Leslie Clio im Porträt
"Ich mache gerne Fehler"
30.10.2012
Leslie Clio ist die kommende Pop-Soulstimme aus Deutschland – ein Porträt.
Es ist nur ein Song übers Fremdgehen und Schlussmachen. Noch ein Song übers Fremdgehen und Schlussmachen, über die Liebe, die Hoffnung, dass es hält – und das Wissen, dass es doch nicht klappt. "Told you so" heißt dieser Song und niemand, dem ich ihn vorgespielt habe, hat ihn vergessen. Die Melodie stimmt, die Hook stimmt, die Stimme bleibt im Ohr: "Don't say I didn't / I told you so / told you so".
"Ich folge immer meinem Instinkt"
Hab ich dir doch gesagt – ist das die echte Leslie Clio? Eine Besserwisserin?" Ja, klar", sagt sie und lacht, "Was soll ich dazu sagen? Das ist alles autobiographisch." Clio sitzt mir in einem Berliner Hotel nahe des Touristen-Ausgehbezirks Friedrichshain gegenüber. "Ich bin ein sehr intuitiver Mensch. Ich folge einfach grundsätzlich immer meinem Instinkt."
"Ich folge immer meinem Instinkt"
Hab ich dir doch gesagt – ist das die echte Leslie Clio? Eine Besserwisserin?" Ja, klar", sagt sie und lacht, "Was soll ich dazu sagen? Das ist alles autobiographisch." Clio sitzt mir in einem Berliner Hotel nahe des Touristen-Ausgehbezirks Friedrichshain gegenüber. "Ich bin ein sehr intuitiver Mensch. Ich folge einfach grundsätzlich immer meinem Instinkt."
Ihr Instinkt: Das heißt immer aufmerksam, immer gespannt. Während des Interviews kann sie sich kaum ruhig halten, schaut aus dem Fenster – "Hey, das ist mein Manager" –, schaut wieder zu mir, lehnt sich nach vorne, lehnt sich zurück, nestelt mit den Händen an irgendeinem Papierchen und versucht meinen Notizzettel mit den Fragen zu lesen. Nebenbei erzählt sie.
Trial, error, Tomte
Ihre Mutter hört viel afrikanische Musik, ihre Großeltern Deutschen Schlager. Sie selbst entdeckt irgendwann die großen Jazz- und Soulsängerinnen. Nach dem Abitur in Hamburg ist sie erst einmal auf Reisen gegangen. Einfache mal los. Dann ist sie nach Berlin gezogen, hat probiert und experimentiert: "Ich habe keine Angst vorm Scheitern. Ich mache gern Fehler." Ihre Trial-and-error-Strategie führte sie schließlich zu Nikolai Potthoff.
Der ist Gitarrist der Deutschpop-Band Tomte – Musik, mit der Clio wie sie sagt überhaupt nichts am Hut hat – und Produzent. Trotz der auf den ersten Blick unterschiedlichen musikalischen Vorlieben funkt es. Gemeinsam mit Potthoff erarbeitet Clio ihr Debütalbum "Gladys". Es ist benannt nach dem Computerordner in dem sie die Dateien für das Album gespeichert hatte und das wie alle ihre Ordner einen Frauennamen trägt. Aus diesem Album ist "Told You So" die erste Single-Auskopplung, ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was da kommt.
"Was würde Leslie Clio niemals machen?"
Übrigens kommt der Name "Gladys" auf dem Album "Gladys" gar nicht mehr vor, der Song schaffte es nicht auf das Endprodukt. Trotzdem bestand Clio auf dem Titel. Eine ihrer Eigenheiten. Wenn etwas gemacht wird, dann bitte schön nach ihren Regeln. Wie die gehen? Frage: Was würde Leslie Clio niemals machen? "Ich würde niemals Tiere töten. Ich würde niemals Glutamat-Werbemädchen machen. Es gibt vieles, was ich nicht machen würde. Aber ich bin ein positiver Mensch." Also die Frage noch einmal anders herum stellen, positiv gewendet: Und wenn sie alles machen könnte? "Erstmal den Weltfrieden, ganz einfach, schnipp-schnapp." Grinst und bietet mir verschmitzt ein halbes Ingwerbonbon an. Die andere Hälfte hat sie abgebissen. Alles nur Ablenkungsmanöver.
Seite 2: Was Clio macht, wenn es mit der Musik nicht klappt …











