Frank Ocean outet sich als bisexuell. Ein Wendepunkt im homophoben HipHop?
Frank Ocean ist schwul und Wasser ist nass
04.07.2012
HipHop und R'n'B Shooting-Star Frank Ocean outet sich als erster Protagonist der Szene.
Denken wir an den mit stereotypen behafteten amerikanischen Rapper, dann fallen uns Namen wie Lil' Wayne ein, dessen Ansicht nach es für Frauen nichts Schöneres zu geben scheint, als an seinem „Lollipop“ zu nuckeln. Wir denken an Snoop Dogg, den ewig bekifften Ladykiller, dessen einziges Anliegen es ist, Frauen feucht zu machen. Wir denken an R. Kelly's Fiesta, wo ein ganzer Strand voller nackter Frauen die Männer umkreist, wie ein Rudel ausgehungerter Löwen ein Gnu, das sie im nächsten Moment zerfetzen. Kohle, Frauen, Gras, Partys, Autos, wieder Frauen. Daraus sind viele, nicht alle, Hip-Hop Geschichten geschrieben.
Seht her, so bin ich!
Doch die Gesellschaft verändert sich, unentwegt. Nun sind diese Veränderungen auch im HipHop angelangt, hoffentlich. Frank Ocean aus New Orleans ist 24 Jahre jung und einer der aufstrebenden Künstler in der HipHop- und R'n'B-Szene. Er geht mit Coldplay auf Tour, mischt bei zwei Songs des legendären „Watch the Throne“-Albums von Jay-Z und Kanye West mit, wird von der gesamten HipHop-Gemeinde noch vor Erscheinen seines Major-Debüts "Channel Orange" hochgelobt.
Zu einer Zeit, in der alles seinen Lauf nimmt, sich die Zukunft vielversprechend, wie ein roter Teppich, vor ihm auslegt, traut er sich etwas, was sich bisher niemand getraut hat: Sich in der übermaskulinen, testosterongeschwängerten, auch homophoben Rap-Szene als homosexuell zu outen. Vielleicht wählte er gezielt diesen Weg, diesen Zeitpunkt, um als neuer Mensch wie der Phönix aus der Asche zu treten. Seht her, so bin ich, nehmt mich und mein Album so, wie wir sind oder lasst es! Die Last, die von seinen Schultern gefallen ist, sie muss grenzenlos sein.
"Ich war 19. Er auch."
Vor wenigen Tagen veröffentlichte Frank Ocean auf seiner Homepage vorab eine Danksagung zu seinem bald erscheinenden Album „Channel Orange“ (voraussichtliches Erscheinungsdatum in Deutschland 20. Juli 2012). Doch die Danksagung ist mehr als das, sie ist der Schritt in ein neues Leben, in ein befreites Leben.
"Vor vier Sommern habe ich jemanden getroffen. Ich war 19. Er auch. Wir verbrachten diesen Sommer zusammen, und den darauf folgenden. Jeden Tag. An den Tagen, an denen wir zusammen waren, verstrich die Zeit in Windeseile. Die meiste davon sah ich ihn und sein Lächeln. Ich hörte seine Worte und ich hörte sein Schweigen .. bis es Zeit war, schlafen zu gehen. Schlaf, den ich oft mit ihm geteilt habe. Zu dieser Zeit habe ich gemerkt, ich bin verliebt. Es war böse, es war hoffnungslos. Es gab keinen Ausweg, es gab kein Verhandeln mit Gefühlen, keine Wahl. Es war meine erste Liebe, es veränderte mein Leben."
Unter seiner Danksagung findet sich noch ein Statement: „Meine Hoffnung ist, dass die Babys, die heutzutage geboren werden, weniger von dem Schwachsinn erben, den wir geerbt haben.“
Frank Ocean ist schwul und Wasser ist immer noch nass. Wenn die Gesellschaft doch nur bereit wäre, dies zu erkennen..
Bild: Nabil Elderking/Universal Music
Seht her, so bin ich!
Doch die Gesellschaft verändert sich, unentwegt. Nun sind diese Veränderungen auch im HipHop angelangt, hoffentlich. Frank Ocean aus New Orleans ist 24 Jahre jung und einer der aufstrebenden Künstler in der HipHop- und R'n'B-Szene. Er geht mit Coldplay auf Tour, mischt bei zwei Songs des legendären „Watch the Throne“-Albums von Jay-Z und Kanye West mit, wird von der gesamten HipHop-Gemeinde noch vor Erscheinen seines Major-Debüts "Channel Orange" hochgelobt.
Zu einer Zeit, in der alles seinen Lauf nimmt, sich die Zukunft vielversprechend, wie ein roter Teppich, vor ihm auslegt, traut er sich etwas, was sich bisher niemand getraut hat: Sich in der übermaskulinen, testosterongeschwängerten, auch homophoben Rap-Szene als homosexuell zu outen. Vielleicht wählte er gezielt diesen Weg, diesen Zeitpunkt, um als neuer Mensch wie der Phönix aus der Asche zu treten. Seht her, so bin ich, nehmt mich und mein Album so, wie wir sind oder lasst es! Die Last, die von seinen Schultern gefallen ist, sie muss grenzenlos sein.
"Ich war 19. Er auch."
Vor wenigen Tagen veröffentlichte Frank Ocean auf seiner Homepage vorab eine Danksagung zu seinem bald erscheinenden Album „Channel Orange“ (voraussichtliches Erscheinungsdatum in Deutschland 20. Juli 2012). Doch die Danksagung ist mehr als das, sie ist der Schritt in ein neues Leben, in ein befreites Leben.
"Vor vier Sommern habe ich jemanden getroffen. Ich war 19. Er auch. Wir verbrachten diesen Sommer zusammen, und den darauf folgenden. Jeden Tag. An den Tagen, an denen wir zusammen waren, verstrich die Zeit in Windeseile. Die meiste davon sah ich ihn und sein Lächeln. Ich hörte seine Worte und ich hörte sein Schweigen .. bis es Zeit war, schlafen zu gehen. Schlaf, den ich oft mit ihm geteilt habe. Zu dieser Zeit habe ich gemerkt, ich bin verliebt. Es war böse, es war hoffnungslos. Es gab keinen Ausweg, es gab kein Verhandeln mit Gefühlen, keine Wahl. Es war meine erste Liebe, es veränderte mein Leben."
Unter seiner Danksagung findet sich noch ein Statement: „Meine Hoffnung ist, dass die Babys, die heutzutage geboren werden, weniger von dem Schwachsinn erben, den wir geerbt haben.“
Frank Ocean ist schwul und Wasser ist immer noch nass. Wenn die Gesellschaft doch nur bereit wäre, dies zu erkennen..
Bild: Nabil Elderking/Universal Music













