Gehört auch zum Erwachsenwerden dazu: Kiffen ist einfach nicht mehr cool.
Das habe ich längst hinter mir
11.07.2012
Das kannst du jetzt schon selbst
Unsere Autorin merkt: Sie muss keine Coolness mehr vortäuschen, wo eigentlich gar keine ist.
Unsere Autorin Anja Schauberger schreibt jeden Mittwoch in ihrer Kolumne "Das kannst du jetzt schon selbst" über Situationen, in denen sie sich zuletzt richtig erwachsen gefühlt hat. Von der ersten Steuererklärung bis zum Kauf einer anständigen Matratze.
Vielleicht liegt es daran, dass ich Kiffen schon immer total albern fand. Ich wurde immer nur müde, hungrig und bekam kein Wort mehr heraus. Als ich vor ein paar Tagen auf einem Konzert war und die 15-jährigen Jungs vor mir (Ja, genau die, die man früher süß gefunden hätte) ganz geheimnisvoll herum tuschelten, war sofort klar, was Sache war: Sie wollten kiffen.
Kiffen auf einem Konzert
Die Tatsache, das jemand auf einem Konzert kiffen möchte, finde ich dabei alles andere als verwerflich. Ich trinke ein Bier und jemand anders raucht einen Joint. Aber diese Geheimnistuerei, die gleichzeitig alles andere als geheimnisvoll war und deren einziger Zweck darin bestand, noch mehr Aufmerksamkeit auf Michi, Stefan und Alex zu ziehen, ließ mich mit den Augen rollen.
Ich war kurz davor zu sagen: "Jungs, wenn ihr kiffen wollt, dann macht das doch einfach!". Das Bauen, Tuscheln, Kichern und dann wieder Tuscheln nahm sicherlich doppelt so viel Zeit in Anspruch wie das Rauchen an sich. Meine kleine Schwester stand neben mir und war wütend und neugierig zugleich, ich konnte es irgendwann einfach nur belächeln.
Selbstbewusst und unglaublich cool
In diesem Moment merkte ich, dass ich drüber stehe. Nicht auf eine "Ich fühle mich besser als die"- Art, eher auf eine "Das habe ich längst hinter mir"-Art. Ich muss keine Coolness mehr vortäuschen, wo eigentlich gar keine ist. Ich stehe mit einem Bier auf einem Konzert und wenn ich mag auch mit einem Wasser.
Als ich meinen ersten Joint auf einem Sportplatz rauchte und dann nach Hause ging, fühlte ich mich ähnlich wie auf dem Nachhauseweg nach meinem ersten Mal: selbstbewusst und unglaublich cool.
Heute ist Sex genauso wie Gras irgendwie normal, eben einfach da. Leute, die mit Ende 20 noch auf einer Party stehen und einen Joint nach dem anderen bauen, strahlen plötzlich keine Coolness mehr aus. Kein Wunder, denn irgendwann hört es ganz einfach auf cool zu sein. Genauso wie Sex.
Ich kann jetzt selbst entscheiden, ob ich Sex habe oder einen Joint rauche. Und, wenn ich es tue, dann ist es ein Erlebnis für sich, ohne dass ich es jemandem auf die Nase binden muss. Aber wie gesagt: Kiffen fand ich irgendwie schon immer albern.
Bild: Anja Schauberger
Vielleicht liegt es daran, dass ich Kiffen schon immer total albern fand. Ich wurde immer nur müde, hungrig und bekam kein Wort mehr heraus. Als ich vor ein paar Tagen auf einem Konzert war und die 15-jährigen Jungs vor mir (Ja, genau die, die man früher süß gefunden hätte) ganz geheimnisvoll herum tuschelten, war sofort klar, was Sache war: Sie wollten kiffen.
Kiffen auf einem Konzert
Die Tatsache, das jemand auf einem Konzert kiffen möchte, finde ich dabei alles andere als verwerflich. Ich trinke ein Bier und jemand anders raucht einen Joint. Aber diese Geheimnistuerei, die gleichzeitig alles andere als geheimnisvoll war und deren einziger Zweck darin bestand, noch mehr Aufmerksamkeit auf Michi, Stefan und Alex zu ziehen, ließ mich mit den Augen rollen.
Ich war kurz davor zu sagen: "Jungs, wenn ihr kiffen wollt, dann macht das doch einfach!". Das Bauen, Tuscheln, Kichern und dann wieder Tuscheln nahm sicherlich doppelt so viel Zeit in Anspruch wie das Rauchen an sich. Meine kleine Schwester stand neben mir und war wütend und neugierig zugleich, ich konnte es irgendwann einfach nur belächeln.
Selbstbewusst und unglaublich cool
In diesem Moment merkte ich, dass ich drüber stehe. Nicht auf eine "Ich fühle mich besser als die"- Art, eher auf eine "Das habe ich längst hinter mir"-Art. Ich muss keine Coolness mehr vortäuschen, wo eigentlich gar keine ist. Ich stehe mit einem Bier auf einem Konzert und wenn ich mag auch mit einem Wasser.
Als ich meinen ersten Joint auf einem Sportplatz rauchte und dann nach Hause ging, fühlte ich mich ähnlich wie auf dem Nachhauseweg nach meinem ersten Mal: selbstbewusst und unglaublich cool.
Heute ist Sex genauso wie Gras irgendwie normal, eben einfach da. Leute, die mit Ende 20 noch auf einer Party stehen und einen Joint nach dem anderen bauen, strahlen plötzlich keine Coolness mehr aus. Kein Wunder, denn irgendwann hört es ganz einfach auf cool zu sein. Genauso wie Sex.
Ich kann jetzt selbst entscheiden, ob ich Sex habe oder einen Joint rauche. Und, wenn ich es tue, dann ist es ein Erlebnis für sich, ohne dass ich es jemandem auf die Nase binden muss. Aber wie gesagt: Kiffen fand ich irgendwie schon immer albern.
Bild: Anja Schauberger











