Lana del Rey ist der Star der neuen H&M Kampagne
Blauer Samt und erlaubte Blicke
20.07.2012
Bilder von Lana del Rey erzählen Geschichten - ob in Videos oder auf Werbeplakaten.
"She wore blue velvet // Bluer than velvet was the night // Softer than satin was the light." Für ihre H&M Kampagne wird Lana del Rey Blue Velvet von Bobby Hinton (1964) neu einsingen. Die Referenz zu David Lynchs gleichnamigem Film von 1986 hätte man eigentlich nicht einmal so offensichtlich machen müssen: Lana del Rey verkörpert auch ohne musikalische Unterlegung den Surrealismus amerikanischer Vorstädte und vereint alle Verstörung des Noir Genres in sich.
I'm your National Anthem
Nach ihrem Album Born to Die ist es musikalisch leiser geworden um Lana del Rey, dafür setzt sie mehr und mehr auf visuelle Präsenz. Neben Video Games, zwei Video-Versionen von Blue Jeans, Born to Die und zuletzt Summertime Sadness erschien kürzlich der Clip zu National Anthem. Lana als Marylin Monroe alias Jackie Kennedy mit ASAP Rocky als JFK. Die tragisch-trashige Aura um del Rey, der 60s Flair gepaart mit White Trash Details - wer die "unauthentische Kunstfigur Lana del Rey" angreift, konzentriert sich auf das Falsche.
Die britische Vogue wählte Lana als Coverstar für die März-Ausgabe 2012 - "I am like many of the thousands of people enraptured by the throaty, seductive voice of Lana Del Rey", schreibt Alexandra Shulman (Chefredakteurin der British Vogue). Doch es ist nicht nur die Stimme, die Musik, die scheinbar ihre Wirkung zeigt. Als H&M Testimonial trägt Lana auf dem ersten veröffentlichtem Bild der Kampagne einen pfirsichfarbigen Angora-Pulli und eine monochrome Röhre in der selben Farbe. Der schwere Schmuck, die vielen Haare, heavy Make-up, überspritzte Lippen: alles bricht sich in diesem Bild mit der zarten Kleidung.
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
Wie schon in ihrem National Anthem Video, wenn Lana del Rey die alternative Geschichte der Kennedy-Romanze schreibt. Die (angebliche) Affäre und die Ehefrau, die Heilige und die Hure sind eine Person. Idyllische Vorstadt und verrottete Wahrheit sind immer eins. Das tragische Ende überschattet die Bilder der Ausgelassenheit, der Schönheit. Nicht einmal das kitschig-süße Blumenmeer vermag Lana del Reys Diskrepanz zwischen Utopie und zerstörter Zukunft zu überspielen.
Zunächst scheint es deshalb fast verwunderlich, dass die Massenmarke H&M, die eher mit frischer Coolness und bunten Katy Perrys für sich wirbt, Lana del Rey als Repräsentantin der Winterkollektion ausgewählt hat. Außer man bedenkt den Hype um das Bild der Lana del Rey, das zeigen kann, was verschwiegen wird. Die Stilisierung der erfolgreich gescheiterten, die Millionen Platten verkauft, früher im Trailer gelebt hat und sagt, sie werde kein weiteres Album machen. Für H&M ist es nur eine (mal wieder) einmalige Möglichkeit eine popkulturelle Masse anzusprechen, doch eigentlich ist es ein Trost, ein schönes Bild der Versöhnung mit dem unausweichlichen Scheitern. "And still I can see blue velvet // Through my tears."
Bildquelle: +Moi+ (flickr.com); cc by sa 2.0
I'm your National Anthem
Nach ihrem Album Born to Die ist es musikalisch leiser geworden um Lana del Rey, dafür setzt sie mehr und mehr auf visuelle Präsenz. Neben Video Games, zwei Video-Versionen von Blue Jeans, Born to Die und zuletzt Summertime Sadness erschien kürzlich der Clip zu National Anthem. Lana als Marylin Monroe alias Jackie Kennedy mit ASAP Rocky als JFK. Die tragisch-trashige Aura um del Rey, der 60s Flair gepaart mit White Trash Details - wer die "unauthentische Kunstfigur Lana del Rey" angreift, konzentriert sich auf das Falsche.
Die britische Vogue wählte Lana als Coverstar für die März-Ausgabe 2012 - "I am like many of the thousands of people enraptured by the throaty, seductive voice of Lana Del Rey", schreibt Alexandra Shulman (Chefredakteurin der British Vogue). Doch es ist nicht nur die Stimme, die Musik, die scheinbar ihre Wirkung zeigt. Als H&M Testimonial trägt Lana auf dem ersten veröffentlichtem Bild der Kampagne einen pfirsichfarbigen Angora-Pulli und eine monochrome Röhre in der selben Farbe. Der schwere Schmuck, die vielen Haare, heavy Make-up, überspritzte Lippen: alles bricht sich in diesem Bild mit der zarten Kleidung.
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
Wie schon in ihrem National Anthem Video, wenn Lana del Rey die alternative Geschichte der Kennedy-Romanze schreibt. Die (angebliche) Affäre und die Ehefrau, die Heilige und die Hure sind eine Person. Idyllische Vorstadt und verrottete Wahrheit sind immer eins. Das tragische Ende überschattet die Bilder der Ausgelassenheit, der Schönheit. Nicht einmal das kitschig-süße Blumenmeer vermag Lana del Reys Diskrepanz zwischen Utopie und zerstörter Zukunft zu überspielen.
Zunächst scheint es deshalb fast verwunderlich, dass die Massenmarke H&M, die eher mit frischer Coolness und bunten Katy Perrys für sich wirbt, Lana del Rey als Repräsentantin der Winterkollektion ausgewählt hat. Außer man bedenkt den Hype um das Bild der Lana del Rey, das zeigen kann, was verschwiegen wird. Die Stilisierung der erfolgreich gescheiterten, die Millionen Platten verkauft, früher im Trailer gelebt hat und sagt, sie werde kein weiteres Album machen. Für H&M ist es nur eine (mal wieder) einmalige Möglichkeit eine popkulturelle Masse anzusprechen, doch eigentlich ist es ein Trost, ein schönes Bild der Versöhnung mit dem unausweichlichen Scheitern. "And still I can see blue velvet // Through my tears."
Bildquelle: +Moi+ (flickr.com); cc by sa 2.0












