Männerbewegung als Reaktion auf die weibliche Emanzipation
Männer, erhebt euch!
24.09.2012
Es ist Zeit für eine Emanzipation des Mannes?
Es ist ja so, dass wir Frauen inzwischen wissen, was wir wollen, oder zumindest gelernt haben dafür zu kämpfen, sobald wir es wissen. Karriere, Kinder, Kita-Platz – nur drei Stichworte in der Debatte um Gleichberechtigung der Frauen in der Berufswelt. Die Frauenbewegung ist durch. Gelaufen. Wir Frauen haben jetzt die Hosen an. Vielleicht scheiterte deshalb vergangene Woche die europaweit verbindliche Frauenquote? Weil wir Frauen schon ach so gleichberechtigt sind? Weil ihr Männer ja nicht von uns Frauen durch eine Quote von den Spitzen gedrängt werden wollt...
Wir und Ihr – so teilen sich immer noch die Fronten in der Diskussion. Eigentlich merkwürdig, nimmt man an, es geht hier tatsächlich um die Gleichberechtigung, also etwas, bei dem man sich auf einer Augenhöhe begegnet und nicht versucht, die jeweils andere Seite unter zu buttern. Typisch Frau, typisch Mann – da ist schneller in die Klischee-Schublade gegriffen, als jemand Herbert Grönemeyer zitieren kann.
Männer als das verteufelte Geschlecht
Ob nun vor, durch, oder nach der Frauenbewegung – es scheint auf weiten Ebenen der männlichen Vertreter unserer Gesellschaft das Bild entstanden zu sein: Feministinnen (oder Frauen im Allgemeinen) neigen zu Männerhass. Christoph Kucklick schreibt in seinem Artikel für Zeit Online von der Männlichkeit als „das verteufelte Geschlecht“ und als „Kurzformel für Missstände aller Art“: „Wenn Männer das Problem der Gesellschaft sind, müssen Frauen die Lösung darstellen. Das geht nur, wenn sie von grundlegend anderem Charakter sind: einfühlsam, passiv, friedlich – der ganze Kanon der Beleidigungen einer reduzierten Weiblichkeit. Das Spiegelbild eben zu den Beleidigungen einer reduzierten Männlichkeit“. Da hat sich jemand doch recht angegriffen gefühlt in seinem (männlichen) Stolz.
Ilse Lenz, Professorin für Geschlechter- und Sozialstrukturforschung, versucht mit diesem (Frauen-)Bild aufzuräumen. Feministinnen seien ihrer Meinung nach gegen die Abwertung des Mannes: „Wie sollen sie [die Feministinnen] das Ziel der Gleichheit verwirklichen, wenn Männlichkeit als verworfen, demoralisiert und hässlich gilt? Feministinnen wollen weder mit abgewerteten noch mit aufgewerteten Kerlen zusammen sein. Sie möchten mit Menschen zusammenleben, die sich nicht in das stählerne Gehäuse einer veralteten hegemonialen Männlichkeit einsperren lassen“. Feministinnen sind also keine Männerfeindinnen. Aber zugegeben, wirklich anziehend auf Männer würde es wohl nicht wirken, wenn man bei der ersten Verabredung, zwischen zweitem und drittem Bier auf den Tisch hauen würde, um entschlossen auszurufen: „Ich bin Feministin!“ Und vielleicht wären es auch gar nicht so viele junge Frauen, die sich tatsächlich als Feministinnen bezeichnen würden, denn da ist kaum noch etwas so Greifbares, wogegen sich eine ganze Generation auflehnen müsste.
Geschlechterverhältnis im Wandel
In der 68er-Bewegung haben sich die Frauen gegen den Konservatismus der 50er Jahre gewendet. Gegen das Bild vom unmündigen Frauchen am Herd. Für den Freigeist, den Minirock und die Pille. Für Selbstbestimmung und Abwendung von einer patriarchalen Gesellschaft. Diese Forderungen weiteten sich dann Mitte der 70er in einer zweiten Welle, der neuen Frauenbewegung, die für die Abschaffung des Abtreibungsparagrafen §218 kämpfte, aus. Da war etwas Konkretes, wogegen man sich auflehnen konnte. Doch was bleibt, nachdem Frauen nicht nur einen Wandel in sich selbst ausgelöst haben, sondern sich eine ganze Gesellschaft gewandelt hat? Und wie positionieren sich die Männer in einer Welt in der alte Verhaltensmuster nicht mehr gelten? Liegt es jetzt an den Männern, sich zu emanzipieren?
