mich der Wecker an meinem freien Tag schon bald aus den Federn hebt. Hunger! Ein Schälchen Bircher-Müsli versehen mit ein paar handgeschnittenen Apfel- und Bananenstückchen muss reichen. Essen für den hohlen Zahn. Es folgt einer meiner zahllosen Auftritte im Bad an diesem Tag. Zehn Minuten länger als normal müsse ich jedes Mal vor dem Spiegel ausharren und mich kritisch beäugen, hatte mich eine Kollegin ermahnt. Und so schleichen sich allmählich Zweifel in meinen anfänglichen „Ich bin´s“-Blick. Kleine Mitesser neben der Nase – die kannte ich ja noch gar nicht.
Prüfung des Gemütszustands
Wie es mir geht: Müdigkeit, Hunger.
Guter oder blöder Tag: blöder Tag.
Auf wen ich sauer bin: meine Freundinnen.
Seite 2: Hass auf die Yoga-Lehrerin












