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Interview mit Tyson zu seinem Album "Die on the Dancefloor"

"Die here, right now!"

24.10.2012

Authentischer Achtziger-Disco 2012: Tyson zeigt den Hipstern, wie man die Achtziger imitiert.

Tyson ist kein normaler Typ – und das weiß er selber ganz genau. Er kommt aus dem Londoner Westen, einer Gegend voller gefährlicher Jungs, die bei Musik an Dancehall-Gangster-Rap denken. Nicht so Tyson: Er mag Tina Turner, Sylvester und The Human League – die ganze Achtziger-Sache, also. Im Interview beendet er seine Sätze gerne mit "you know", "I swear", "man" oder "mate". Genauso gerne illustriert er aber seine Musikbeispiele mit seiner unglaublichen Falsettstimme. Gerade eben ist sein Achtziger-Disco-Album "Die on the Dancefloor" erschienen. Was das für ihn bedeutet, was die Leute aus seiner Hood über seine Musik denken und ob er der letzte wahre Künstler ist, hat er mit ZEITjUNG.de gesprochen. Ganz am Ende könnt ihr übrigens auch in Tysons Album reinhören.

ZEITjUNG.de Als du aufgewachsen bist, hörten und machten die meisten Leute um dich herum Dancehall. Gibt es einen speziellen Moment, in dem du gemerkt hast, dass du eher auf diese Tina-Turner-Achtziger-Sache stehst?<

Tyson: Das war so: Ich wuchs mit diesem ganzen Reggae-Zeug auf, weil mein Vater eine Band hatte. Ich mochte das aber nie wirklich. Man mag ja niemals das, was man von den Eltern vorgesetzt bekommt. Die erste elekronische Musik, die ich jemals gehört habe, war David Bowies "Ashes To Ashes". Das war der Einstieg und dann habe ich Gary Newman, Human League und so weiter entdeckt. Beim Musikmachen war es das gleiche: Um ehrlich zu sein, lag das auch daran, dass es einfacher war. (Macht ein Achtziger-Analog-Synthie-Preset nach.) Das war einfach nachzumachen. Es gibt aber auch einfach keinen besseren Sound als den der Analog-Synthies. Die ganze neue elektronische Musik ist nicht gut, man braucht einfach den Analog-Synthie.

Das ist einfach nicht der richtige Sound?

Ja. Diese Computer-Sachen haben einfach nicht das Feeling.

Bist Du der einzige in deiner Hood, der diese Musik entdeckt hat?

Ich bin der einzige. Die denken jetzt noch, dass ich verrückt geworden bin.

Und was denken sie dann über deine Musik?

Sie mögen sie nicht. Sie denken, dass sie scheußlich ist. Ich schwöre es dir. Sie mögen es nicht, weil sie es nicht kapieren. Um es klar zu sagen: Ich bin aus der Hood. Diese Leute mögen Roots und Dancehall und machen jetzt verdammten HipHop – nicht kommerziellen HipHop, sondern Gangster Rap.

Aber hat dich dein Vater mit seiner Musik beeinflusst?

Nicht wirklich. Irgendwann habe ich halt gemerkt, dass das Reggae-Zeug heavy bass music ist. Unbewusst bin ich ja auch in Richtung Bass gegangen.



Seite 2: Tyson über seine hohe Stimme und seine Rap-Versuche …
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