Wir und Ihr – so teilen sich immer noch die Fronten in der Diskussion. Eigentlich merkwürdig, nimmt man an, es geht hier tatsächlich um die Gleichberechtigung, also etwas, bei dem man sich auf einer Augenhöhe begegnet und nicht versucht, die jeweils andere Seite unter zu buttern. Typisch Frau, typisch Mann – da ist schneller in die Klischee-Schublade gegriffen, als jemand Herbert Grönemeyer zitieren kann.
Männer als das verteufelte Geschlecht
Ob nun vor, durch, oder nach der Frauenbewegung – es scheint auf weiten Ebenen der männlichen Vertreter unserer Gesellschaft das Bild entstanden zu sein: Feministinnen (oder Frauen im Allgemeinen) neigen zu Männerhass. Christoph Kucklick schreibt in seinem Artikel für Zeit Online von der Männlichkeit als „das verteufelte Geschlecht“ und als „Kurzformel für Missstände aller Art“: „Wenn Männer das Problem der Gesellschaft sind, müssen Frauen die Lösung darstellen. Das geht nur, wenn sie von grundlegend anderem Charakter sind: einfühlsam, passiv, friedlich – der ganze Kanon der Beleidigungen einer reduzierten Weiblichkeit. Das Spiegelbild eben zu den Beleidigungen einer reduzierten Männlichkeit“. Da hat sich jemand doch recht angegriffen gefühlt in seinem (männlichen) Stolz.
Ilse Lenz, Professorin für Geschlechter- und Sozialstrukturforschung, versucht mit diesem (Frauen-)Bild aufzuräumen. Feministinnen seien ihrer Meinung nach gegen die Abwertung des Mannes: „Wie sollen sie [die Feministinnen] das Ziel der Gleichheit verwirklichen, wenn Männlichkeit als verworfen, demoralisiert und hässlich gilt? Feministinnen wollen weder mit abgewerteten noch mit aufgewerteten Kerlen zusammen sein. Sie möchten mit Menschen zusammenleben, die sich nicht in das stählerne Gehäuse einer veralteten hegemonialen Männlichkeit einsperren lassen“. Feministinnen sind also keine Männerfeindinnen. Aber zugegeben, wirklich anziehend auf Männer würde es wohl nicht wirken, wenn man bei der ersten Verabredung, zwischen zweitem und drittem Bier auf den Tisch hauen würde, um entschlossen auszurufen: „Ich bin Feministin!“ Und vielleicht wären es auch gar nicht so viele junge Frauen, die sich tatsächlich als Feministinnen bezeichnen würden, denn da ist kaum noch etwas so Greifbares, wogegen sich eine ganze Generation auflehnen müsste.
Geschlechterverhältnis im Wandel
In der 68er-Bewegung haben sich die Frauen gegen den Konservatismus der 50er Jahre gewendet. Gegen das Bild vom unmündigen Frauchen am Herd. Für den Freigeist, den Minirock und die Pille. Für Selbstbestimmung und Abwendung von einer patriarchalen Gesellschaft. Diese Forderungen weiteten sich dann Mitte der 70er in einer zweiten Welle, der neuen Frauenbewegung, die für die Abschaffung des Abtreibungsparagrafen §218 kämpfte, aus. Da war etwas Konkretes, wogegen man sich auflehnen konnte. Doch was bleibt, nachdem Frauen nicht nur einen Wandel in sich selbst ausgelöst haben, sondern sich eine ganze Gesellschaft gewandelt hat? Und wie positionieren sich die Männer in einer Welt in der alte Verhaltensmuster nicht mehr gelten? Liegt es jetzt an den Männern, sich zu emanzipieren?
Seite 2: Auf einer Skala von Macho bis Weichei












