Wir brauchen keine Frauenquote...
...und wir lassen uns nicht ruhig stellen
24.09.2012
Kommentar
Der Bundesrat hat eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen beschlossen.
Dies ist ein Kommentar. Er ist nicht objektiv, er trieft vor Meinung. Und wahrscheinlich ist es nicht Deine. Ich bin gegen eine Frauenquote, oder zumindest halte ich sie für unnötig. Aber das bezieht sich nicht nur auf Frauen, sondern auch auf Männer. Ich halte eine Quote für nichts anderes als eine weitere Form der Diskriminierung, nämlich positive Diskriminierung. Das kommt daher, dass ich mich noch nie in meinem Leben diskriminiert gefühlt habe, weil ich eine Frau bin. Höchstens, weil ich jung bin. Aber ich habe gelernt, dass dieses Gefühl der stetig zunehmenden Gleichberechtigung vornehmlich meine Generation hat.
Es scheint unser Privileg zu sein, das Geschlecht immer seltener zum Auswahlkriterium wird. Frauen der Generation vor mir fordern Gleichberechtigung per Gesetz. Sie sind müde vom immer währenden stoßen gegen eine gläserne Decke.
Diese Frauenquote soll nur ruhigstellen!
Dieser Forderung wurde nun – mehr oder weniger – stattgegeben: Der Bundesrat hat am Freitag ein Gesetz beschlossen, in dem eine Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen Pflicht werden soll. DAX – das steht für „Deutscher Aktienindex“ an der Frankfurter Börse. 30 Firmen sind darunter notiert, zum Beispiel Adidas, Lufthansa oder Siemens. Es sind die größten Unternehmen in Deutschland, die zum DAX gehören, die umsatzstärksten im Land. Dort per Gesetz Frauen unter zu bringen scheint auf den ersten Blick eine enorme Möglichkeit. Quasi an der Speerspitze der deutschen Wirtschaft bekommen Frauen endlich eine Chance, können sich beweisen.
Dieses Gesetz muss allerdings noch vom Bundestag abgenickt werden. Aufsichtsräte, das sei noch dazu gesagt, sind die Kontrollgremien bei Kapitalunternehmen. Sie werden von der Hauptversammlung der Aktieninhaber, also von den Anteilseignern, den Besitzern der Firma, eingesetzt und gewählt. Im aktiven Geschäft sind sie dafür verantwortlich, dem Vorstand, also den Managern auf die Finger zu schauen. Die eigentliche Führung des Unternehmens und alle relevanten Entscheidungen liegen beim Vorstand. Die Aufsichtsräte, das sind Berater, die Aufpasser, die schauen, dass der Vorstand keine Fehler macht und sich nicht in das eigene Bankkonto wirtschaftet.
Norwegen als Erfolgsmodell?
Eine Frauenquote im Aufsichtsrat wirkt somit wie eine bittere Pille, die Frauen erst mal ruhig stellen soll. Entscheiden dürft ihr weiterhin nichts, aber aufpassen schon. Der Erfolg, den diese Quote haben könnte, soll nicht abgestritten werden. In Norwegen wurde 2003 eine solche Quote eingeführt: Mindestens 40 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer – so müssen dort die Aufsichtsräte besetzt sein. Natürlich stieg dort der Frauenanteil ziemlich rasant an. Aber wenn schon Quote, wieso dann nicht richtig? Wieso dann nicht auch in Vorständen? Das ist auch der Grund, warum eine Quote so gefährlich werden kann.
Sie bringt einen Status Quo, der schwer zu ändern. 30 Prozent Frauen muss ein Unternehmen berufen? Dann aber auch bitte keine einzige mehr. Eine Quote liefert den Patriarchen dieser Welt – von denen es sicherlich genug gibt – die perfekte Ausrede, Frauen keinen Deut Anerkennung mehr zu schenken, als der Gesetzgeber ihm vorschreibt.
Seite 2: "Komm Du erst mal in mein Alter!"
Es scheint unser Privileg zu sein, das Geschlecht immer seltener zum Auswahlkriterium wird. Frauen der Generation vor mir fordern Gleichberechtigung per Gesetz. Sie sind müde vom immer währenden stoßen gegen eine gläserne Decke.
Diese Frauenquote soll nur ruhigstellen!
Dieser Forderung wurde nun – mehr oder weniger – stattgegeben: Der Bundesrat hat am Freitag ein Gesetz beschlossen, in dem eine Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen Pflicht werden soll. DAX – das steht für „Deutscher Aktienindex“ an der Frankfurter Börse. 30 Firmen sind darunter notiert, zum Beispiel Adidas, Lufthansa oder Siemens. Es sind die größten Unternehmen in Deutschland, die zum DAX gehören, die umsatzstärksten im Land. Dort per Gesetz Frauen unter zu bringen scheint auf den ersten Blick eine enorme Möglichkeit. Quasi an der Speerspitze der deutschen Wirtschaft bekommen Frauen endlich eine Chance, können sich beweisen.
Dieses Gesetz muss allerdings noch vom Bundestag abgenickt werden. Aufsichtsräte, das sei noch dazu gesagt, sind die Kontrollgremien bei Kapitalunternehmen. Sie werden von der Hauptversammlung der Aktieninhaber, also von den Anteilseignern, den Besitzern der Firma, eingesetzt und gewählt. Im aktiven Geschäft sind sie dafür verantwortlich, dem Vorstand, also den Managern auf die Finger zu schauen. Die eigentliche Führung des Unternehmens und alle relevanten Entscheidungen liegen beim Vorstand. Die Aufsichtsräte, das sind Berater, die Aufpasser, die schauen, dass der Vorstand keine Fehler macht und sich nicht in das eigene Bankkonto wirtschaftet.
Norwegen als Erfolgsmodell?
Eine Frauenquote im Aufsichtsrat wirkt somit wie eine bittere Pille, die Frauen erst mal ruhig stellen soll. Entscheiden dürft ihr weiterhin nichts, aber aufpassen schon. Der Erfolg, den diese Quote haben könnte, soll nicht abgestritten werden. In Norwegen wurde 2003 eine solche Quote eingeführt: Mindestens 40 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer – so müssen dort die Aufsichtsräte besetzt sein. Natürlich stieg dort der Frauenanteil ziemlich rasant an. Aber wenn schon Quote, wieso dann nicht richtig? Wieso dann nicht auch in Vorständen? Das ist auch der Grund, warum eine Quote so gefährlich werden kann.
Sie bringt einen Status Quo, der schwer zu ändern. 30 Prozent Frauen muss ein Unternehmen berufen? Dann aber auch bitte keine einzige mehr. Eine Quote liefert den Patriarchen dieser Welt – von denen es sicherlich genug gibt – die perfekte Ausrede, Frauen keinen Deut Anerkennung mehr zu schenken, als der Gesetzgeber ihm vorschreibt.
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