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Zwischen drei Welten

Interview mit Tim Bendzko

18.07.2012

Der Sänger über bezahlten Urlaub, Shaggy und die GEMA-Reform.

In einem spartanisch eingerichteten, grauen Container trifft unser Autor Tim Bendzko. Kurz vor dem Konzert auf dem Tollwood in München. Tim Bendzko sitzt mit einem Kaffee hinter einem schlichten, grauen Tisch.

Herzlich willkommen in meinem Büro! (lacht)

Wow, hast du überall in Deutschland eines?

Sieht ganz danach aus …

Na dann wollen wir mal anfangen: Ich habe bei der Vorbereitung auf das Interview gemerkt, dass du irgendwie überall über die selben Dinge sprechen musst: Union Berlin, die Gebrauchtwagen-Sache, das Theologie-Studium und darüber, dass du mit 10 Jahren beschlossen hast, Musiker zu werden … Und natürlich darüber, dass du aussiehst, wie Matthias Schweighöfer. Lass uns versuchen, das alles zu umschiffen, okay?

Gut, versuchen wir‘s.

Erstmal ganz unverfänglich: Wie lief die Tour bisher? Wie ist die Stimmung?


Die Tour läuft super. Witzigerweise habe ich gestern festgestellt, dass man ja denken könnte, nach einem Jahr mit demselben Programm und 100 Konzerten könnte das jetzt langweilig geworden sein. Aber es ist jetzt ganz im Gegenteil einfach grundentspannt. Man kann das jetzt viel krasser genießen, weil man niemandem mehr etwas beweisen muss. Deshalb ist das wie bezahlter Urlaub … In Verbindung mit einer Mandelentzündung.

Tatsächlich? Bist du krank?

Ja, leider. Ich hatte drei Wochen frei vor der Tour und genau an dem Tag, an dem wir auf Tour fahren, kommt die Mandelentzündung. Das ist echt das Schlimmste, was passieren kann. Weißt du, das ist immer bitter und das war auch schon immer bitter. Aber jetzt ist das noch unangenehmer, weil man sich denkt „Okay, du hast jetzt sieben Konzerte in acht Tagen … doof!“ Da macht Krankheit dann noch weniger Spaß. Wenn man ein Instrument spielt, dann kann man sich vor dem Konzert zwei Wodka reinkippen, in der Hoffnung, dass der Schmerz nachlässt …

Ach, läuft das hier so?

Nein, natürlich nicht (lacht). Aber was ich damit sagen will: Da kann man das dann aushalten, indem man sich irgendwie manipuliert. Als Sänger geht das schlecht. Da sind schon Schmerztabletten schwierig, weil du dann wie im Delirium auf der Bühne stehst. Als Sänger musst du da ohne durch.

In Anbetracht der Krankheit machst du nach der Tour dann erstmal Urlaub, oder?

Nein, nicht schon wieder (lacht). Ich war ja erst. So ein Urlaub ist ja auch teuer. Wenn ich zwei, drei Tage frei habe, ist das genug. Außerdem sind wir ja ab September im Studio. Der größte Stress im Studio ist, die ganzen Songs zu schreiben und dann einzusingen. Die eigentliche Produktion läuft ja dann so, dass man den ganzen Tag im Studio sitzt und zwischendrin mal sagt „Geil" oder "Nicht geil". Aber wirkliche Arbeit ist das nicht. Das ist mehr Zeitverbringen.

Lest auf Seite zwei, wie Tims Feature mit Shaggy zu Stande kam…
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