Die Kampagne "Kony 2012" von Invisible Children zwischen Ansehen und Kritik
Kony - Zwischen Trauer und Kritik
20.04.2012
Zum Aktionstag von Kony 2012: Eine Zusammenfassung.
Anfang März 2012: So etwas gab es noch nie. Das YouTube-Video „Kony 2012“ hat binnen weniger Wochen fast 100 Millionen Klicks. Es machte sowohl den Rebellenführer der Lord Resistance Army (LRA), aber auch ein Kind aus Uganda, Jacob Acaye, über Nacht zu Weltstars. Die Organisation Invisible Children zeigt in der Kampagne erschütternde Bilder eines flehenden Jungen, der lieber sterben möchte, als unter seinen Umständen weiter zu leben. Der einerseits mitreißende Film zog allerdings auch viel Kritik nach sich.
Joseph Kony gilt als einer der meistgesuchtesten Kriegsverbrecher. Seit vielen, vielen Jahren treibt er sein Unwesen, hat Millionen Kinder entführt und diese zu Sexsklaven oder Kampfmaschinen gemacht, sie gequält und getötet. Die Wahrheit jedoch ist: Die auf YouTube veröffentlichten Aufnahmen sind ein gutes Jahrzent alt und Jacob Acaye inzwischen ein erwachsener Mann. Kony ist, vom Haager Internationalen Strafgerichtshof (ICC) verfolgt, mittlerweile in den Zentralafrikanischen Busch geflüchtet und mordet dort weiter. (Siehe auch: "Kony 2012 zeugt von Unkenntnis der ugandischen Politik!") Invisible Children hat nun einen Film nachgezogen ("Kony 2012 Part Two"), der erklären soll, dass Kony nicht mehr in Uganda mordet. Diesen sahen bisher aber nur 1.5 Millionen Menschen.
Joseph Kony gilt als einer der meistgesuchtesten Kriegsverbrecher. Seit vielen, vielen Jahren treibt er sein Unwesen, hat Millionen Kinder entführt und diese zu Sexsklaven oder Kampfmaschinen gemacht, sie gequält und getötet. Die Wahrheit jedoch ist: Die auf YouTube veröffentlichten Aufnahmen sind ein gutes Jahrzent alt und Jacob Acaye inzwischen ein erwachsener Mann. Kony ist, vom Haager Internationalen Strafgerichtshof (ICC) verfolgt, mittlerweile in den Zentralafrikanischen Busch geflüchtet und mordet dort weiter. (Siehe auch: "Kony 2012 zeugt von Unkenntnis der ugandischen Politik!") Invisible Children hat nun einen Film nachgezogen ("Kony 2012 Part Two"), der erklären soll, dass Kony nicht mehr in Uganda mordet. Diesen sahen bisher aber nur 1.5 Millionen Menschen.
Die umstrittene Menschenrechts-Kampagne
Durchaus hat Invisible Children also die ganze Welt auf ein schwerwiegendes Problem aufmerksam gemacht. Gegenwind bekam die Organisation vor allem wegen der Ungenauigkeit mit Fakten: Uganda ist ein anderes Land geworden – Jacob Acaye, das Kind aus dem Video ist inzwischen 22 Jahre alt und studiert Jura. Das ermöglichten ihm Spendengelder der Hilfsorganisation. Die Regierung Ugandas ist verärgert, denn sie war gerade stolz vom größten Reiseführerverlag Lonely Planet zum „Top-Reiseziel 2012“ gewählt worden zu sein.
Es herrscht eine allgemeine Skepsis. In den letzten Wochen erschienen zahlreiche Kony-Videoantworten im Internet. Invisible Children wird außerdem vorgeworfen große Anteile von Spendengeldern, zum Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit und Ähnliches, auszugeben. Das eingesparte Geld werde genutzt um weitere Filme zu produzieren und auf Missstände in der Welt aufmerksam zu machen, lautet der Standpunkt der Organisation. Umstritten ist auch die Tatsache, dass das Video Druck auf die amerikanische Regierung ausübt, in einem Land militärisch einzuschreiten, ohne dass das Volk mit einbezogen wird.
Es herrscht eine allgemeine Skepsis. In den letzten Wochen erschienen zahlreiche Kony-Videoantworten im Internet. Invisible Children wird außerdem vorgeworfen große Anteile von Spendengeldern, zum Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit und Ähnliches, auszugeben. Das eingesparte Geld werde genutzt um weitere Filme zu produzieren und auf Missstände in der Welt aufmerksam zu machen, lautet der Standpunkt der Organisation. Umstritten ist auch die Tatsache, dass das Video Druck auf die amerikanische Regierung ausübt, in einem Land militärisch einzuschreiten, ohne dass das Volk mit einbezogen wird.
"Kony 2012" und die Ugander
Erst vor kurzen wurde das Video auch den Ugandern selbst gezeigt, bei einer Filmaufführung im Stadion von Gulu. Die Meinungen der Einwohner spalten sich. Einige finden es nicht gut alte Wunden wieder aufzureißen ohne ein Mittel zu bieten um das Blut zu stillen. Seit 2007 ist der Bürgerkrieg vorbei und es gibt nun wichtigere Dinge, um die man sich kümmern muss. Das Video heile nicht die aktuellen Missstände und werfe nur zurück in eine schlimmere Zeit, die bereits vorbei sei, sagt Paul Rubangakene – ein Sozialarbeiter der Caritas.
Jacob Acaye verteidigt das Video, auch wenn es immer noch nicht leicht für ihn ist, es sich anzusehen. Es soll die Menschen wach rütteln. Durch die Spenden von Invisible Children konnte er studieren und hat neuen Mut gefasst. Der Macher des Videos, Jason Russell, jedoch erlebte kurz nach der Veröffentlichung von „Kony 2012“ einen psychischen Zusammenbruch. Er wurde in ein Hospital eingeliefert, nachdem er nackt und schreiend durch die Straßen gelaufen war. Womöglich überforderte ihn der überraschende Erfolg des Videos, gepaart mit der darau folgenden scharfen Kritik. „Es tut mir sehr leid für ihn“, sagt Jacob Acaye. Die beiden telefonieren regelmäßig.
Jacob Acaye verteidigt das Video, auch wenn es immer noch nicht leicht für ihn ist, es sich anzusehen. Es soll die Menschen wach rütteln. Durch die Spenden von Invisible Children konnte er studieren und hat neuen Mut gefasst. Der Macher des Videos, Jason Russell, jedoch erlebte kurz nach der Veröffentlichung von „Kony 2012“ einen psychischen Zusammenbruch. Er wurde in ein Hospital eingeliefert, nachdem er nackt und schreiend durch die Straßen gelaufen war. Womöglich überforderte ihn der überraschende Erfolg des Videos, gepaart mit der darau folgenden scharfen Kritik. „Es tut mir sehr leid für ihn“, sagt Jacob Acaye. Die beiden telefonieren regelmäßig.












