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Bereit für die letzte Beziehung, bereit um zusammen alt zu werden

Für immer

04.07.2012
Das kannst du jetzt schon selbst

Oft genug gesagt und doch so selten gefühlt - irgendwann sucht man dann wirklich eine Beziehung für immer.

Unsere Autorin Anja Schauberger schreibt jeden Mittwoch in ihrer Kolumne "Das kannst du jetzt schon selbst" über Situationen, in denen sie sich zuletzt richtig erwachsen gefühlt hat. Von der ersten Steuererklärung bis zum Kauf einer anständigen Matratze.

"Mein nächster Freund könnte auch gerne mein letzter sein", meinte meine gute Freundin B. letztens bei einem Kaffee. Auf dem Nachhauseweg dachte ich noch lange über ihre Worte nach und kam zu dem Schluss: Wenn das meine letzte Beziehung wäre, dann wäre das eigentlich sehr schön. Ich hätte vor allem nicht mehr das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. 

Für immer?

Meinem ersten Freund schrieb ich Sätze wie "Ich werde dich für immer lieben", ohne dabei auch nur in Erwägung zu ziehen, wie es denn für immer mit ihm wäre. Klar, eine eigene, vielleicht sogar gemeinsame, Wohnung schien damals noch so weit weg wie die Riester-Vorsorge. Auf den Gedanken, nie wieder einen anderen Jungen auch nur küssen zu können, kam ich nicht einmal. Ich sagte "für immer" und hatte doch überhaupt nicht bedacht, was das eigentlich heißt.

Heute ist das natürlich schon ein wenig anders. Ich freue mich, wenn ich nach Hause komme und mein Freund gekocht hat und denke kurz: "Warum nicht für immer?". Ich lerne einen Jungen in einem Club kennen, schüttle nach fünf Minuten Gespräch innerlich schon den Kopf und denke einmal wieder kurz: "Ja, warum nicht für immer?"

Für immer!

Ich wäre bereit. Bereit für ein "für immer". Und dieses Gefühl habe ich zum ersten Mal bemerkt. Natürlich geht man jede Beziehung mit den großen Worten im Mund und dem wichtigen Gedanken im Hinterkopf "für immer!" ein, denn niemand will hören: "Hey, wie wärs mit uns so für die nächsten zwei Jahre?" 

Eine Beziehung kann nur auf der Illusion der Ewigkeit funktionieren. Doch wie oft sagten wir schon "für immer" und dachten im selben Moment "Also, ich weiß ja nicht so recht". Heute sind wir älter, stehen hinter unseren Entscheidungen. Sagen nicht einfach mehr so "für immer!", obwohl es sich falsch oder unüberlegt anfühlt. Dass diese beiden Worte keine Garantie sind, steht nicht zur Debatte. Aber sie fühlen sich verdammt gut an.

Bild: Anja Schauberger