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Der Umweltminister in einer etwas anderen Zwischenbilanz

Hauptsache ans Bein pissen

29.08.2012
100 Tage Peter Altmaier

Seit 100 Tagen ist Peter Altmaier Umweltminister. Und von Anfang an stürzten sich die Medien auf Oberflächlichkeiten.

„Zu schwer, kein TV-Gesicht, doofe Brille: Eigentlich dürfte ein Typ wie Peter Altmaier bei den Menschen gar keinen Erfolg haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Heute ist er seit 100 Tage im Amt.“ Dass es in dem Fall 100 Tage(n) heißen muss (zumindest bis Mittwoch um 14:59 Uhr), das schieben wir jetzt einfach mal auf die Seite und sagen: Ey, auch in journalistischen Gefilden schlägt einem Rechtschreibung und Grammatik mal ein Schnippchen. 

Keine leichten Tage

Mit obigem Text teaserte die Onlineausgabe der "Welt" am Mittwoch ihren Mini-Rückblick der bisherigen Amtszeit von Umweltminister Peter Altmaier an – genauer, in Form des bekannten Schreiberlings Hajo Schumacher. Dass der Minister das wohl schwierigste Amt innerhalb der Bundesregierung übernommen hat, darüber dürften sich Journalisten wie Autonormalbürger weitestgehend einig sein. Stichwort: Energiewende. Mal ehrlich, wer hat schon Bock dafür seinen Kopf hinzuhalten. Vor allem nach der unangenehmen Sache mit Norbert Röttgen, der, so die Einschätzung vieler Experten, als Bauernopfer der Kanzlerin fallen musste.

Sei's drum. Jetzt ist der Peter da, seit 100 Tag. Und Tatsache: Die letzten 100 Tage waren keine leichten für einen Peter Altmaier. Politisch hat er, so ist es ungeschriebenes Gesetz, in diesem Zeitraum genug Zeit (und Raum), sich erst einmal in sein neues Amt einzuarbeiten, seine Mitarbeiter von der Praktikantin bis zum PR-Chef kennenzulernen, Bestandsaufnahme und Schlachtplan zu entwickeln, reichlich Fototermine zu setzen und sich – muss ja auch – innerhalb des Bundestags zu orientieren. Wo ist mein Büro? Welche Treppe führt wohin?

Dass er sich in den Anfangstagen das eine oder andere Mal bereits verlaufen hatte, das hat Altmaier bereits eingestanden. Zumindest, und das ist der Vorteil des Minister-Daseins, muss er sich keine Gedanken darüber machen, wie er mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommt. 

Unverbesserliche Oberflächlichkeit

Zur Person: Peter Altmaier wurde am 18. Juni 1958 in Ensdorf geboren. Wo das ist? Mal schnell googeln: Also entweder im Saarland oder in der Oberpfalz. Nochmal googeln: Aha, also im Saarland. 6557 Einwohner hat das beschauliche Dörflein. Auf seiner Internetseite wird etwa der 104.Geburtstag von Erna Müller thematisiert. Wer das ist? Keine Ahnung. Altmaier jedenfalls ist Jurist und Mitglied des Bundestags seit dem 10. November 1994. 

Und: Römisch-katholisch und LEDIG. Und schon sind wir dort angekommen, wo in den letzten 100 Tagen die Musik spielte. Bei der Privatperson Altmaier, nicht beim erfahrenen Politiker. Und wer ist schuld: Die Medien. Genauer: Die unverbesserliche Oberflächlichkeit mancher Medienvertreter.Dass ausgerechnet ein Christdemokrat ledig ist und sich nicht an der „Gebärmaschine“ Ursula von der Leyen orientiert, wirft Fragen auf. Die Antwort könnte so einfach sein.

Vielleicht weil ein Altmaier nicht gerade die Voraussetzungen für ein Unterwäschemodell mitbringt, so könnte man das vereinfachen. Muss er aber auch gar nicht. 

Bis zum Erbrechen

Und das Warum könnte naheliegender nicht sein: Weil es – pardon – völlig scheissegal ist, wie Altmaier aussieht, solange er nach bestem Wissen und Gewissen seinen Job erledigt. Dass es für Viele offenbar doch eine Rolle spielt, spiegelt der oben zitierte Teaser von WeltOnline wunderbar wieder.Aber auch alle anderen großen Medien wie "SpiegelOnline", "FocusOnline" und wie sie alle heißen, haben sein Aussehen in den vergangenen Wochen und Monaten bis zum Erbrechen thematisiert. Nicht nur das, auch die sexuelle Orientierung wurde zum Thema. Und auch die Erklärung hierfür dürfte einfach sein. 

Seite 2: Wie man versucht hat, Altmaier trotz Fehlerlosigkeit, ans Bein zu pissen und sich die deutschen Medien damit zum Gespött gemacht haben.
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