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Hassobjekt: Tötet die Blutsauger!!!

Hassobjekt: Mücken

29.05.2012

Eine Kriegserklärung an die kleinen Quälgeister.

„Bsssss? Bssss! Bsssss?“ Ein hartnäckiges Summen nähert sich meinem Ohr. Verdammt! Die erste Sommer-Mücke hat ihren Weg in mein Schlafzimmer gefunden. Ich hatte mich schon so sehr auf die warmen Sommernächte gefreut und jetzt das.

Irgendwie lieben mich diese Viecher besonders. Das ist schon immer so gewesen, immer bevorzugen sie mich. Keine Ahnung wieso, aber sicher ist, dass ich ihre Liebe niemals erwidern werde. Mücken machen mich aggressiv. Ich hasse sie und sie wecken in mir einen Killerinstinkt. 

Ich seh dich nicht, du siehst mich nicht

In der Hoffnung, dass der Blutsauger bald das Interesse verliert, ziehe ich mir die Decke über den Kopf. Doch: Fehlanzeige, das unerträgliche Summen bleibt. Ich gebe mein bestes, den Quälgeist einfach zu ignorieren, aber nach einer Weile wird es stickig unter der Decke, ich kann kaum noch atmen und der Schweiß sammelt sich auf meiner Stirn. So kann das doch nicht weitergehen! Diese scheiß Mücke wird mich noch die ganze Nacht wachhalten! 

Jagdfieber

Also bleibt nur eins. Sie hat es nicht anders gewollt. Die Fliegenklatsche muss her. Ich stehe auf, knipse das Licht an und schaue mich, mit Fliegenklatsche bewaffnet, im Zimmer um. Doch auf einmal ist die Mücke weg – wie vom Erdboden verschluckt. Kein Summen mehr. Wo ist der Blutsauger? Wie besessen suche ich das Schlafzimmer ab, aber er ist nirgendwo zu finden. Habe ich mir das alles nur eingebildet? 

Leicht verwirrt krabbele ich wieder in mein Bett und schließe die Augen. Und plötzlich: „Bsssss? Bssss! Bsssss?“ Das Viech lebt und hat sich nur versteckt, um dann aus dem Hinterhalt zuzuschlagen! JETZT muss es aber dran glauben! JETZT bringe ich es um! Aufgesprungen und mit Fliegenklatsche in der Hand, suche ich erneut nach meinem Opfer. Doch vergeblich. Was nun? Jetzt bin ich hellwach, blutrünstig und überzeugt, dass die Mücke den Tod verdient. Ja, diese Mücke muss sterben!

Mit Taktik töten!

Nur, wie kriege ich sie am besten dran? Ich schmeiße meinen Rechner an und schaue nach, was das Internet für Ratschläge zu bieten hat. Unter anderem sollen angeblich Insektensprays, Kerzen und Räucherstäbchen helfen. Insektenspray hab ich keins, dafür aber Kerzen und Räucherstäbchen.

Weil ich will, dass diese Mücke besonders leidet, entschließe ich mich für beide Varianten gleichzeitig. Ich schließe die Fenster, damit nicht noch mehr Mücken mein Zimmer erobern, zünde eine Kerze an und bringe drei Räucherstäbchen zum Kokeln. Wenn alles gut läuft, fliegt das Viech in die Kerzenflamme oder erstickt am Rauch.

Nur ein wenig Geduld. Also heißt es: warten. Und warten… Doch schon nach wenigen Minuten geht es MIR mies. So wie es eigentlich der Mücke gehen sollte. Ich kriege keine Luft mehr, es stinkt und ich muss husten. Ob die Mücke noch lebt? Nach kurzem Grübeln denke ich mir: Wenn ich nicht mehr atmen kann, ist die Mücke bestimmt schon längst tot. Also auf mit den Fenstern! Allesamt! Endlich atmen! Puhhh!

Geschafft

Erleichtert und zufrieden mit mir und meinem Werk, beginne ich im flackernden Kerzenschein so langsam wieder zur Ruhe zu kommen. Ich habe eine gute Tat vollbracht, denn dank mir gibt es jetzt eine Mücke weniger in der Wohnung, eine Mücke weniger auf dieser Welt. Seelig lächelnd fallen mir die Augenlieder zu.

Doch dann kribbelt es auf meinem Arm. Verdammt, ich dachte, die Mücke wäre erlegt! Ich springe auf und fühle mich wie im Horrorfilm.

Warum sterbt ihr nicht einfach?

„Bsssss?“, kommt es von allen Seiten, von überall. „Bsssss?“- „Bsssss?“ Mein ganzes Zimmer ist voller Mücken. Alle sind durch die offenen Fenster geflogen – angelockt von meiner Kerze.

Im Schockzustand beginne ich, wie wild um mich zu schlagen. Verdammte Mücken, wer hat euch erfunden? Verflucht sollt ihr sein! Fahrt gefälligst zur Hölle!

Bildquelle: Susannka über CC BY-ND 2.0