Im Internet heiß diskutiert: Die Bezeichnung "Generation Maybe".
Call me "Maybe"?!
29.06.2012
Wie steht die "Generation Maybe" zu ihrem Namen? Zwei Positionen im Überblick.
Seit ein paar Monaten streiten sich diverse Journalisten und sonstige Liebhaber der freien Meinungsäußerung darüber, welche Eigenschaften unsere Generation auszeichnen. Die Generation der heute 20 bis 30-Jährigen wurde unter einem soziologischen Deckglas gesammelt und nach mehr oder weniger gründlich durchgeführter Mikroskopie mit dem Etikett „Maybes“ versehen. An sich kein schlechter Name, oder? Ein angenehmerer Klang jedenfalls als „Nachkriegskinder“, ein wenig kreativer als „68er“ und natürlich demokratischer als „Definitelys“. Deutsche Medien beeilten sich jedoch, unter der Leichtigkeit der englischen Sprache einen Haufen schwerer Bedeutungen freizuschaufeln: Unsicherheit, Mutlosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit und mehr solcher Begriffe, die unsere Generation beschreiben sollen. Aber tun sie das tatsächlich? Was denken wir selbst?
„Wir haben vergessen, wie man Entscheidungen trifft“, klagte im März ein Angehöriger der „Generation Maybe“ auf Welt Online und brachte damit große virtuelle Wellen ins Rollen. Er kritisierte unsere Unentschlossenheit zwischen Spießigkeit und Abenteuerlust, zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung, zwischen dem Wunsch nach Verantwortung und dem nach totaler Freiheit. Für Erkenntnisse wie „Wir wollen Lebenskünstler sein und denken wie Beamte“, erhielt er mehr als 43 000 erhobene Facebook-Daumen - ein überraschend hohes Maß an öffentlicher Zustimmung. Sein Vorwurf, wir hätten es uns in unserer Unentschlossenheit bequem gemacht, fand viele junge Anhänger.
Zwar treffen wir nach der Ansicht von Hirnforschern in Wahrheit alle rund 20 000 Entscheidungen pro Tag - haben also nicht komplett vergessen, wie das geht - doch wäre es ignorant in Betracht der Reaktionen auf diesen Artikel weiter zu behaupten, die Angst davor spiele keine besondere Rolle in unserer Generation. Nur fühlen wir uns wirklich so „heillos überfordert“, wie hier beschrieben, so vollkommen „ohne Plan, ohne Mut, ohne Biss“? Ist unser „maybe“ ein Zeichen von Kapitulation?
„Wir haben vergessen, wie man Entscheidungen trifft“, klagte im März ein Angehöriger der „Generation Maybe“ auf Welt Online und brachte damit große virtuelle Wellen ins Rollen. Er kritisierte unsere Unentschlossenheit zwischen Spießigkeit und Abenteuerlust, zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung, zwischen dem Wunsch nach Verantwortung und dem nach totaler Freiheit. Für Erkenntnisse wie „Wir wollen Lebenskünstler sein und denken wie Beamte“, erhielt er mehr als 43 000 erhobene Facebook-Daumen - ein überraschend hohes Maß an öffentlicher Zustimmung. Sein Vorwurf, wir hätten es uns in unserer Unentschlossenheit bequem gemacht, fand viele junge Anhänger.
Zwar treffen wir nach der Ansicht von Hirnforschern in Wahrheit alle rund 20 000 Entscheidungen pro Tag - haben also nicht komplett vergessen, wie das geht - doch wäre es ignorant in Betracht der Reaktionen auf diesen Artikel weiter zu behaupten, die Angst davor spiele keine besondere Rolle in unserer Generation. Nur fühlen wir uns wirklich so „heillos überfordert“, wie hier beschrieben, so vollkommen „ohne Plan, ohne Mut, ohne Biss“? Ist unser „maybe“ ein Zeichen von Kapitulation?
Warum man das auch ganz anders sehen kann, lest ihr auf Seite 2...












