Die erste Steuererklärung machen ohne Steuerberater
Der böse Samstagsbrief
27.06.2012
Das kannst du jetzt schon selbst
Steuererklärungen sind gar nicht so kompliziert wie alle immer sagen, weiß unsere Autorin jetzt.
Unsere Autorin Anja Schauberger schreibt jeden Mittwoch in ihrer Kolumne "Das kannst du jetzt schon selbst" über Situationen, in denen sie sich zuletzt richtig erwachsen gefühlt hat. Von der ersten Steuererklärung bis zum Kauf einer anständigen Matratze.
Bis vor ein paar Tagen dachte ich noch: Ich muss nie. Ich muss nie eine dieser seltsamen, furchtbar komplizierten Steuererklärungen machen. Warum auch? Ich verdiene viel zu wenig, als dass ich Steuern zahlen müsste, geschweige denn irgendetwas "raus bekomme"?
Dann kam der böse Brief vom Finanzamt. Böse Briefe liegen generell immer samstags im Briefkasten. Weil man samstags nirgendwo anrufen kann. Weil man samstags sowieso nichts an der Situation ändern kann. Weil man ganze zwei Tage warten muss, bis man anrufen oder hinrennen kann oder überhaupt einmal weiß, was jetzt eigentlich zu tun ist.
Der Besuch im Finanzamt
Ich muss wirklich keine Steuern zahlen, weiß ich jetzt. Ich bekomme auch nichts raus, nein. Trotzdem, erklärte mir die Finanzamtsangestellte mit größter Genervtheit, müsse ich jetzt wohl, ob es mir passt oder nicht, eine Steuererklärung machen. Und, weil das nicht schon genug ist, solle ich gleich zwei machen. 2010 und 2011.
Als ich zu allem Überfluss auch noch zugab, dass ich den Unterschied zwischen Einnahmen und Einkünften nicht weiß, war sie, so vermute ich, kurz davor innerlich zu explodieren. Ich solle mir doch einen Steuerberater nehmen, verdammt. Ja, das würde ich gerne, aber leider kosten diese Steuerberater Geld. Sogar eine Menge Geld, das ich weder habe noch irgendwie wieder "raus bekomme". Und warum sollte ich auch in etwas investieren, das ich eigentlich gar nicht brauche?
Die "Anlage S"
Ich bekam eine Menge Mantelbögen in die Hand gedrückt, dazu die "Anlage S" für selbstständige Tätigkeiten. Zuhause warf ich einen kurzen Blick auf die Einkommenssteuer-Anträge und stellte mir zwei Fragen: Wer um alles in der Welt denkt sich eigentlich diese ganzen Anträge aus? Es gibt ja für alles und jeden einen passenden Antrag. Und: Wer will eigentlich Steuererklärungen auch noch zu seinem Beruf machen?
Auf den zweiten Blick begriff ich, dass das alles gar nicht so schlimm ist, wie alle immer sagen. Dass wir vielleicht mit einem "total ätzend und super kompliziert"-Gefühl an Steuererklärungen rangehen, weil wir von überall eingebläut bekommen, wie total ätzend und super kompliziert Steuererklärungen sind.
Einen Steuerberater habe ich vorerst also einmal nicht, eine perfekt ausgefüllte Einkommensteuererklärung leider auch nicht. Dafür weiß ich jetzt was die Kleinunternehmerregelung ist, was der Unterschied zwischen Einnahmen und Einkünften ist und was man alles so von der Steuer absetzen könnte. Und ich muss sagen: Fürs erste Mal war ich gar nicht schlecht. Und falls irgendeine Angabe fehlt, können sie mir ja auch noch einen dieser bösen Samstagsbriefe schicken.
Bild: Anja Schauberger
Bis vor ein paar Tagen dachte ich noch: Ich muss nie. Ich muss nie eine dieser seltsamen, furchtbar komplizierten Steuererklärungen machen. Warum auch? Ich verdiene viel zu wenig, als dass ich Steuern zahlen müsste, geschweige denn irgendetwas "raus bekomme"?
Dann kam der böse Brief vom Finanzamt. Böse Briefe liegen generell immer samstags im Briefkasten. Weil man samstags nirgendwo anrufen kann. Weil man samstags sowieso nichts an der Situation ändern kann. Weil man ganze zwei Tage warten muss, bis man anrufen oder hinrennen kann oder überhaupt einmal weiß, was jetzt eigentlich zu tun ist.
Der Besuch im Finanzamt
Ich muss wirklich keine Steuern zahlen, weiß ich jetzt. Ich bekomme auch nichts raus, nein. Trotzdem, erklärte mir die Finanzamtsangestellte mit größter Genervtheit, müsse ich jetzt wohl, ob es mir passt oder nicht, eine Steuererklärung machen. Und, weil das nicht schon genug ist, solle ich gleich zwei machen. 2010 und 2011.
Als ich zu allem Überfluss auch noch zugab, dass ich den Unterschied zwischen Einnahmen und Einkünften nicht weiß, war sie, so vermute ich, kurz davor innerlich zu explodieren. Ich solle mir doch einen Steuerberater nehmen, verdammt. Ja, das würde ich gerne, aber leider kosten diese Steuerberater Geld. Sogar eine Menge Geld, das ich weder habe noch irgendwie wieder "raus bekomme". Und warum sollte ich auch in etwas investieren, das ich eigentlich gar nicht brauche?
Die "Anlage S"
Ich bekam eine Menge Mantelbögen in die Hand gedrückt, dazu die "Anlage S" für selbstständige Tätigkeiten. Zuhause warf ich einen kurzen Blick auf die Einkommenssteuer-Anträge und stellte mir zwei Fragen: Wer um alles in der Welt denkt sich eigentlich diese ganzen Anträge aus? Es gibt ja für alles und jeden einen passenden Antrag. Und: Wer will eigentlich Steuererklärungen auch noch zu seinem Beruf machen?
Auf den zweiten Blick begriff ich, dass das alles gar nicht so schlimm ist, wie alle immer sagen. Dass wir vielleicht mit einem "total ätzend und super kompliziert"-Gefühl an Steuererklärungen rangehen, weil wir von überall eingebläut bekommen, wie total ätzend und super kompliziert Steuererklärungen sind.
Einen Steuerberater habe ich vorerst also einmal nicht, eine perfekt ausgefüllte Einkommensteuererklärung leider auch nicht. Dafür weiß ich jetzt was die Kleinunternehmerregelung ist, was der Unterschied zwischen Einnahmen und Einkünften ist und was man alles so von der Steuer absetzen könnte. Und ich muss sagen: Fürs erste Mal war ich gar nicht schlecht. Und falls irgendeine Angabe fehlt, können sie mir ja auch noch einen dieser bösen Samstagsbriefe schicken.
Bild: Anja Schauberger











