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Warum Frauen auf dreckigen Sex stehen

Die Spermafrage

21.09.2012

Eine holländische Studie zeigt, warum wir beim Sex den Ekel vor Körpersäften verlieren.

Sex kann sehr schmutzig sein. Ja, Sex sollte nach Meinung vieler überhaupt nicht ohne Schweinerei über die Bühne gehen, ganz nach dem Motto von Klein-Christina Aguilera: ,,I wanna get dirty!“  Auf dem ersten Platz der sexuellen Schmutzfaktoren stehen wohl nach wie vor unsere diversen Körpersäfte und aus weiblicher Sicht stellt sich hier natürlich sofort die Spermafrage.

Schlichte Biologie


Liest man sich durch diverse Foren findet man jede Menge Tipps und Tricks, wie Frau Sperma appetitlicher finden kann, aber so richtig widerlich findet es eigentlich sowieso keine. Es würde zu ihrem Schatz dazugehören, wäre etwas ganz Natürliches, blablabla. Ehrlich, bei Tageslicht betrachtet, ist das Zeug, vor allem im erkalteten Zustand, klebrig und lästig. Woran liegt es also, dass schätzungsweise fast die Hälfte aller Frauen das Zeug nicht nur toleriert, sondern auch schluckt als wäre es Milch mit Honig? Nur aus Liebe zu ihrem Partner? Wohl kaum.

Niederländische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass erregte Frauen eine höhere Toleranzgrenze gegenüber ekligen Dingen entwickeln. Heißt dass jeglicher Rotz und Kotz, den wir mit Sex in Verbindung bringen, uns wer weiß wie was antörnt. Derselbe Effekt wurde in der Vergangenheit übrigens auch bei Männern festgestellt, denn niemand will behaupten, dass Vaginalsekret jedermanns Sache sein muss.

Der Ekeltest

Das wissenschaftliche Team um Charmaine Borg von der Universität Groningen teilte neunzig, durchschnittlich dreiundzwanzigjährige Frauen, in verschiedenen Gruppen ein und zeigte diesen Gruppen unterschiedliche Filme. Die einen hatten die angenehme Aufgabe sich einen sexuell stimulierenden Softporno zu Gemüte führen zu dürfen, die anderen mussten sich Sportclips in bester DSF-Manier anschauen. Die dritte Gruppe schließlich wurde mit Bildern einer Zugfahrt bedröhnt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Studie in dem Fachblatt Plos One.

Nachdem die Probandinnen angeben mussten, wie erregt sie sich nach den jeweiligen Bildern fühlten, durften sie sechzehn unschöne Aufgaben bewältigen. Die geileren der Frauen hatten tatsächlich weniger Probleme mit Aufgaben, wie aus einer Tasse mit toter Fliege zu trinken oder fremde, getragene Unterhosen in die Wäsche zu stopfen. Auch erfüllten von der Pornofraktion gut neunundachtzig Prozent die Aufgaben, wohingegen es von der Zug-Gruppe nur etwa vierundsiebzig Prozent fertigbrachten. Die erregteren Frauen bewerteten vor allem die unangenehmen Aufgaben, die mit Sex assoziiert wurden, als weniger abstoßend, als die anderen Teilnehmerinnen.

Schlaue Evolution


Das hat die Evolution also besonders pfiffig hinbekommen, denn ohne Ekel-Auslöser wie Körpergeruch, Schweiß, Muschisaft und eben Sperma funktioniert Sex halt einfach nicht. Dass wir auf dreckigen Sex stehen oder unvermeidbare Schmutzfaktoren tolerieren, ist für den Fortbestand von uns Menschlein somit enorm wichtig. Auch wenn es bei der Studie nicht primär um Sperma ging, ist ihr Ergebnis gerade hier besonders interessant und aufschlussreich. Denn damit am Ende alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen, könnte der Schlüsselsatz nun lauten: Jungs macht eure Freundin richtig heiß, dann schluckt sie euren Scheiß!
Bildquelle: See-ming Lee 李思明 SML (flickr.com) unter cc by sa 2.0