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Ein Leben abseits der ausgetretenen Pfade: Skipper, Abenteurer, Couch Surfer

"Du musst mit dir alleine klarkommen"

09.08.2012

Christoffer Kobusch: 160 Tage im Jahr auf See und gekonnter Couch-Surfer.

ZEITjUNG hat mit einem jungen Deutschen gesprochen, der als Zivildienstleistender in Kapstadt hängen geblieben ist und als Skipper seine Unabhängigkeit genießt. Was bedeutet es eigentlich für 1,30 US-Dollar pro Seemeile zu arbeiten, sich kurzfristig auf alle Ozeane dieser Welt einzustellen und manchmal nicht zu wissen, wo man morgen schläft?

ZEITjUNG: Was hat dich am Segeln so fasziniert?

Christoffer Kobusch: Ich hatte während meiner 15-monatigen Zivildienstzeit in Südafrika ziemlich viele Freunde, die gesegelt sind. Man muss dazu sagen, dass das Segeln für viele Südafrikaner gutes Geld bedeutet, Visas für andere Länder wie die USA und ein gutes Leben.

Was hast Du vorher gemacht?

Ach, ich habe mal ein halbes Jahr versucht, Politik und Geschichte in Münster zu studieren. Ich habe dann gearbeitet, um Geld für den Segelschein (Yachtmaster offshore) zu sparen.

Welche Situation bei einer Überführung war die kritischste bisher?

Das war im südchinesischen Meer, mein letzter Trip als erster Maat (der erste Offizier nach dem Kapitän) – es war während der Regensaison und alle drei Stunden kam eine fette Regenfront auf uns zu. Und das unter voller Besegelung. Das Großsegel war oben, ebenso die Fock (Vorsegel/die Red.) und ratet mal, wer da rauf musste! Unsere Geschwindigkeit ist von 15 Knoten (ca. 28 km/h/ die Red.) Geschwindigkeit auf 45 Knoten (ca. 83 km/h/die Red.) angestiegen.

Ist das Skipper-dasein eigentlich eine reine Männer-Domäne oder bist Du auch auf weibliche Kapitäne gestoßen?

Bei uns sind von etwa 40 Kapitänen etwa 3-4 weiblich. Die Crews sind meistens männlich und die Damen gehen eher als Chefs (Köche/die Red.) oder Stewardessen auf größeren Schiffe oder Motorbooten.

Welche Eigenschaften sollte man unbedingt mitbringen in deinem Job?

Geduld. Du musst auch mit dir alleine klar kommen. Oft ist man für über 40 Tage auf engstem Raum zusammengepfercht und da kommt es schon zu Spannungen. Das andere ist, dass wenn man nicht in der Marina ist, man ja keinen Strom hat, du kannst also nicht einfach einen Film auf deinem Laptop schauen. Du spielst Backgammon oder Schach oder liest. Es ist halt über weite Strecken einfach langweilig. Außerdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass man keine finanziellen Sicherheiten hat. Ich habe kein Auto und keine Wohnung. Ich praktiziere als Couch-Surfer ein echtes Zigeunerleben.

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