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Fritz Kalkbrenner veröffentlicht neues Album "Sick Travellin'"

Der bessere Kalkbrenner

19.10.2012

Lange Zeit war Fritz Kalkbrenner nur „der Bruder vom Paul“. Diese Zeiten sind vorbei.

Als Paul Kalkbrenner (35) 2009 „Berlin Calling“ auf den Markt schmiss und zusammen mit seinem Bruder Fritz (31) „Sky and Sand“ veröffentlichte, entstand ein regelrechter Hype um den älteren der Gebrüder Kalkbrenner, dabei wirkten beide gleichermaßen an dem Track mit. Kein Discoabend, ohne dass nicht mindestens dreimal von den Massen „and we build up castles in the sky and in the sand,“ mitgesungen wurde, mit den Händen die Luft über dem Körper peitschend. Zu Recht, wie man sagen muss. „Sky and Sand“ ist und bleibt ein sensationell guter Track.

Auf einmal war selbst jedem bisher Hip-Hop affinen Teenie der Name Paul Kalkbrenner ein Begriff, dabei hatte sich der Berliner in der Szene schon lange einen Namen gemacht, bis dato schon unzählige EP's, Singles und fünf Alben veröffentlicht ("Superimpose" (2001), "Zeit" (2001), "Self" (2004), "Maximalive" (2005) und "Reworks" (2006)). Sein sechstes Album „Berlin Calling“ schlug ein wie eine Bombe und katapultierte Herrn Kalkbrenner aus der Berliner Szene in die Charts, für unglaubliche 111 Wochen!



2011 wurde sein siebtes Album „Icke wieder“ mit Spannung erwartet. Man wollte mehr davon, doch die große Begeisterung blieb aus. Der erste Titel des Albums, „Böxig Leise“, war noch vielversprechend, danach kam die große Ernüchterung: Es hört sich alles gleich an! Ob „Gutes Nitzwerk“ oder „Kleines Bubu“, nach einmaligem Hören war der Zauber bei vielen verflogen, die Enttäuschung groß und der Wunsch, er wäre doch lieber nicht wiedergekommen. 

Als Fritz Kalkbrenner, der durch seinen Bruder und die Zusammenarbeit bei "Sky and Sand" zur Musik kam, 2010 sein Debütalbum „Here Today Gone Tomorrow“ veröffentlichte, ging es vielen etwa so: „Gucken wir doch mal, was der kleine Bruder so kann.“ Das Album war ein Erfolg, jedoch war der Name Paul einfach zu groß, der kleine Bruder stand hinten an, ähnliche Erfolge schienen utopisch. Trotzdem: ein vielversprechendes Album, ein vielversprechender DJ und die Erkenntnis: Der kleine Bruder ist wirklich gut! Um Paul wurde es immer leiser. „Sky and Sand“ hörte man nur noch im Fernsehen, missbraucht von einer „RWE“-Werbung, die Luft war bei vielen raus.
Nur wenige Monate nach seiner „Suol Mates“ EP bringt Fritz Kalkbrenner nun „Sick Travellin'“ auf den Markt. Mit dem Aufmacher des Albums, „Sick Travellin' Pt.1“, gelingt ihm eine wunderbare Einleitung. Was folgt: Zwölf völlig verschiedene elektronische Tracks. Wie immer mixt Fritz laute Technobeats mit ruhigen, melodischen Elementen, perfekt für den Ausklang einer vom Tanzen und Raven schweißgetränkten Nacht. Dazu noch die selbstgeschriebenen Texte, seine einzigartige Stimme, einfach eine runde Sache, ganz in Fritz-Manier. „Make Me Say“ und „Hummin' Hills“, die zwei lautesten Tracks, animieren einen sofort den nächsten Rave zu stürmen. Es finden sich aber auch wieder ruhige, melodische Klänge auf dem Album, zum perfekten Ausklang einer vom Tanzen und Raven  schweißgetränkten Nacht oder für besinnliche Stunden auf dem Sofa. Seine erste Singleauskopplung, „Get a life“ (erschienen am 5.10) vereint die Lust am Feiern mit der Schönheit des Textes, ähnlich wie schon „Sky and Sand“. Abgerundet wird das Album mit „Sick Travellin' Pt.2“ und dem Bedürfnis auf Replay zu drücken.



Fritz Kalkbrenner ist ein sehr vielseitiger DJ und bedient nicht nur eine Richtung des Elektro. Für mich spätestens seit "Sick Travellin'": Der bessere Kalkbrenner!

Wer Fritz Kalkbrenner live erleben möchte, der kann das bald. Ab Februar 2013 tourt er durch Deutschlands Clubs und Hallen. 

Foto: www.fritzkalkbrenner.com