FUS Jam - Surf-Event am Münchner Eisbach
Brennende Surfbretter
16.09.2012
Feuer beim Surf-Event FUS Jam am Münchner Eisbach.
In seinem orangefarbenen Neoprenanzug stürzt der Surfer samt Brett von einer drei Meter hohen Welle. Er ist noch nicht wieder aufgetaucht, da zieht sein Konkurrent bereits auf der nächsten Wasserwand an ihm vorbei. Er holt Schwung, springt hoch über das kalte Nass, dreht sich und landet unter den Jubelschreien der vielen Fans mit den Füssen auf dem Brett.
So stellt man sich ein Surfevent vor. Der FUS Jam 2012, den die gleichnamige Surf-Crew am Samstagabend auf der stehenden Welle des Münchner Eisbachs veranstaltete, war kein klassischer sportlicher Wettkampf. Der Spaß und die Action standen im Vordergrund. Alles lief entspannt. Auf dem Weg zur eigens aufgebauten Rail für spektakuläre Slides auf die Welle mussten die Surfer zunächst an Moderator Yoyo vorbei, der rotzig und alles andere als jugendfrei durch die Veranstaltung führte. Einen Zeitplan, an dem man sich als Zuschauer hätte orientieren können, gab es gar nicht. Im Internet hieß es nur: etwa ab 19 Uhr oder "irgendwann wenns dunkel ist".
Auch Jack Johnson surfte schon auf der Welle
Das Eisbachsurfen ist in München eine Institution. Von den ersten Sonnenstrahlen im Frühling an bis zum ersten Schnee - manchmal sogar länger, sieht man Menschentrauben auf der Eisbachbrücke in den englischen Garten starren. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie gebannt Surfer beobachten, die ihre Schwünge und Tricks auf einer stehenden Welle zelebrieren. Die Bretter sind kurz, damit man möglichst wendig ist. Eine Finne wird meist herausgenommen, um Steinkontakt zu vermeiden.
Der größte Unterschied zum Wellenreiten im offenen Meer ist allerdings die Fließrichtung im Wasser. Während man im Ozean vom Wasser getragen wird, rauscht es beim Flusssurfen unter dem Brett durch. Am Eisbach blamierten sich schon die größten Surfkönige. Auch Sänger Jack Johnson probierte sich mal vor einem Auftritt auf der stehenden Welle. Über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte etablierte sich eine echte Surfkultur rund um den Eisbach, die stets im Konflikt stand mit der konservativen bayerischen Gesetzgebung. Der Eisbach wurde Kult und Anziehungspunkt. Busse spucken hier mittlerweile Scharen an Touristen aus. Die Locals, die schon seit Ewigkeiten den Eisbach bereiten, befinden sich im ständigen Konfliktfeld zwischen Underground und Mainstream.
Seite 2: Ein brennendes Rail
So stellt man sich ein Surfevent vor. Der FUS Jam 2012, den die gleichnamige Surf-Crew am Samstagabend auf der stehenden Welle des Münchner Eisbachs veranstaltete, war kein klassischer sportlicher Wettkampf. Der Spaß und die Action standen im Vordergrund. Alles lief entspannt. Auf dem Weg zur eigens aufgebauten Rail für spektakuläre Slides auf die Welle mussten die Surfer zunächst an Moderator Yoyo vorbei, der rotzig und alles andere als jugendfrei durch die Veranstaltung führte. Einen Zeitplan, an dem man sich als Zuschauer hätte orientieren können, gab es gar nicht. Im Internet hieß es nur: etwa ab 19 Uhr oder "irgendwann wenns dunkel ist".
Auch Jack Johnson surfte schon auf der Welle
Das Eisbachsurfen ist in München eine Institution. Von den ersten Sonnenstrahlen im Frühling an bis zum ersten Schnee - manchmal sogar länger, sieht man Menschentrauben auf der Eisbachbrücke in den englischen Garten starren. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie gebannt Surfer beobachten, die ihre Schwünge und Tricks auf einer stehenden Welle zelebrieren. Die Bretter sind kurz, damit man möglichst wendig ist. Eine Finne wird meist herausgenommen, um Steinkontakt zu vermeiden.
Der größte Unterschied zum Wellenreiten im offenen Meer ist allerdings die Fließrichtung im Wasser. Während man im Ozean vom Wasser getragen wird, rauscht es beim Flusssurfen unter dem Brett durch. Am Eisbach blamierten sich schon die größten Surfkönige. Auch Sänger Jack Johnson probierte sich mal vor einem Auftritt auf der stehenden Welle. Über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte etablierte sich eine echte Surfkultur rund um den Eisbach, die stets im Konflikt stand mit der konservativen bayerischen Gesetzgebung. Der Eisbach wurde Kult und Anziehungspunkt. Busse spucken hier mittlerweile Scharen an Touristen aus. Die Locals, die schon seit Ewigkeiten den Eisbach bereiten, befinden sich im ständigen Konfliktfeld zwischen Underground und Mainstream.
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