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Putin-Gegner "Pussy Riot" warten im Gefängnis auf Prozess

Aufstand der Muschis

24.04.2012

Die Punk-Band und feministische Aktivistengruppe "Pussy Riot" kämpft mit Kunstaktionen gegen Putin – dafür drohen ihnen 7 Jahre Haft

Verwackelte Videoaufnahmen, entsetzte Priester, schockierte Betende und 5 maskierte Frauen auf dem Altar: die Performance am 21. Februar 2012 in einer orthodoxen Kathedrale in Moskau sollte sich gegen das Regime und an die Bevölkerung richten, doch der Auftritt hat schwerwiegende Folgen für die Aktivisten von "Pussy Riot". Die feministischen Aktionskünstler der Punk-Band formierten sich Ende 2011 als Protestbewegung gegen Vladimir Putins dritte Präsidentschaftskandidatur in diesem Jahr. Die ungefähr 10 weiblichen Mitglieder der Band sorgten mit Guerilla-Konzerten auf dem Roten Platz und Auftritten auf Bussen und in der Metro für Aufmerksamkeit.

Die jungen Frauen, alle sind Anfang bis Mitte 20, tragen bunte, gestrickte Banditenmasken und tanzen in kurzen Minikleidchen zu eher zweckmäßiger Punkmusik mit, milde ausgedrückt, regierungskritischen Inhalten.
Zu ihren Glanzstücken gehören Texte wie: „Aufstand in Russland – Putin pisst sich in die Hose“. Die Gruppe wird mit der "Riot Grrrl" Bewegung assoziiert und die Pussies sind gegen Putin, für Gleichberechtigung und glauben an die Macht von Protesten und Kunst. Es gibt einen "Pussy Riot"-Blog, "Pussy Riot" Twitter und Facebook Accounts und natürlich YouTube-Videos, die alle Aktionen und Performances dokumentieren und zum mitmachen animieren sollen.

Und erlöse uns von Putin

Während die Mädels zunächst für harmlose, etwas irre Querulanten gehalten wurden, machte sie der Auftritt im Februar zum Staatsfeind Nr. 1 – fünf Pussies organisierten die Performance in der Christus-Erlöser Kathedrale in Moskau, sie gilt als repräsentativstes kirchliches Monument. Die Frauen sangen auf dem Altar ein Punk-Gebet und beteten für die Befreiung Russlands von Putin: „Mutter Gottes, gesegnete Jungfrau, vertreibe Putin.“ Zwar gelang es der Band nach ihrem Auftritt zu fliehen, trotzdem konnte die Polizei drei von ihnen ausfindig machen und festnehmen.


Nun sitzen sie im Gefängnis. Ihnen drohen bis zu 7 Jahren Haft wegen ,Rowdytums‘; zwei von ihnen, Maria Aljochina und Nadezhda Tolokonnikova, sind Mütter kleiner Kinder. Die U-Haft wurde bis zum 24. April festgesetzt und eigentlich sollte am 19. April die Gerichtsverhandlung beginnen, doch diese ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben und die drei Frauen bleiben bis zum 24. Juni im Knast. Die Richterin Ivanova ließ sich von den kleinen Kindern der Inhaftierten nicht irritieren, sondern stimmte dem Staatsanwalt zu, dass die Frauen nicht nur untertauchen, sondern auch von ihren Gegnern angegriffen werden könnten. Die bei Facebook angekündigte Protestaktion vor dem Gerichtsgebäude wurde von der Polizei gestoppt. Außerdem wurde einige der ,Pussy Riot‘-Anhänger in der Metro verprügelt.

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